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Das Stadtgespräch Ausgabe September 2020

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Mein Rheda-Wiedenbrück Das Stadtgespräch 2020

C Corona im Urlaub Wie

C Corona im Urlaub Wie machen’s denn die Nachbarn? Ich erinnere mich manchmal an eine Szene, die vor über zehn Jahren in Irland passiert ist. Wir hatten den fünftausend Jahre alten Grabhügel von Newgrange bei Dublin besichtigt. Bei erwartungsgemäß schlechtem Wetter hatten wir an der letzten Führung des Tages teilgenommen, sodass kaum noch Besucher auf der Anlage waren. Beim Herausgehen haben wir das Tor genommen, dass mit Ausgang gekennzeichnet war. Das Eingangstor, das ein paar Schritte näher zum Parkplatz lag, haben wir nicht genommen, das sollte schließlich der Eingang sein, stand ja davor. Außer uns waren nur eine Handvoll Amerikaner und ein paar Italiener unterwegs. Allesamt gingen durch das Eingangstor zum Parkplatz, weil es schließlich näher war, ein paar Schritte jedenfalls. Die Frage, die ich mir stelle, seit ich reise, »Wie deutsch bin ich eigentlich?«, konnte ich damals eindeutig beantworten: ganz schön deutsch, was das Einhalten von Regeln angeht. Das ist nicht immer gut, wie die Geschichte hinlänglich bewiesen hat. Halte ich mich an die Regeln, die der Staat zum Beispiel aufstellt, oder halte ich mich nur an diejenigen Regeln, die ich unmittelbar einsehe? Was bei ein paar Schritten mehr oder weniger zum Parkplatz unwichtig ist, bekommt in der Corona-Krise eine ganz andere Relevanz. Auch und gerade in den schönsten Wochen des Jahres, denn Corona macht bekanntlich keinen Urlaub. Mit frischen negativen Tests in der Tasche für den Fall, dass uns mit unserem GT-Nummernschild im Ausland so begegnet würde wie bei den Bayern oder den Fischköppen, machten wir uns vor ein paar Wochen auf nach Frankreich, wo wir nicht zum ersten Mal campen. Beim Campen selbst ist es einfach Hygieneregeln zu befolgen – siehe letztes Stadtgespräch. Und das Befolgen dieser Regeln war für uns keine Frage, doch wie machen es die Nachbarn? Mundschutz unterm Kinn Festgestellt haben wir, dass die Regeln in unserem Nachbarland denjenigen bei uns entsprechen. Auch hier geht es um Mindestabstand, Händewaschen, Mund- und Nasenschutz. Auf den Autobahnen in Frankreich weisen die Warntafeln schon auf die besondere Corona-Situation hin. Geschäfte, Unterkünfte und Restaurants haben entsprechende Beschilderung, die gewünschten Abstände werden auf dem Fußboden markiert, ganz wie es sein soll. Das Problem sind aber nicht die Regeln, sondern deren Einhaltung. Und da gibt es deutliche Unterschiede. Ein Restaurant in Andernos, am Becken von Arcachon am Atlantik gelegen, hatte vorbildlich gelöst, dass jeder Gast zwischen zwei Tischen mit jeweils einer Flasche Desinfektionsmittel das Lokal betreten konnte. Zudem wies eine 7 Schnell die Maske wieder weg charmante Kellnerin mit Mundschutz auf die Regelung hin, dass man bitte den Mundschutz auf dem Weg zum Platz tragen möge. Jede Menge Gäste taten daraufhin nur so, als desinfizierten sie sich die Hände. Die allermeisten zogen den Mundschutz ab, sobald sie an der Kellnerin vorbei waren. Die ganz Dreisten mogelten sich hinter dem Rücken der Kellnerin vorbei, was eigentlich schon zu normalen Zeiten in Frankreich nicht geht, denn man wartet, bis man einen Tisch zugewiesen bekommt. Küsschen, Küsschen Noch »lockerer« ging es in Moliets, nicht weit von Biarritz, zu, denn dort liefen zwar die Kellner mit Maske herum, die hatten sie allerdings unter dem Kinn. Das machte es zwar mit der Verständigung einfacher, aber die Viren wurden ebenfalls nicht gehindert. Noch weniger wurden von vielen, vor allem von Teenagern, die Abstandregeln eingehalten. Während die Erwachsenen überwiegend auf die Begrüßung mit Küsschen und Umarmen verzichteten, trafen sich die Teenies rudelweise und die üblichen, eigentlich ja niedlichen, Begrüßungsrituale nahmen Minuten ein, bis auch jeder jeden mit Küsschen-Küsschen begrüßt hatte. Doch damit nicht genug, denn die seit Ewigkeiten beliebten Strandpartys fanden genauso statt wie zu Nicht-Corona-Zeiten. Schließlich sahen sich Urlaubsorte gezwungen, ihre Strände nachts ganz zu sperren. Auch als überall von staatlicher Seite angekündigt war, dass man in Supermärkten und allen anderen Geschäften Maske zu tragen habe, was zuvor nur eine dringende Empfehlung gewesen war, klappte das nur, wenn auch tatsächlich Angestellte vor dem Laden standen und die Leute ansprachen. Bis zu einem Drittel der Leute sah es gar nicht ein, Maske zu tragen. Auch hier taten sich Jugendliche unrühmlich hervor. Allerdings auch die Alten, die ja am meisten gefährdet sind. Der Preis der Lockerheit Der Preis, der in unserem Nachbarland, das bekanntlich nicht zu den Risikoreisländern zählt, ist hoch. Bei rund einem Viertel weniger Einwohnern hat das Land etwa dreimal mehr Todesfälle zu beklagen als Deutschland. Und auch die Nachricht, dass die Belgier gemessen an der Bevölkerung die meisten Corona-Toten hatten, konnte uns nicht verwundern. Denn ebenso wie die Holländer, die wir in Frankreich erlebt haben, kümmert es viele Belgier offenbar nicht besonders, wenn es besondere Regeln gibt. Kolleginnen haben mir erzählt, dass der Strand und die Promenade von Scheveningen mindestens so voll waren wie zu nicht-Corona-Zeiten. Sie, die eigentlich die Lockerheit der Holländer lieben, fanden das eher unverantwortlich. Bei allem, was man bei uns anders, sprich besser, hätte machen können, sind wir doch dadurch, dass die allermeisten von uns die Regeln ernst genommen haben, bisher recht glimpflich durch die Pandemie gekommen. Besser wäre es, wenn es so bleibt und sich viele verantwortlich zeigen. 52 Das Stadtgespräch

