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Das Stadtgespräch Ausgabe September 2020

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Mein Rheda-Wiedenbrück Das Stadtgespräch 2020

1 Frisch zugelassen mit

1 Frisch zugelassen mit H-Kennzeichen strahlt das Mercedes 230 CE Coupé, Baujahr 1982, mit Paul (links) und Liam Rosin um die Wette. B Benzin im Blut und Benz im Kopf Mercedes Coupé erstrahlt in neuem Glanz (bew) Der weiße Lack leuchtet mit den zahlreichen Chromteilen um die Wette. Und auch Liam Rosins Augen leuchten, wenn er von seinem neuen alten Auto erzählt. Man glaubt gern, dass die Restaurierung des Mercedes 230 CE Coupé für den 18-Jährigen ein großes Abenteuer, wenn auch mit einigen Herausforderungen, war. Zwei Jahre hat die Rund-um-Wellness-Behandlung des 38 Jahre alten Fahrzeugs gedauert – nun ist der charismatische Wagen frisch mit dem H-Kennzeichen sowie seit 1998 Telefon: 964545 Telefon: 54822 einer guten Note vom Gutachter ausgestattet und bereit für die Straße. Große Unterstützung hatte Liam während der gesamten Zeit von seinem Großvater Paul Rosin. Der KfZ-Meister, bei dem der Enkel in die Lehre zum KfZ-Mechatroniker geht, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung und hat in Oldtimerkreisen den Ruf mit dem nötigen Feingefühl und großen Sachverstand an die motorisierten Schätzchen seiner Kunden heranzugehen. »Wir haben wirklich fast zwei volle Jahre jede freie Minute an dem Mercedes geschraubt. Der Wagen wurde einmal komplett zerlegt und von Grund auf wieder montiert. Die Karosserie wurde restauriert und der Motor überholt. Irgendwann waren dann Lack und Innenraum an der Reihe«, erzählt Liam Rosin von dem gemeinsamen Projekt mit seinem Opa. Er verhehlt auch die kleinen Rückschläge nicht, die ihn manche schlaflose Nacht gekostet haben. So war der größte Feind jeden Oldtimers – der Rost – auch an seinem Wagen reichlich vorhanden. »Teilweise waren das aber sehr versteckte Ecken und immer, wenn wir dachten, jetzt haben wir alles beseitigt, habe ich doch noch irgendwo eine rostige Stelle entdeckt«, so der Azubi im dritten Lehrjahr. 56 Anzeige Das Stadtgespräch

1 Stimmiges Gesamtbild: Auch der Innenraum des Wagens wurde originalgetreu aufgearbeitet. Dem Rost den Garaus gemacht Eigentlich war es Paul Rosin, dem der Benz vor zwei Jahren von einem Kunden angeboten wurde, Enkel Liam bekam das mit und meldete ebenfalls sein Interesse an. »Da habe ich nicht lange überlegt, denn an so einem Fahrzeug kann man das Handwerk wirklich von der Pike auf lernen. Das ist einfach ein tolles Lehr-Objekt«, so Paul Rosin. Für Liam eine interessante Entdeckung: »Es ist faszinierend, dass da kaum Elek tronik drin ist. Das komplizierteste an dem Auto ist wirklich das ABS. Im Gegensatz zu den heutigen Fahrzeugen ist das unglaublich«. Penibel haben Liam und Paul Rosin alle noch so kleinen Rostflecken beseitigt. Wenn es nicht selbst machbar war oder einer der beiden Perfektionisten nicht mit dem Ergebnis der Überarbeitung zufrieden war, wurden einige wenige Ersatzteile gekauft. Schnell kommen die beiden über ihr gemeinsames Projekt ins Schwärmen und erzählen von Baureihen, Typen und Besonderheiten. Sonja Rosin, Liams Mutter, die ebenfalls im Familienbetrieb tätig ist, kennt das schon lange und schmunzelt: »Irgendwie haben wir alle Benzin im Blut.« Unbezahlbare Erfahrung Im schönen Kontrast zum dezenten Weiß des Lacks steht dann bei näherer Betrachtung des Wagens das satte Grün der Polsterausstattung und die braunen Holzarmaturen. Auch das ein großer Unterschied zu den meisten heutigen Fahrzeugen und für sich genommen schon ein absoluter Hingucker. Zusammen mit den vielen Chromdetails ergibt sich ein absolut stimmiges Gesamtbild. Eine einzige Anpassung an den Zeitgeist haben die beiden Vollblut-Schrauber aber doch vorgenommen. So wurde der einst ab Werk recht hochbeinige Benz dezent um einige Zentimeter tiefer gelegt. Das tolle Ergebnis ist auch schon zahlreichen Kunden aufgefallen und so hat Liam bereits einige Kaufanfragen erhalten. »Ich sage dann immer einen astronomisch hohen Preis, denn was in dem Wagen an Arbeitsstunden drin steckt, ist unbezahlbar«, so der 18-Jährige. Unbezahlbar und unverkäuflich ist das Mercedes-Coupé ohnehin– schließlich ist es ein echtes Familienprojekt. Das Stadtgespräch Anzeige 57

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