Aufrufe
vor 10 Monaten

Das Stadtgespräch Ausgabe September 2020

  • Text
  • Eigentlich
  • Deutlich
  • Haus
  • Zudem
  • Rheda
  • September
  • Theo
  • Stadt
  • Ebenfalls
  • Menschen
Mein Rheda-Wiedenbrück Das Stadtgespräch 2020

H Herausforderungen mit

H Herausforderungen mit großem Erfolg gemeistert Sankt Vinzenz Hospital stemmt Covid-19-Pandemie Es ist beeindruckend, mit welcher Bravour das Sankt Vinzenz Hospital den Covid-19-Ausbruch im Kreis Gütersloh bzw. bei der Firma Tönnies meisterte. »Es wurde in dieser Zeit sehr deutlich, welch hohe Bedeutung – und mit Verlaub – auch Kompetenz unser kleines Haus am Stadtrand von Rheda-Wiedenbrück hat«, freut sich Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen. Zu ihr gehören auch das Franziskus Hospital Bielefeld und das Mathilden Hospital Herford. Die Bertelsmann Stiftung sah das ja vor einem Jahr noch ganz anders. Sie will das dänische Modell mit sehr großen und zentralen Superkliniken in Deutschland implementieren. Bei der Umsetzung dieses Konzepts hätte das Sankt Vinzenz Hospital keine Zukunft mehr. Die couragierte und besonnene sowie zudem sehr erfolgreiche Versorgung der Covid-19-Patienten aus dem bis heute weltweit größten bekannten Pandemie-Ausbruch in einem Betrieb – laut Angabe des Kreisgesundheitsamtes – macht aber deutlich, dass das Sankt Vinzenz Hospital für die Bürger ihrer Stadt Rheda-Wiedenbrück unverzichtbar iSankt Und darüber hinaus war zu keinem Zeitpunkt die Versorgung der anderen Patienten beeinträchtigt. »Wir sind dankbar, dass alles gut geklappt hat, dank tollem Engagement der Mitarbeiter und ausreichender Ressourcen«, blicken die beiden Chefärzte der Inneren, der Ärztliche Direktor Dr. Rainer Schnippe und Dr. Daniel Winter sowie der Pflegedienstleiter Siegmund Neu zurück. Die für den örtlichen Pflegedienst verantwortliche Sonya Querhani war leider verhindert. Kein Krankenhaus weit und breit habe so viele Fälle gehabt wie das hiesige Hospital, fügen die vier Gesprächsteilnehmer noch an. Zwischenzeitlich sind alle der zuletzt 22 Patienten aus dem Hause Tönnies entlassen – darunter auch die drei Schwerstkranken, die lange beatmet werden mussten. 1 (V. l.) Geschäftsführer Dr. Georg Rüter, Pflegedienstleiter Siegmund Neu und die Chefärzte der Inneren, der Ärztliche Direktor Dr. Rainer Schnippe und Dr. Daniel Winter Die FAZ am Sonntag ebenso wie das WDR-Fernsehen berichteten direkt aus dem Sankt Vinzenz Hospital. Kein Wunder, dass sich der Geschäftsführer mit seinem gesamten Team über die starke Zwischenbilanz freuen. Das Hospital kann sie voller Überzeugung nach dem weitest gehenden Abklingen des Covid-19-Ausbruchs im Kreis Gütersloh ziehen. Nach 250 Neuerkrankungen bei der 7-Tages-Inzidenz zum Höhepunkt der von Werkvertragsarbeitern von Westfleisch durch Kontakt zu Kollegen aus der Dopppelstadt übertragenen Covid-19-Pandemie im Kreis Gütersloh sank diese Zahl bis Ende Juli auf 8 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Sie lag zeitweise sogar unter der von Bielefeld (10/100.000). Es ist zu hoffen, dass die Botschaft aus Rheda-Wiedenbrück beim Sitz der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh Gehör findet, diese zur Revidierung ihrer Krankenhauspläne veranlasst. Details Seit Beginn der Covid-19-Pandemie im März dieses Jahres behandelte das Sankt Vinzenz Hospital insgesamt 31 Patienten stationär. Bis zum Ausbruch bei Tönnies versorgte es lediglich 8, fast ausschließlich relativ leicht betroffene Fälle. Nach dem Ausbruch (in der Summe ca. 2.000 Neuinfekti- 28 Das Stadtgespräch

