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Das Stadtgespräch Ausgabe Juli 2020

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Das Stadtgespräch und Mein Rheda-Wiedenbrück Juli 2020

1 Abstand halten und

1 Abstand halten und Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht Foto: Mario Wille S Schülerboom an der Gesamtschule Schulausschuss erfreut über Trendwende (Kem) Mussten die Mitglieder im Schulausschuss des Rates im letzten Schuljahr noch enttäuscht einen Einbruch der Anmeldungen an der Städtischen Gesamtschule zur Kenntnis nehmen, durften diese sich heuer über eine starke Wende zum Guten freuen: Die beiden Gesamtschul-Standorte in Rheda und Wiedenbrück registrierten für das kommende Schuljahr einen Anmelde-Zuwachs von insgesamt mehr als 40 % – in absoluten Zahlen von 130 auf 184. Der christdemokratische Schulsprecher Michael Pfläging verband mit dieser Nachricht die Hoffnung, dass sich diese Situation stabilisiert. Auch der bündnisgrüne Schulausschussvorsitzende Volker Brüggenjürgen äußerte sich froh über diese deutliche Trendwende. Dominik Heikel, kommissarischer Leiter der Gesamtschule nutzte den Tagesordnungspunkt zu einem Dank an alle, die an diesem Ergebnis mitgewirkt haben. Profil Offensichtlich ist es der Schule in den sechs Jahren ihres Bestehens gelungen ein Profil zu entwickeln, das allgemeine Anerkennung findet. Sie zeichnet sich durch ihre Heterogenität aus, nimmt alle Schülerinnen und Schüler auf und führt sie zu einem erfolgreichen Bildungsabschluss. Auf dem Weg dahin liegt ihr Augenmerk auf der individuellen Förderung der Stärken. Eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften in den Jahrgangsstufen 7–10 knüpfen an die Profile der Erprobungsstufe an und vertiefen die dort vermittelten Basiskompetenzen. Derzeit besuchen rund 800 Schüler den Standort Rheda und 500 den Standort Wiedenbrück. Die Räume sind digital identisch und vorbildlich ausgestattet mit White Boards, Beamer und Dokumentenkamera. Hauptlebensader am Standort Rheda ist die Schulstraße mit Rückzugsorten für die Schüler. Die Bibliothek besteht aus kleinen Lesehäusern. In 5 Die Schülerinnen und Schüler vom Institut Pedralbes aus Barcelona und der Gesamtschule verstanden sich auf Anhieb. 54 Das Stadtgespräch

