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Das Stadtgespräch Ausgabe März 2021

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Das Stadtgespräch auf Mein Rheda-Wiedenbrück mit der März Ausgabe 2021

D letzten

D letzten Das »grünste Gewerbegebiet Deutschlands« kann nicht versöhnen Frust über Salamipolitik am Kiefernweg 1 Die Anwohner bekommen für die grünste Idylle am Kiefernweg das grünste Gewerbegebiet Deutschlands. »Die Aktivierung der ›Flächen am Kiefernweg für ein neues Gewerbegebiet‹ ist einer Flächeninanspruchnahme in der freien unzersiedelten Landschaft vorzuziehen. Es handelt sich hier um eine Arrondierung des bestehenden Gewerbestandortes am Siedlungsrand des Stadtteils Rheda, der aufgrund der umliegenden Verkehrswege keinen unmittelbaren Bezug zur freien Landschaft hat«, schrieb der Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung in der Sitzungsvorlage für den Rat und den Ausschuss für Bauen und Stadtplanung. Das stimmt nur vordergründig: Es fehlt bei der im hohen Haus von Rheda-Wiedenbrück getroffenen Würdigung der Standorteignung die historische Dimension. Darauf aber haben zahlreiche Anwohner in ihren Stellungnahmen zu dem Bebauungsplan 400 »Gewerbegebiet Kiefernweg« hingewiesen. Unter der Einwendung Nr. 7 heißt es z. B. sinngemäß: »Das gesamte Gebiet im Rhedaer Osten ist in den Jahrzehnten erheblichen Änderungen unterworfen worden. Auf den historisch rein landwirtschaftlichen Flächen wurde Schritt für Schritt Wohnbebauung zugelassen (Freiherr-vom Stein-Allee, In der Schiffheide, Lindenstraße). Es zogen mehr und mehr Menschen in diesen Bereich. Seit Anfang der 1980er Jahre wurde hier zudem die Entwicklung der Fa. Firma Prophete genehmigt, ein Logistikunternehmen entstand am Holunderweg und mit dem A2-Forum wurde ein extrem hoher Baukörper unmittelbar neben dem Wohngebiet errichtet, obwohl, wie ich von älteren Rheda-Wiedenbrückern erfahren habe, auf den Äckern des A2-Forums als Ausgleich für die Infrastrukturprojekte ein Wald aufgeforstet werden sollte. Zu diesen Projekten gehörten: Die Erweiterung der A2, der Bau des Autobahnkreuzes und der Umgehungsstraße. Den in der Umgebung lebenden Menschen bescherten diese Maßnahmen Lärm, zusätzlichen Verkehr, erdrückende Wände. Und ebenfalls das Gewerbegebiet am Kiefernweg stand schon länger auf der Agenda, einschließlich des dort vorhandenen Waldes. Die Abholzung des Waldes konnten die Anwohner verhindern. Eine 2018 vollzogene Rodung von Bäumen, Obstbäumen und Büschen links und rechts des Kiefernweges aber nicht. Ihr kleines Wohnparadies hatte die Stadt zerstört. Mit dem vor dem Gehölz liegenden Gewerbegebiet fanden sich die Menschen nach heftigen Protesten letztendlich ab. Die von ihnen gegründete Bürgerinitiative »Mit der Natur wohnen«, setzte darauf, zumindest möglichst viele Verbesserungen für die in der Nachbarschaft dieses Bereichs wohnenden Menschen zu erreichen. Die Zeit des Kampfes um die Mandate der Kommunalwahl am 13. September 2020 war dafür günstig. Der Stadtrat hielt das Bebauungsplanverfahren an. Die Stadtverwaltung besserte nach. Manche Forderung der Anwohner wurde erfüllt, vieles nicht. Der Frust über die Argumentation der Stadt dürfte aber noch bei zahlreichen Menschen andauern: Dass eben ja eh’ alles schon »immer« Gewerbegebiet und der ganze Bereich von Autobahn, Umgehungsstraße und anderen wichtigen Verkehrswegen »umzingelt« war. Wohl wissend, dass Rat und Verwaltung diesen Zustand zu einem großen Teil »salamiweise« nach und nach selber mitgeschaffen haben. Selbst der durch die Abholzung geschaffene tristere Anblick am Kiefernweg ist den meisten Menschen dort lieber als das nun zur Umsetzung anstehende »grünste Gewerbegebiet Deutschlands«, wie es der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer nennt. Natürlich wird das Gewerbegebiet gebraucht. Rheda-Wiedenbrück verfügt kaum noch über freie Gewerbeflächen. Es macht aber deutlich, dass es Rheda-Wiedenbrück nicht gelungen ist, eine konzentrierte Gewerbeansiedlung zu entwickeln, Ihr Fachbetrieb für Fenster und Haustüren Fenster & Haustüren für Neu- / Altbauten NEU: ift-zertifizierte Montage Sicherheit Nach- und Umrüstung Rollläden | Wartung | Reparatur Insektenschutz aus eigener Herstellung Keller Neubau An- & Umbau Industriebau Renovierungsarbeiten ZERTIFIZIERT Wir sind Mitglied im Netzwerk »Zuhause sicher«. Erd- & Entwässerungsarbeiten Am Woestekamp 6 · Rheda-Wiedenbrück · 0 52 42 / 4 66 12 · www.fechtelkord-fenstertechnik.de 18 Das Stadtgespräch

