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Das Stadtgespräch Dezember 2018

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68 TIPPS

68 TIPPS Das Stadtgespräch Erfindungsreichtum man sich über sie hinwegsetzt – so lautet das Lebensmotto von Cocteaus faszinierender Träumer- und Täuscherfigur Thomas. Zu jung, um schon ins blutige Abenteuer des Ersten Weltkriegs gezogen zu werden, schlägt Thomas aus der Provinz in Paris auf. Das befindet sich in Aufruhr, steht doch zu befürchten, dass die Deutschen die Stadt einnehmen könnten. Fluchtartig verlässt jeder, der es sich leisten kann, die Hauptstadt und alles geht drunter und drüber. Als er durch eine Namensverwechslung für den Neffen eines berühmten Generals und Kriegshelden gehalten wird, schlüpft Thomas, der eigentlich Guillaume heißt, in diese Rolle, die ihm ungeahnte Möglichkeiten bietet. Mit jugendlicher Fortune und Chuzpe täuscht er seine Mitmenschen, perfektioniert die Kunst der Imagination und wird eins mit seiner Legende: »Es kam nie vor, dass Guillaume sich selbst prüfte und dachte: Wie komme ich da wieder heraus?... Er ging, aufs Engste mit der Fabel verbunden, seinen Weg«. Und noch im Untergang triumphiert Thomas‘ höheres Schwindlertum über die inakzeptable Wirklichkeit des Kriegs, den »braunen Geruch der Schlachtfelder, den eintönigen Lärm des einstürzenden Horizonts«. Die Neuübersetzung von Claudia Kalscheuer bringt Cocteaus lapidaren Stakkato-Stil ebenso zur Geltung wie die Strahlkraft seiner imposanten Bilder. Gutschein: 4 gratis Stunden! Schulte-Mönting-Straße 2A Rheda-Wiedenbrück • Tel.: 05242-964-245 Das Haus der guten Küche Angebot im Dezember Tranchierte Gänsebrust auf Bratapfelscheiben mit Maronenjus, dazu Birnen-Rotkohl und Kartoffelklöße in Mandelschmelze € 14,90 Sonntags- Menü ab € 13,80 Montag und Dienstag Ruhetag Rheda-Wiedenbrück | Herzebrocker Str. 162 Tel: 05242 - 42 434 ✃ JUGENDBUCH: TANJA VOOSEN »My First Love« Eines verstehe ich bei Romanen für junge Leute nicht, bei denen es um die Liebe geht und alles, was damit zusammenhängt. Nämlich den Schauplatz. Ob die Autorin nun die Engländerin Lauren Price – »Bad Boy Stole my Bra« – oder Tanja Voosen aus Köln ist, immer spielen die Romane in den USA. Vielleicht ist da das Handlungsgerüst klarer als in Europa, denn offenbar gibt es nur die Highschool oder das Einkaufszentrum, die Mall, als Schauplatz. Und auch die verschiedenen Gruppen von Teenagern sind klarer als in Europa, will sagen eher vorhersehbar und damit, finde ich, langweiliger. Wenn dann auch noch die Details eher so mittel stimmen, dann kann mich das nicht begeistern. Beispiel aus »My First Love«: da greift schon auf der zweiten Seite die Ich-Erzählerin in die Popcorntüte, weil sie das Zeug abgöttisch liebt, weil es so warm und zuckrig ist. Warm stimmt, zuckrig nicht, JENNIFER KITSES Ein Tag, eine Nacht Die Ehe von Helen und Tom steht auf wackligen Füßen: ihre dreijährigen Zwillinge fordern all ihre Aufmerksamkeit und der da raus resultierende Schlafmangel bringt sie an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Dazu plagen sie Schulden denn Popcorn in den USA ist salzig – vermutlich, weil man nach dem Genuss für den halben Eimer Cola bereit ist. Aber gut, um mich geht’s ja auch beim Lesen nicht, sondern um die Zielgruppe Teenager. Und für die hat Tanja Voosen, die selbst noch keine dreißig ist, alles geliefert, was erwünscht ist, also witzige Dialoge, Konflikte, große Emotionen und knisternde Momente, wie die Autorin es selbst im Interview nennt. Zum Inhalt: Eigentlich wollte Cassidy einem Mädchen an ihrer Schule nur dabei helfen, ihren blöden Freund und ihre beiden Jobs fordern zudem noch den Rest ihrer sowieso schon knappen Zeit. Und dann ist da noch Toms großes Geheimnis, von dem Helen bisher nichts weiß: Mit seiner früheren Chefin Donna hat er ein weiteres Kind. Bislang hat Donna das Kind alleine groß gezogen, aber Tom hatte loszuwerden. Doch plötzlich hat die 17-Jährige sich damit den Ruf erworben, Beziehungen innerhalb eines Tages zerstören zu können. Die dankbaren Mitschüler bezahlen sie sogar für ihren »Schlussmach-Service«. Als Cassidy aber den ebenso gutaussehenden wie nervigen Colton von seiner Freundin »befreit«, fordert er sie zu einer unglaublichen Wette heraus: Statt Paare zu trennen, soll sie zwei ganz bestimmte Mitschüler verkuppeln. Nicht ahnend, welch finstere Hintergedanken Colton hegt, nimmt Cassidy die Herausforderung an. Und stolpert mitten hinein in ein Wirrwarr aus heimlichen Küssen, verschlungenen Intrigen und der ersten großen Liebe. Das klingt doch gut, süßes Popcorn hin oder her. Was noch für den Roman spricht, ist die Tatsache, dass die Autorin ihn kräftig mit Humor würzt, wodurch er sich wohltuend von anderen Jugendbüchern unterscheidet, die sich selbst furchtbar ernst nehmen. Erschienen bei heyne>fliegt, 447 Seiten, 12 Euro. regelmäßigen Kontakt. Doch jetzt will Donna mit der gemeinsamen Tochter nach Europa ziehen und Tom steht vor einer eigentlich unmöglichen Wahl: Entweder er lässt die beiden ziehen und verliert den Kontakt zu seiner Tochter oder er muss seiner Frau Helen sein Doppelleben beichten und damit alles aufs Spiel setzen, was ihm wichtig