der Mensa an der Fürst-Bentheim-Straße finden zum Essen 500 Mädchen und Jungen Platz, bei Veranstaltungen 600 Schülerinnen und Schüler. 87 Jugendliche wechselten in diesem Schuljahr in die Oberstufe, über 100 werden es im kommenden Schuljahr sein. Insgesamt 119 Lehrer bilden das wachsende Kollegium. Sie treffen sich im Begegnungsraum, der so genannten »Lehrer-Lounge«. Die ersten Tage nach dem Lockdown Vom Start weg in den neuen Schulalltag nach dem Lockdown funktioniert der Schulbetrieb überaus gut. Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich absolut vorbildlich. Johanna Kern, eine der Gesamtschullehrerinnen, erfuhr bei einer Befragung der 10. Klasse, dass sie sich über die Rückkehr von ein bisschen Normalität freuen. Klar, man müsse auf die Hygieneregeln achten, könne sich jetzt nicht umarmen, müsse etwas voneinander weg sitzen oder stehen, einfach den Mindestabstand halten. Aber man habe jetzt mehr Kontakt mit den Freunden, könne mit den Lehrern wieder persönlich über die Aufgaben reden und sei überhaupt organisierter, als wenn man alleine zuhause sitze und arbeite. Allgemein fand man den Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern im »Home-Schooling« sehr gut. Klar, die einen waren mehr für die Schülerinnen und Schüler da als die anderen. Alle Lehrkräfte hätten sich Zeit genommen über IServ Aufgaben zur Verfügung zu stellen und jedem Schüler und jeder Schülerin entsprechend die Aufgaben geschickt und auch geantwortet. Gewohnter Schulalltag Dieser scheint gefühlt eine Ewigkeit zurückzuliegen. Und wann er zurückkehrt, ist noch ungewiss. Aber in der Erinnerung ist er lebendig. So beispielsweise gerade die emotionalen Highlights, wozu u. a. der Besuch beim Liceo Darwin im italienischen Rivoli gehört. Alle italienischen Austauschteilnehmer waren schnell eng miteinander befreundet, so dass die Gäste von der Gesamtschule schnell dazu gehörten und neue Freundschaften mit ihnen schließen konnten. Nach der Rückreise postete ein italienischer Mitschüler mehrere Gruppenfotos mit den Bildzeilen: »Danke für die fantastische Woche. Ihr fehlt uns wie verrückt«. Noch in den Sternen steht Covid-19-bedingt der geplante Gegenbesuch bei der neuen Partnerschule in Spanien, dem »Institut Pedralbes« in Barcelona. Dominik Heikel und die Koordinatorin für internationale Kontakte an der Gesamtschule, Nicole Wasner, freuten sich, dass beim Besuch der spanischen Gäste in Rheda-Wiedenbrück die Verständigung auf Anhieb klappte. »Es wäre so schade, wenn der Gegenbesuch in Barcelona nicht klappen würde«, so eine teilnehmende Schülerin. Bei den Profilmitmachtagen Anfang des Jahres erhielten die Viertklässler aus Rheda-Wiedenbrück einen Einblick in das pädagogische Angebot für die 5. und 6. Jahrgänge, beispielsweise MINT, Sport & Ernährung, Musik & Band. Die Grundschüler entwarfen und erarbeiteten u. a. Schlüsselanhänger aus Holz, probierten neue Trendsportarten aus, gründeten eine kleine Band und musizierten gemeinsam mit den Lehrpersonen. An Fahrt aufgenommen hat das Projekt »Schulbibliothek«: Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist das Lesen eine Basiskompetenz, über die alle verfügen müssen, so der kommissarische Schulleiter Dominik Heikel. An beiden Standorten wurden unter Leitung der zuständigen Lehrkräfte, Maria Hofemeister (Wiedenbrück) und Michael May (Rheda), »Bücherei-AGs« eingerichtet. Dank einer großzügigen Spende der Kreissparkassen-Stiftung konnte ein Hard- und Softwaresystem für die Katalogisierung der Bücher sowie für das Ausleihsystem angeschafft und der Medienbestand aufgestockt werden. Weitere Informationen unter www.gesamtschule-rh-wd.de. Das Stadtgespräch 1 Die Wenneberschule freut sich über den Zuspruch der Eltern und Kinder. Das Foto entstand nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid. T »Totgesagte leben länger« Wenneberschule freut sich über mehr Lernanfänger Der Schulausschuss beim Rat von Rheda-Wiedenbrück erfuhr beim Bericht des städtischen Schulamts über die Bildung von Eingangsklassen für die Lernanfänger 2020/21, dass gegenüber den 27 Anmeldungen für das laufende Schuljahr nunmehr 36 i-Dötze die Schulstühle in der Wenneberschule drücken werden. Die Anzahl reicht für die Bildung von zwei 18er Klassen. Damit bleibt nur noch der zweite Jahrgang einzügig. Die Leiterin des Grundschulverbundes Andreas Wenneber, Erika Langer, sagte uns: »Wir sind ganz stolz, dass sich das so gut entwickelt hat«. Auch die Andreasschule kann einen Zugang verbuchen. Sie startet nach den Sommerferien mit zwei 27er Klassen in das erste Schuljahr. Für das seinerzeitige Leitungsteam der Bürgerinitiative zum Erhalt der Wenneberschule, Christian Schmelz und Hartmut Henke, ist die steigende Zahl der Anmeldungen der schönste Lohn für das »große Stück Arbeit«, das sie gemeinsam mit einer großen Zahl von Unterstützern im Zusammenhang mit der Organisation des sehr erfolgreichen Bürgerbegehrens und des anschließenden Bürgerentscheids für den Erhalt der Wenneberschule »bis an die Grenze der Belastbarkeit« auf sich genommen hatten. 82,2 % (13.711 Stimmberechtigte) stimmten gegen das von einer Ratsmehrheit und der Stadtverwaltung. Sie beschlossen das Ende der Schule. Und natürlich ist die erhöhte Zahl der neuen »Wenneberen« zugleich eine Anerkennung der pädagogischen und integrativen Arbeit der Lehrkräfte sowie der Offenen Ganztagsschule. Nicht zuletzt aber ist die steigende Zahl der Anmeldungen aber auch eine Genugtuung: Der Schulausschussvorsitzende Volker Brüggenjürgen gab nach der Auszählung des Bürgerentscheids skeptisch zu bedenken, dass man nun gucken müsse, wie lange das mit Blick auf die Schülerzahlen funktioniere. Die nun vorliegenden Anmeldezahlen sprechen für sich. Sie zeigen, dass die Wenneberschule sich einer deutlichen Akzeptanz bei den Eltern und Kindern erfreuen kann. Es funktioniert. Raimund Kemper 55

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