wie beispielsweise in Herzebrock, Langenberg oder Rietberg. In alle Himmelsrichtungen wird munter geplant. Und im Zweifel stehen zudem die Interessen der Menschen hintenan, wie eben am Kiefernweg. Wie warnte doch eindringlich Fürstin Sissi auf einer Versammlung bei Kleineaschof, als sich noch nicht die AUREA, sondern das Vorgängerprojekt »Mülldeponie« im Planungsstadium befand: Hier werde die letzte grüne Stadteinfahrt nach Rheda-Wiedenbrück zerstört. Ihre Mahnung blieb ungehört. Seitdem sind die Skrupel, alte Kulturlandschaft nicht zu versiegeln, längst verschwunden. Aus dem hohen Haus in Rheda-Wiedenbrück hörte man schon wiederholt die Idee, das in die unberührte Landschaft gestellte Gewerbegebiet noch zu vergrößern. Das sagte der Rat Peter Woste (CDU): »Die Verwaltung hat nachgebessert. Die Gewerbetreibenden stehen in den Startlöchern. Wir entscheiden wer dahin kommt. Es wurde viel gegen das Gewerbegebiet gesprochen. Doch »Wasch mich und mach mich nicht nass« geht nicht«. Patrick Büker (FDP): »Wir stimmen zu. Gerade schon in Rheda-Wiedenbrück tätige Unternehmen warten auf das Gewerbegebiet«. Dr. Andreas Gernhold (move): »Die Verwaltung hat den Bebauungsplan ökologisch optimiert. Das Gebiet muss bezahlbar sein. Es muss jetzt vorangehen«. Uwe Henkenjohann (CDU): »Unter den Bewerbern habe ich nur einen wirklich neuen, innovativen Betrieb gefunden. Alle anderen Firmen sind Verlagerungen.« Peter Rentrup (Bündnisgrüne): Der Klimaschutz müsste ein deutlich größeres Gewicht haben. Der Vorsitzende von »Mit Natur wohnen«, Günter Arlt (FWG) kritisierte: Das Gewerbegebiet reiche zu nah an den Waldrand. Die zulässige Hallenlänge bleibe über 50 Meter, die zulässige Gebäudehöhe von ursprünglich 15 Meter sei nur geringfügig auf 8 bis maximal 1 Tabula rasa nach der städtischen Abholzaktion 12 Meter herabgesetzt, die geforderte Abbiegespur an der Holunderstraße/Kiefernweg und die ebenfalls gewünschte Haltestelle am Kiefernweg seien in die Planung nicht aufgenommen worden. Marco Sänger (SPD): »Wir stimmen nicht zu. Den Belangen der dort lebenden Einwohner wurde nicht nachgekommen«. Bei acht Enthaltungen und Gegenstimmen von Bündnisgrünen, SPD und FWG wurde der Bebauungsplan im Ausschuss für Bauen und Stadtplanung mehrheitlich angenommen. Entsprechend ging der Bebauungsplan »Gewerbegebiet Kiefernweg« natürlich ebenfalls im Rat durch. Raimund Kemper AUTOHAUS | KFZ-MEISTERBETRIEB | PKW & LKW Immer günstige EU-Neuwagen aller Fabrikate. Erfüllen Sie sich jetzt Ihren Autowunsch, schnell, einfach und bequem! www.auto-beuthner.de SERVICE • TÜV*/AU *durchgeführt durch TÜV oder DEKRA ÖLWECHSEL Für alle PKWs, 4 Zylinder. 105,– • Inkl. Motoröl synthetisch, 5W30 bis 4 l • Inkl. Ölfilter • Inkl. aller Arbeiten 55,– Auto- Beuthner INHABER MICHAEL BUSCHMEIER E.K. Werkstattservice für alle Fabrikate! Benzstraße 10 Rheda-Wiedenbrück Tel.: 05242 / 49091 Fax 05242 / 49090 www.auto-beuthner.de Das Stadtgespräch 19

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