onen!) kamen innerhalb weniger Tage 23 weitere und auffallend schwerer betroffene Patienten hinzu – sowohl die Isolierstation als auch die in den Räumen der Station Drei untergebrachte Corona-Intensivstation hatten zeitweise keinen freien Platz mehr«, berichtet Dr. Rainer Schnippe. »Es handelte sich überwiegend um nicht oder bis dahin allenfalls leicht Vorerkrankte, aus Rumänien und Polen stammende Patientinnen und Patienten im Alter von 35 bis 61 Jahren. Fast alle wiesen die typischen Lungeninfiltrate auf und waren zwischenzeitlich sauerstoffpflichtig. Von den sechs intensivmedizinisch zu behandelnden Patienten mussten drei – alle männlich – kurzfristig intubiert und beatmet werden, ergänzte Dr. Daniel Winter. Inzwischen sind auch diese drei Patienten wieder extubiert und bereits entlassen – einer von ihnen mit einem Heim-Beatmungsgerät. Die Situation eines 35-jährigen Patienten ohne Vorerkrankungen verschlechterte sich so rapide, dass das Vinzenz ihn noch innerhalb von 24 Stunden nach der stationären Aufnahme in die Uniklinik Münster verlegte. Er kam nach drei Tagen zurück und wurde ebenfalls geheilt entlassen. Eine besondere Herausforderung stellte die sprachliche Kommunikation mit den de facto nicht Deutsch sprechenden Patienten dar. Bei der Überwindung dieser Sprachbarriere brachten sich die aus Rumänien und Polen stammenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbstlos ein, die geduldig Dolmetscherdienste geleistet haben. Die Patienten registrierten diese Hilfe sehr dankbar, berichteten die Teilnehmer des Gesprächs übereinstimmend. In der Folge des Corona-Ausbruchs ist sowohl im Sankt Vinzenz Hospital wie auch in den anderen Krankenhäusern des Kreises bislang kein Patient an Covid 19 verstorben. »Das war auch im Vergleich mit den Zahlen der gerade von der AOK vorgelegten statistischen Auswertung von 10.000 stationär behandelten Covid-19-Patienten auch für die Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen keineswegs als selbstverständlich zu erwarten«, unterstreicht Dr. Rainer Schnippe. Resümee »Insgesamt war das Ausbruchsmanagement hier vor Ort ein schönes Beispiel für ein engagiertes Zusammenwirken von Pflege, Ärzten und den Mitarbeitern der hervorragend ausgestatteten Medizin-Technik«, so der Geschäftsführer, die beiden Chefärzte und die Pflegedienstleitung. Es standen zu jeder Zeit genügend Hygiene-Ausstattungen, wie Mund- Nasen-Schutz, Schutzanzüge etc. zur Verfügung. Bewährt hat sich bei der Versorgung der Covid-19-Patienten zudem das »generalistische« Konzept der Inneren: Es hat (im Gegensatz zum Spezialistentum) immer den Patienten in seiner Gesamtheit im Blick. Das hat gerade bei Covid-19-Patienten Bedeutung. Der Virus kann neben Atemwege und Lunge ebenso Herz und Niere angreifen, einen Schlaganfall hervorrufen. Die erfolgreiche Behandlung der Covid-19-Patienten wurde sicherlich auch durch die Erfahrungen des Sankt Vinzenz Hospitals bei der Hygiene (z.B. Aktion »Saubere Hände«) begünstigt: Es toppt die Hygiene-Kriterien des Robert-Koch-Instituts um mehr als 10 Prozent. Dieses belohnte die Hygiene-Arbeit des Vinzenz mit dem Goldsiegel. Ebenfalls der »Hygiene-Papst« Prof. Dr. Dr. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni Bonn lobt das Hygiene-Konzept des Vinzenz als vorbildlich. Er berichtete darüber im vergangenen Jahr in einem ARD-Beitrag. »Sehr beruhigend ist auch die Erfahrung, dass sich am Ende niemand der rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert hat«, freuen sich die Vier. Offensichtlich hat sich die konsequente Anwendung des umsichtigen Schutzkonzepts des Vinzenz bewährt. Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass in einem Krankenhaus die wohl geringste Gefahr besteht, sich mit dem Covid-19-Virus zu infizieren, denn nirgendwo sonst werden die Regeln so streng eingehalten und überwacht. Raimund Kemper Growi® Doppelstab: ein echter Allrounder! PIUS-APOTHEKE Stromberger Straße 10 Rheda-Wiedenbrück Tel.: 05242 - 3 44 33 SONNEN-APOTHEKE Hauptstraße 17 Rheda-Wiedenbrück Tel.: 05242 - 406 89 01 Nur gegen Vorlage dieses Gutscheins Besuchen Sie unsere Outdoor-Ausstellung: Wortstraße 34-36 in Rietberg-Varensell Öffnungszeiten: Mo. – Fr.: 8 – 17 Uhr Sa.: 8 – 12 Uhr 15 % RABATT GUTSCHEIN Folgen Sie uns: facebook.de/growizaun AUF EINEN ARTIKEL IHRER WAHL Pro Kunde nur ein Gutschein einlösbar. Nicht mit anderen Rabattaktionen kombinierbar. Ausgenommen Aktionsware, Bestellungen, bereits reduzierte und rezeptpichtige Artikel und Bücher. Das Stadtgespräch 29

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz