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Das Stadtgespräch Dezember 2017

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Das Stadtgespräch Dezember 2017

64 TIPPS

64 TIPPS Das Stadtgespräch doch der gezeichnet Pinguin vor orangenem Oval, den viele aus ihrer Schulzeit als Logo für Penguin Books kennen. Doch der 1935 von Allen Lane gegründete Verlag, der preiswerte Bücher hoher Qualität an den Leser bringen sollte, hat einen deutschen Ableger. Der Penguin Verlag mit Sitz in München bringt seit dem Sommer 2016 Bücher heraus, so eben auch das von Emma Garnier. Weder der Name der Autorin noch der Titel des Romans sind jedoch britisch. Sehr wohl aber steht der Krimi in der Tradition von Alfred Hitchcock oder Patricia Highsmith. Emma Garnier ist nämlich das Pseudonym einer deutschen Schriftstellerin, deren Provence- Bücher Sie vielleicht unter dem anderen Pseudonym Sophie Bonnet kennen. Ihr neuester Roman spielt an einem ganz besonderen Ort der Jahrhundertwende, an dem die alte Führungskaste Europas es sich stets gut gehen ließ: Italien im März 1899. Die junge Nell reist mit ihrem frisch vermählten Mann Oliver an die ligurische Küste, um in Bordighera ihre Flitterwochen zu verbringen. Das Paar logiert im luxuriösen Grandhotel Angst. Nell ist von dem großartigen Gebäude, dem exotischen Hotelpark und dem Blick aufs funkelnde Meer fasziniert. Doch zu ihrer Überraschung kennt Oliver nicht nur bereits das Personal sowie einige Gäste. Auch scheint er ebenso wie diese über Geheimnisse Bescheid zu wissen, die sich um das Etablissement ranken. Als ein Hotelgast überraschend ums Leben kommt, beginnt Nell, nachzuforschen, unter anderem im Hotel selbst, das sich eine große Bibliothek mitsamt Bibliothekar leistet. Dabei stößt sie auf eine Geschichte von Schuld und Verrat – und auf eine unheimliche Legende, die sie in ihren Bann zieht. Bis sie plötzlich selbst im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu haben. Wie in einem Hitchcock-Film weiß die zunächst sehr gutgläubige Heldin nicht, ob sie ihren eigenen Beobachtungen trauen kann. Das Taschenbuch umfasst 319 Seiten und kostet 13 Euro. Die von Julia Nachtmann gelesene Hörbuchfassung ist im hörverlag erschienen, umfasst knapp acht Stunden und kostet 14,99 Euro. JUGENDBUCH: JULIE KAGAWA »Talon – Drachenblut« Zugegeben – ich bin kein Teenager mehr. Aber schließlich ist die Altersangabe für die Talon-Serie auch ab 14 Jahren – und das haut hin. Aber im Ernst: Ein gutes Jugendbuch ist doch in erster Linie ein gutes Buch. Und gut Was kann man schöneres schenken als Gesundheit und Wohlfühlen. Aktivita - Gesundheitszentrum Massage-Gutscheine zum Wohlfühlen & Entspannen Hellweg 22 • 33378 Rheda-Wiedenbrück • Tel.: (05242) 3301 • www.aktivita-recker.de bedeutet vermutlich, dass es nah an der Gefühlswelt der Leser ist und dass es spannend ist. Und die Gefühlswelt ist ja nicht unbedingt der Bereich, der in den persönlichen Erfahrungsbereich fällt. Das könnte auch schwer werden, denn bei Talon (Englisch talon bedeutet Klaue) geht es auch um Drachen und die sind nun in der Wirklichkeit recht selten geworden. Der Band Drachenblut ist der vierte der Serie der amerikanischen Erfolgsautorin, der aber auch ohne die drei vorherigen Bände zu verstehen ist. Auch diesmal wird es wieder recht dramatisch, ist ja klar. Auf alles war das unerschrockene Drachenmädchen Ember vorbereitet – aber nicht auf den Schmerz, den sie empfindet, als der Sankt-Georgs-Ritter Garret leblos in ihren Armen niedersinkt, vom Schwert des Gegners schwer verwundet. Ohne zu wissen, ob Garret jemals wieder die Augen aufschlagen wird, muss Ember in den nächsten Kampf ziehen. Denn die mächtige Organisation Talon rüstet sich zum endgültigen großen Schlag gegen die Ritter und die aufständischen Drachen. Ganz vorne mit dabei: Dante, Embers Zwillingsbruder. Gemeinsam mit dem rebellischen Drachen Riley, der weiter um ihr Herz kämpft, dringt Ember in Dantes Versteck vor. Was die beiden nicht ahnen: Dante erwartet sie bereits. Und in seinen finsteren Plänen spielt Ember eine der Hauptrollen. Sollte sie sich widersetzen, ist ihr Leben nichts mehr wert. Erschienen bei heyne>fliegt, Hardcover, 511 Seiten, 16,99 Euro. STEPHANIE BUTLAND »Ich treffe dich zwischen den Zeilen« Loveday ist eine junge Frau Mitte zwanzig, die von außen sehr hart wirkt – mit ihren Piercings und Tattoos, die die Anfangssätze ihrer Lieblingsbücher wiedergeben, ist sie die typische Einzelgängerin. Sie ist sehr still und lebt zurückgezogen. Ihr einziger Freund ist Archie, der Besitzer des Antiquariats, in dem Loveday seit 10 Jahren arbeitet.Eines Tages findet sie ein Buch auf der Straße, das sie als Buchliebhaberin natürlich nicht einfach so liegen lassen kann. Das Buch führt sie zu dem jungen Nathan, der sich trotz ihres Äußeren für Loveday interessiert und sie zu einem Poetry-Slam einlädt. Da Loveday die Lyrik liebt, sagt sie zu. Durch das geschriebene Wort können die beiden ihre Gefühle ausdrücken und kommen sich so näher. Loveday hat allerdings zunehmend Probleme sich zu öffnen und ist sehr verletzlich, was man im Laufe des Buches zu verstehen lernt. Die Autorin nutzt hierzu drei Zeitebenen, einmal die Gegenwart, dann eine Vergangenheit vor drei Jahren, in der Lovedays erste gescheiterte Beziehung beschrieben wird, und Ausschnitte aus ihrer Kindheit, die ein traumatisches Erlebnis hervorbringen. Archie und Nathan versuchen Lovedays Mauern Stück für Stück einzureißen, und auch eine dramatische Wendung hilft ihr dabei, das Leben anders zu betrachten. Stephanie Butland