T Team Tönnies begrüßt 40 neue Azubis in Rheda-Wiedenbrück Azubis starten in elf verschiedene Ausbildungsberufe Zum Start des neuen Ausbildungslehrjahres mit Start 1. August begrüßten Margit und Clemens Tönnies, sowie der Personalleiter Martin Bocklage gemeinsam mit den Ausbildern insgesamt 39 Auszubildende, die ab sofort am Standort in Rheda-Wiedenbrück beginnen. Ein weiterer Azubi startet am 1. September in das erste Ausbildungslehrjahr. »Wir heißen Euch bei Tönnies herzlich willkommen und wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg für Eure Ausbildung. Bringt Euch mit Engagement und eigenen Ideen ein und entdeckt eure Stärken. Lasst uns gemeinsam Verantwortung für qualitative hochwertige Lebensmittel übernehmen«, begrüßte Clemens Tönnies die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. »Ihr seid ein wichtiger Teil im Team Tönnies. Mit euch gestalten wir die Zukunft. Seid neugierig, stellt Fragen und helft einander«, gab Martin Bocklage den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit auf den Weg. Die 40 Azubis werden in den nächsten zweieinhalb bis drei Jahren Berufe in elf verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet. Die größte Gruppe stellen die Industriekaufleute dar (15), danach die Fachkräfte für Industriemechatronik (4), Lagerlogistik (4), Fachinformatik (3), Elektrik (3), Lebensmitteltechnik (3), Mechatronik (2) sowie Berufskraftfahrer (2), Speditionskaufleute (2), KfZMechatroniker (1) und Einzelhandelskaufleute (1). Bereits in den vergangenen Tagen haben sich die neuen Azubis im Testcenter des Betriebs einem Corona-Test unterzogen. Mit dem negativen Ergebnis konnten am Montag schließlich alle in ihren ersten Arbeitstag starten. Nach der Begrüßung gab es ein erstes Kennenlernen untereinander, die erste verpflichtende Schulungsmaßnahme sowie ein gemeinsames Mittagessen. Mehr Informationen zu den verschiedenen Ausbildungsberufen bei Tönnies: https://www.karriere-bei-toennies.de/berufseinstieg/ HANDMADE IN RHEDA GELÄNDER ÜBERDACHUNGEN BALKONE Komplettservice: vom Aufmaß bis zur Montage PROTTE & KELLNER Heinrich-Heineke Str. 5 • Rheda-Wiedenbrück Tel.:4082990• Fax.: 4 082998 Das Stadtgespräch Anzeige 53

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