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Das Stadtgespräch Ausgabe Januar 2017

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TIPPS 65 verblichenen Menschen stoisch oder im Rahmen eines Nervenzusammenbruchs identifizieren, in jedem zweiten Krimi vor, aber sie ist offensichtlich Quatsch. Das muss der vielleicht enttäuschte Krimi-Fan nach der Lektüre einräumen. Aber es ist auch spannend, welchen Blödsinn wir als Nicht-Mediziner und vor allem Nicht-Rechtsmediziner (die übrigens richtige Mediziner sind, wie gleich zu Anfang des Buchs erläutert wird) so gut wie allabendlich so konsumieren. Mit »Sind Tote immer leichenblass?« (Droemer, 187 Seiten, 14,99 Euro) nimmt Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und vielfacher Bestsellerautor, die bizarrsten Irrtümer aufs Korn. Er erläutert die teils groben Fehler und informiert unterhaltsam und spannend zugleich über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin. Der Leser bekommt eine Reihe von Fragestellungen auf den Seziertisch. Sind Rechtsmediziner bei der Verhaftung eines Verdächtigen dabei? Außerhalb von Münster, ist natürlich gemeint. Nehmen sie an der Vernehmung von Zeugen teil? Und reiben sie sich vor der Obduktion Mentholpaste unter die Nasenlöcher, damit sie den Leichengeruch überhaupt ertragen können? Szenen wie diese gehören ja nun zum Standardrepertoire von Fernsehkrimis. Doch mit der Realität haben sie nur selten etwas zu tun. Meist handelt es sich um Klischees von Vorgängen im Sektionssaal. Und die behandelt der Rechtsmediziner, der übrigens nicht Pathologe ist, wie ich in diesem Buch gelernt habe, mit einer ordentlichen Portion Humor, wie schon die Kapitelüberschriften zeigen: Irrtum Nr. 21 – Rechtsmediziner verbringen den ganzen Tag in gekachelten Sektionssälen und essen dort gerne mal ein Brötchen bei der Arbeit! FELIX LEIBROCK »Eisesgrün« Im Gegensatz zu John Grisham ist Felix Leibrock kein Jurist, sondern Pfarrer. Genauer gesagt Polizeiseelsorger bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, leitet das Evangelische Bildungswerk München und ist Mitglied der Evangelischen Redaktion bei Antenne Bayern. Früher war er auch schon Buchhändler, Stadtkulturdirektor von Weimar und Pfarrer in Thüringen. Heute lebt er in München und Weimar. Vielleicht klingen deshalb seine Krimis so nach wahrem Leben. In Felix Leibrocks zweitem Weimar-Krimi »Eisesgrün« (Knaur, Taschenbuch, 367 Seiten, 9,99 Euro) entdecken zwei Landschaftspfleger merkwürdige Hügelgräber. Das erste, kaum größer als ein Maulwurfshügel, enthält eine Holzkiste mit einer Puppe. Das zweite einen Golden Retriever. Das dritte schließlich zwingt die beiden, die Polizei zu verständigen, denn dieses Grab enthält Menschenknochen.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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