69 ist…. Jennifer Kitses hat mit »Ein Tag, eine Nacht« einen absolut fesselnden Debütroman geschrieben. Sie beschreibt 24 Stunden im Leben eines Ehepaares, in denen alles, was sie sich aufgebaut haben, in sich zusammenzufallen droht. Stunde um Stunde spitzen sich die Ereignisse zu und man hört die ganze Zeit über förmlich das Ticken der Zeitbombe, bis diese schließlich zu explodieren droht. Als Leser ist man von Anfang an gefesselt und manchmal möchte man am liebsten in das Geschehen eingreifen und die Figuren zur Vernunft bringen. Erschienen ist »Ein Tag, eine Nacht« als Hardcover im Verlag DTV, hat 320 Seiten und ist erhältlich in der Buchhandlung büchergüth für 22 €. Bei der ersten »Open Stage«-Talentshow zeigten die Gewinner der »Bauteil Crew« ihr Können. VOLLES HAUS IM JUGENDZENTRUM Erste »Open Stage«-Talentshow war ein voller Erfolg Kürzlich fand im Jugendzentrum »Alte Emstorschule« die erste Talentshow »Open Stage« statt. 23 Teilnehmer und über 100 Zuschauer haben die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg gemacht. Fest steht: Das wird wiederholt. Die Teilnehmer – der jüngste war 11 Jahre alt, der älteste 22 – haben getanzt, gerappt oder gesungen. Nach den Jury-Bewertungen hat sich die »Bauteil Crew« aus Gütersloh mit ihrem Tanz durchgesetzt. Platz 2 ging an die Rapper K-Ape und Dizz, über den dritten Platz haben sich Gizzo und Merdan (Rap) gefreut. »Die Stimmung war so gut, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe«, freute sich Leiterin Melanie Wiebusch. »Ohne das Engagement unserer Stammbesucher hätte diese Veranstaltung nicht stattgefunden«. Die engagierten Jugendlichen haben im Vorfeld ihre Ideen eingebracht, bei den Vorbereitungen geholfen und mitgemacht. So hat der zwölfjährige Ibo gemeinsam mit Emstor-Mitarbeiter Nahir Aslan die Talentshow mit einem selbst getexteten Lied über den Jugendtreff Indoor eröffnet. Die Treffbesucher haben sich auch um das Catering während der Veranstaltung gekümmert. Nach der Preisverleihung wurde die Bühne dann für die Aftershowparty freigegeben, bei der Teilnehmer und Gäste den Abend ausklingen ließen.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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