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Das Stadtgespräch Ausgabe Januar 2021

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Das Stadtgespräch und Mein Rheda-Wiedenbrück präsentieren die erste Ausgabe des Stadtmagazins für Rheda-Wiedenbrück 2021.

D Ibn Battuta 1

D Ibn Battuta 1 Jahrhundertelang einziges Transportmittel durch die Wüste Der Mann, der bis ans Ende der Welt reiste (1) Als Kind war für mich jede Stunde, die ich nicht draußen verbringen konnte, verlorene Zeit. Wenn wir nicht durch den Hambusch gestöbert sind oder eine Radtour nach Stromberg gemacht haben, dann haben wir Fußball gespielt. Nein, falsch, wir haben gepölt, denn Fußballspielen klingt so nach Verein, nach Taktik und sinnvollem Training. Freiwillig aufgehört zu pölen haben wir nur dann, wenn es so dunkel wurde, dass man den Ball nicht mehr erahnen konnte, oder weil uns die Eltern hereingerufen haben. Entsprechend war lesen nicht so angesagt. Oder besser gesagt, ich habe lediglich die dicken Fußballjahrbücher gelesen, sogar studiert. Und das einzige Werk, das mich interessiert hat und nicht mit Fußball zu tun hatte, war das Buch der Großen Entdecker, ein reich bebilderter Foliant, der die wichtigsten Reisenden aller Zeiten vorstellte. So lernte ich auch Vasco da Gama, Marco Polo und viele andere mehr kennen. Doch einer fehlte in meinem Buch der Sehnsucht nach fernen Ländern. Sein Name war Scheich Abu Abdallah Mohammed bin Abdallah bin Mohammed bin Ibrahim al-Lawati. Bekannt wurde er – zumindest in der arabischen Welt – schlicht als Ibn Battuta. Ein Jahr nach dem Tod Marco Polos machte sich der damals 21-Jährige im Jahr 1325 auf eine Reise buchstäblich von einem Ende der bekannten Welt bis zum nächsten. Heutige Experten berechneten einen Reiseweg von insgesamt 120.000 38 Das Stadtgespräch

Kilometern. Ähnlich wie Marco Polo, der Kaufmann, hatte Ibn Battuta, der Jurist, einen Ghostwriter, der dann auch zum großen Teil für die reißerischen Elemente des Reiseberichts verantwortlich war. Das Buch nennt sich schlicht »Rihla«, was Reise bedeutet. Das in Arabisch verfasste Manuskript von 1356 tauchte erst im 19. Jahrhundert in Marokko auf und wurde erst dann in der arabischen Welt bekannt. Die erste deutsche Übersetzung stammt von 1911. Von den Säulen des Herkules bis nach Mekka Ibn Battutas Geburtsort Tanger war schon in der Antike bekannt. Der Gott Herkules sollte der griechischen Mythologie nach eines 1 Am Rande der Rub al Chali seiner gewaltigen Beine auf den afrikanischen, das andere auf den europäischen Kontinent gestellt haben. Die Meerenge zwischen dem Felsen von Gibraltar und Afrika nannten die Griechen daher die Säulen des Herkules’. Tanger war damals eine Stadt mit 30.000 Einwohnern, für mittelalterliche Verhältnisse eine Großstadt, keine Metropole wie Córdoba im gleichnamigen Kalifat, das mehr als 100.000 Einwohner hatte, aber mehr Einwohner als jede deutsche Stadt, ausgenommen Köln, das ein paar Bürger mehr beherbergte und damit die größte Stadt im römisch-deutschen Reich war. Für Zeitgenossen lag Tanger am Ende der Welt. Die Griechen vermuteten westlich davon noch das versunkene Atlantis, aber weiter westlich fürchtete man das q Für Ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns sehr herzlich und wünschen Ihnen frohe besinnliche Weihnachten und für das neue Jahr 2021 Gesundheit und Glück! WIR BAUEN! schlüsselfertig Nickelstraße 28 33378 Rheda-Wiedenbrück Telefon: 0 52 42 / 54 80 0 info@gosemaerker.de www.gosemaerker.de André Gosemärker Bauunternehmung GmbH Das Stadtgespräch 39

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