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Das Stadtgespräch Ausgabe Oktober 2020

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Mein Rheda-Wiedenbrück Das Stadtgespräch Stadtmagazin für Rheda-Wiedenbrück Oktober 2020 www.mein-rhwd.de

Buchtis Bei den

Buchtis Bei den Buchtipps dieser Ausgabe ist bestimmt für viele etwas dabei, stellen wir doch Spannendes, Nachdenkliches und etwas Historisches fürs Herz vor. Steffen Jacobsen »Sühne« Schon längst verwundert es nicht mehr, dass die friedliebenden, emotional oftmals eher unterkühlten Skandinavier Krimis verfassen, die in Abgründe blicken lassen. Die Bücher von Steffen Jacobsen sind da keine Ausnahme, vor allem sein letzter auf Deutsch erschienener Krimi »Sühne«. Der verheiratete Vater von fünf Kindern ist eigentlich Chirurg, was auch bei seinen Krimis durchaus durchscheint. Also ich wüsste zum Beispiel nicht, wie man eine Lungen-Drainage improvisieren könnte, aber wir wollen nicht zu viel verraten, und außerdem könnte ich diese Operation schon im OP nicht durchführen. »Sühne« ist fünfte Band in der Reihe um die Polizistin Lene Jansen und den Privatermittler Michael Sander, mit dem sie verheiratet ist und eine Tochter hat. In dem neuen Fall geht es darum, dass der millionenschwere Pharma-Unternehmer Frank Linden seine letzten Tage kommen sieht. Er ist unheilbar krank und weiß darum. Um sein Gewissen zu erleichtern, beschließt er, eine umfassende Lebensbeichte abzulegen. Also engagiert er den Journalisten Simon Hallberg, der als sein Ghostwriter fungieren soll. Hallberg sieht die Chance zur Riesenstory und nimmt den Job an. Allerdings ist das mit der Lebensbeichte so eine Sache, denn Linden belastet sich mit seinen Enthüllungen keineswegs nur selbst, sondern viele mächtige und vor allem reiche Menschen, die sich nicht nur verraten fühlen, sondern befürchten müssen, dass sie ihren guten Ruf und vor allem ihr Geld und sogar ihre Freiheit verlieren werden. Da Geld bei denen keine Rolle spielt, wird die beste Auftragskillerin bestellt, um das Problem zu beseitigen. Sie ermordet sowohl den Unternehmer als auch seinen Ghostwriter. Nur das brisante Material, das den Besitzer gewechselt hat, ist zunächst für niemanden aufzufinden. Hier nun kommt die Polizei ins Spiel, die die Ermittlungen zu den Morden in Kopenhagen aufnimmt. Doch auch Michael Sander wird in den Fall verwickelt, denn es gibt offenbar Leute aus seiner Vergangenheit, die in irgendeiner Weise mit der Sache zu tun haben. Und auf einmal spielen Ereignisse, die vor Jahren in Afghanistan oder dem Horn von Afrika stattgefunden haben, wieder eine entscheidende Rolle. Und natürlich geht es dabei um viel Geld, um Leben und Tod, aber auch um alte Verpflichtungen, Loyalität, Liebe und um Freundschaft. Erschienen ist der Thriller als Paperback bei Heyne, 416 Seiten, 15 Euro. Thomas Käsbohrer »Auf dem Meer zu Hause« Immer wenn ich Bücher oder auch nur Artikel über Leute lese, die in ihrem Leben nichts anderes zu tun scheinen als zu reisen, frage ich mich: Wie machen die das bloß? Bei Thomas Käsbohrer ist allerdings das klar, denn er war viele Jahre als Verleger tätig, ehe er nach dem Ende seiner beruflichen Karriere beschloss, auszusteigen und seinen Traum zu verwirklichen. Seither segelt er auf seinem Schiff »Levje« kreuz und quer über die Meere. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften, unter anderem für die »YACHT«, und sein Blog »Mare Più« gehört zu den meistgelesenen in der Segelszene. Wenn er nicht auf seinem Boot unterwegs ist, lebt er mit seiner Frau in Iffeldorf südlich des Starnberger Sees. Umgeben von Wellen, Wind und der Weite des Meeres fühlt sich Thomas Käsbohrer ganz zu Hause, hier ist er angekommen. Jedes Jahr ist er für mehrere Monate auf seinem Boot »Levje« auf dem Meer unterwegs. Dabei trotzt er der Unberechenbarkeit des Wetters, genießt die Ruhe und die Einsamkeit und lässt sich faszinieren von den Geschichten der Länder, die er ansteuert. Der Skipper nimmt auch uns Landratten mit auf seine Reise entlang der europäischen Küsten und weckt die Sehnsucht nach dem großen Abenteuer Meer. In »Auf dem Meer zu Hause« beginnt die Reise, die er allein antritt, in Sizilien und führt über die Balearen, rund um die Iberische Halbinsel bis an die nördliche Atlantikküste Frankreichs und schließlich nach England. Auch wenn die Reiseziele für viele von uns nicht gerade exotisch sind, ist der Bericht dennoch interessant, erzählt Thomas Käsbohrer doch von seinen außergewöhnlichen Erlebnissen auf See, inspirierenden Begegnungen mit den Menschen an Land und schließlich der Ankunft bei sich selbst. Erschienen als Paperback bei Penguin, 460 Seiten, 15 Euro. Kate O’Hara »Die Caldwell-Saga« Kann ein Buch etwas fürs Herz sein und trotzdem nicht leicht vorhersehbar? Das kann auf jeden Fall bejaht werden, wenn der Autor oder wie in diesem Fall die Autorin weiß, was sie tut. Und dann spielt auch die Länge des Buches eine Rolle. Wenn auf 200 Seiten alles erzählt sein muss, dann wird es natürlich knapp. Anders sieht es aus, wenn schon die ersten beiden Romane der Saga umfänglich sind. Genauer gesagt sind es einmal 412 Seiten bei »Stadt der Träume« und bei »Tal der Illusionen«, dem zweiten Band, dann satte 495 Seiten. Kate O‘Hara ist aufgewachsen in Deutschland, studierte Germanistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Nach dem Studium war sie als freie Journalistin für den Rundfunk sowie für Tageszeitungen und Zeitschriften tätig. Sie veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten und Reportagen als Reiseschriftstellerin und wanderte in den 90er Jahren in die USA aus, wo sie heiratete und die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Sie arbeitete viele Jahre als Musik- und Reisejournalistin für Printmedien und den Rundfunk, bevor sie sich dem historischen Roman widmete. Dass sie dabei akribisch recherchiert zeigt sich allein schon darin, wie sie den Umgang mit der spanischen Grippe schildert. Das liest sich beinahe wie der Umgang mit Corona, aber davon konnte die Autorin zur Drucklegung im Ja- q 42 Das Stadtgespräch

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Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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