TIPPS 65 schafft es mit ihrem Buch auf die Kraft von Worten aufmerksam zu machen. Man schließt die Charaktere schnell ins Herz – verspielt und unterhaltsam geschrieben zeigt sie uns, wie Freundschaft und Liebe einen Menschen heilen, verändern und ihm helfen können, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Wer also gerne berührende Geschichten über die Liebe liest und auch auf Spannung nicht verzichten will, findet mit diesem Buch genau das Richtige. Erschienen ist »Ich treffe dich zwischen den Zeilen« als Taschenbuch im Knaur-Verlag, hat 320 Seiten und ist erhältlich in der Buchhandlung bücher-güth für 9,99 Euro. WIEDERENTDECKT: SINCLAIR LEWIS »Babbitt« Kennen Sie das auch, dass man manche Bücher in der falschen Reihenfolge liest? Das ging mir als absolutem Fan von John Updike so, von dem ich alles bis auf das Buch über Golf gelesen habe und dessen Bücher bei mir 1,20 Meter Regalbreite einnehmen. Im Rabbit-Zyklus, der in fünf Romanen von 1960 bis 2002 erschien, ist es Updike gelungen, sowohl die äußere, wirtschaftliche Entwicklung der USA als auch die Veränderungen der amerikanischen Befindlichkeiten zwischen den späten 50er Jahren und der Jahrtausendwende präzise zu analysieren. Und das in einer wunderbar poetischen Sprache. Doch der Held trägt nicht zufällig den Namen Rabbit, vielmehr verbeugt sich Updike vor dem Autor des Babbit. Und den hätte ich wohl zuerst lesen sollen. Denn Sinclair Lewis ist vielleicht der erste Chronist der US-amerikanischen Mittelschicht und das schon zu Beginn der Zwanziger Jahre. Den Zwang zu Konsum und Konformismus, die Pervertierung des Amerikanischen Traums hat vor ihm niemand so prägnant und dabei so amüsant beschrieben wie der Nobelpreisträger. Sein zu Recht berühmtester Roman »Babbitt« (neu erschienen bei Manesse, aufgemacht wie der Große Polyglott Amerika, 782 Seiten, 28 Euro) ergründet die Seele eines Mannes, dessen kapitalistische Überzeugungen Risse bekommen. In seinem ereignislosen, durchschnittlichen Kleinstadtleben hat der Immobilienmakler George F. Babbitt sich recht bequem eingerichtet. Seine drei Kinder sind wohlgeraten, wenn sie auch meist nicht auf ihn hören. Mit seiner Frau verbinden ihn liebgewonnene Gewohnheiten. Sein ganzes Streben ist auf gesellschaftliche Anerkennung und wirtschaftlichen Aufstieg gerichtet. Bis ihm eines Tages bewusst wird, dass er all dies so nie gewollt hat, und einen Ausbruchsversuch wagt. Mit feinem Spott, ironischem Witz und stets voller Sympathie für den charakterschwachen Protagonisten erzählt der Roman, wie Babbitt sein rebellisches Selbst wiederentdeckt. Dabei ist »Babbit« bei aller Kritik an gesellschaftlichen Zuständen keineswegs eine Satire, wie Michael Köhlmeier in seinem klugen Nachwort betont. Denn bei der Satire deute der Zeigefinger immer von mir weg, ein Charakter wie Babbit weise auch auf mich. Das ist wohl wahr. Und dann ist da noch die Sprache. Im zweiten Kapitel lernen wir Babbit so kennen: »Er machte einen wohlhabenden, betont unromantischen und verheirateten Eindruck«. Wie gesagt, so ist nicht nur Babbit, aber das muss man erst einmal sprachlich auf den Punkt bringen. Altenau GmbH Sanitär • Heizung www.altenau-gmbh.de Rietberger Straße 86 • Rheda-Wiedenbrück • 05242/ 20 08

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