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Das Stadtgespräch Dezember 2017

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Das Stadtgespräch Dezember 2017

72 Das

72 Das Stadtgespräch (V.l.) Stadtbrandinspektor Ulrich Strecker, Bürgermeister Theo Mettenborg, Marie-Theres und Franz-Josef Krane sowie Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Jugend feuerwehr bekommt neues Fahrzeug »Damit schließt sich der Kreis«, fasste Bürgermeister Theo Mettenborg während der Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeugs an die Jugendfeuerwehr zusammen. Franz-Josef Krane, selbst ehemaliger Feuerwehrmann, fördert die Jugendabteilung und trägt die Kosten des Autos für die nächsten drei Jahre. »Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie unsere Feuerwehr auf diese Weise würdigen, ohne, dass der städtische Haushalt belastet wird«, richtete sich Theo Mettenborg direkt an den Rheda-Wiedenbrücker Unternehmer. »Ich fühle mich der Feuerwehr nach wie vor verbunden und freue mich, die so aktive Feuerwehrjugend unterstützen zu können«, erklärt Franz-Josef Krane. Nachdem die Jugendfeuerwehr während einer Übung einen Brandeinsatz nachstelle, nutzte auch Stadtbrandinspektor Ulrich Strecker die Gelegenheit, sich zu bedanken und überreichte Krane als Anerkennung und als Zeichen der Verbundenheit einen »Charly«. Diese Auszeichnung bekommen eigentlich diejenigen, die aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Ist ein langer Urlaub Blödsinn? Schon zwei Wochen Urlaub sind eigentlich Blödsinn. Das sagt jedenfalls der Psychologe Daniel Kahnemann. Der Wissenschaftler, der selbstverständlich nicht unumstritten ist, hat sich sein Leben lang mit der sogenannten Urteilsheuristik Telefon: 964545 beschäftigt. Soll heißen mit der überschlägigen Denkweise, bei der wir ohne groß nachzudenken Entscheidungen treffen. In vielen Situationen denken wir automatisch und eben nicht bewusst und kontrolliert, so der Forscher. Ich weiß nicht, ob der gute Mann in seinem ereignisreichen Leben, das ihn von Tel Aviv über das im Zweiten Weltkrieg besetzte Frankreich nach Palästina und schließlich in die USA führte, selbst viel Urlaub gemacht hat. Aber jedenfalls hat er eine dezidierte Meinung zum Urlaub. Kahnemann sagt nämlich, dass sich unsere Psyche in das, was er das erlebende Selbst und das erinnernde Selbst nennt, einteilen lässt. Das erlebende Selbst beschäftigt sich ausschließlich mit dem Augenblick. Das erinnernde Selbst dagegen nimmt auch Vergangenes in den Blick. Logischer Weise dauert die Vergangenheit weitaus länger als der Augenblick. Was heißt das nun für unseren Urlaub? Der Verhaltenspsychologe sagt, dass das erlebende Selbst und das erinnernde Selbst bei einem Urlaub bedient werden sollten. Nehmen wir einmal den vierzehntägigen Strandurlaub in den Blick. In den ersten Tagen feiert das erlebende Selbst Feste, denn es bekommt täglich Spannendes, etwas Neues vorgesetzt: der neue Strand, die neue Unterkunft, das neue Essen, die neuen anderen Gäste, die neuen Kellner, die neuen Strandverkäufer und natürlich auch die neuen Strandbars. Und selbstverständlich hat man keinen Stress und schon gar keine Arbeit, was das erlebende Selbst sehr positiv quittiert. Das ist in der zweiten Woche natürlich noch genauso. Die zweite Woche wird Erinnerungsbrei Doch wenn man den Strandurlaub einfach nur fortsetzt,

73 Nichts getan fürs erinnernde Selbst Öfter mal was Neues verschmelzen die Tage der gesamten Zeit in der Rückschau vermutlich zu Erinnerungen, die man auch schon in der ersten Woche hatte. Das erinnernde Selbst, das in der ersten Woche durch viele neue Eindrücke bedient wurde, bekommt kein zusätzliches Futter. Vielleicht stellt sich sogar die Langeweile ein, was sogar für das erlebende Selbst schlecht wäre. Langeweile steht dem Glücksgefühl entgegen. Und die Urlaubserholung hält ja auch bekanntlich oft nicht lange an – egal wie lang der Urlaub war. Meist geht es ja am ersten Arbeitstag von Null auf Hundert oder darüber hinaus, weil es ja gilt, neben dem täglichen Geschäft auch noch all das abzuarbeiten, was in der Urlaubszeit alles so angelaufen ist. Das nun wiederum spielt bei dem erinnernden Selbst kaum eine Rolle, so der Wirtschaftsnobelpreisträger Kahneman. Mentale Urlaubsverlängerung Auf mittlere und lange Sicht bringt also ein längerer Urlaub gar nichts. Aber es gibt auch gute Nachrichten, denn man kann seinen Urlaub mental verlängern durch die eigene Einstellung und die Art des Urlaubs. Eine lange Vorbereitung einer Reise steigert die Vorfreude und macht das Urlaubserlebnis intensiver und damit besser erinnerbar. Auch die Nachbereitung, also Bilder sortieren, vielleicht sogar ein Fotobuch zusammenstellen oder auch Urlaubsbekanntschaften pflegen, sorgt dafür, dass das erinnernde Selbst mehr Futter bekommt. Und natürlich bleiben auch Reisen, die mehr Abwechslung als vierzehn Tage am selben Strand bieten, besser im Gedächtnis. Städtereisen sind dafür ideal, glaubt man den Psychologen. Rundfahrten natürlich ebenso, denn die Szenerie wechselt ja täglich. Und auch bei einem eher stationären Urlaub kann man Erlebnisse schaffen, indem man Radtouren macht, auf Safari geht oder Bootsausflüge und sonstige Aktivitäten unternimmt. Wer ein Bücherwurm wie ich ist, der kann auch durch Lesen Erlebnisse schaffen. Ich erinnere mich beispielsweise noch sehr gut, wie ich auf Malta (das Wetter war wider Erwarten im Herbst schäbig) Ken Folletts »Die Säulen der Erde« gelesen habe. Hätte ich David Balls »Asha« gelesen, hätte ich übrigens viel über Malta selbst erfahren, doch das Buch von 2003 kannte ich damals nicht; ist übrigens heute nur noch antiquarisch zu bekommen. Was der Erinnerung auch noch hilft, auch wenn sie zunächst natürlich negativ wirken, sind natürlich Reise-Pannen. An die erinnert man sich auch meist sehr lange, wobei die Gute- Laune-Devise lauten sollte: Die miesesten Pannen ergeben die tollsten Geschichten! seit 1998 Telefon: 54822 140 Jahre ------------ ----------------------- Mittwochs wieder Talertage bis Ende Januar 2018 Kleine westfälische Leckereien 3,00 € Voranmeldung erwünscht! ----------------------- ------------

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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