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Das Stadtgespräch Ausgabe Januar 2017

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62 TIPPS

62 TIPPS Das Stadtgespräch ALTE LITERATUR ZU WEIHNACHTEN Stille Nacht – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus aller Welt Weihnachtszeit ist Klassikerzeit! Und Klassiker sind ja auch dazu da, dass sie wiederentdeckt werden. Gerade deshalb eignen sie sich auch dazu, verschenkt zu werden, denn welche Leseratte möchte nicht ein literarisches Geschenk zu Weihnachten? Wenn es dann auch noch von außen so schön ist wie die »Stille Nacht – Die schönsten Weihnachtsgeschichten aus aller Welt« aus dem Manesse Verlag, dann kann nichts mehr schief gehen. Der neu zusammengestellte und geschmackvoll gestaltete Auswahlband kann durchaus aus der alljährlichen Geschenkverlegenheit helfen. Die mit rotem Leinen bezogene, mit Goldfolienprägung veredelte Festausgabe kostet 19,95 Euro und bietet inmitten einer Flut an Weihnachtsliteratur auf 446 Seiten Erlesenes. Die Sammlung enthält 14 bekannte und weniger bekannte Meistererzählungen aus der Weltliteratur. stimmungsvollen, feierlichen und unfeierlichen Weihnachtserzählungen unter anderem von O. Henry, Guy de Maupassant, Nikolaj Gogol, Arthur Conan Doyle, Emilia Pardo Bazán und Alexander Kielland. Dass das Büchlein auch mit einem Augenzwinkern zusammengestellt wurde, beweist das Nachwort, beziehungsweise das, was anstelle des Nachworts die Geschichten beendet. Es ist ein Zitat von Ambrose Bierce aus »Der Teufels Wörterbuch«: »Weihnachten – besonderer Tag, reserviert für Völlerei, Trunkenheit, schwachsinnige Gefühlsduselei, Annahme von Geschenken, öffentlichen Stumpfsinn und häusliches Protzen.« Hoffentlich hat er bei Ihnen Unrecht und Sie finden Zeit, sich an Geschichten von ebendiesem Ambrose Bierce oder auch Dostojewskij und den anderen zu erfreuen! Hörbücher zu Weihnachten JOHN WILLIAMS »Augustus« Octavian ist neunzehn, sensibel, wissbegierig und will Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution, aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen. So die Ausgangslage für John Williams großen historischen Roman »Augustus«. Die besten deutschsprachigen Schauspielerstimmen lassen in fiktiven Briefen, Erinnerungen und Senatsprotokollen die Person eines gottgleichen Herrschers lebendig werden. Zu hören sind Christian Redl, Hanns Zischler, Jens Wawrczeck, Corinna Kirchhoff, Ulrich Noethen, Felix von Manteuffel – auch wenn Ihnen diese Namen spontan nichts sagen sollten, schauen Sie sich die Bilder auf der Rückseite des Hörbuchs an, dann hat man die Aha-Effekte. Im Zusammenhang mit dem Hörbuch sind jedoch die Auftritte in Film und Fernsehen uninteressant – hier geht es schließlich ausschließlich um das gesprochene Wort, und sitzt bei diesen Sprechern. Die mehr als 14 Stunden Gesamtdauer auf zwei MP3-Cds kosten 22,99 Euro. Autor John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Währen des Zweiten Weltkrieges meldete er sich als Freiwilliger des Army Air Corps und verbrachte zweieinhalb Jahre in Indien und Burma. In dieser Zeit begann er seinen ersten Roman »Nothing but the Night«, der 1948 veröffentlicht wurde. Darauf folgte das Studium der englischen Literatur an der University of Denver. Er erhielt nach Abschluss seines Masters einen Lehrauftrag an der University of Missouri, wo er 1954 im Fach Englische Literatur promovierte. Anschließend kehrte Williams bis zu seiner Emeritierung 1985 als Assistenzprofessor an seine alte Daheim klingt ein aufregendes Jahr friedvoll aus Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!

TIPPS 63 Universität zurück. Er verfasste insgesamt zwei Gedichtbände und vier Romane. »Augustus«, sein letzter Roman, wurde 1973 mit dem National Book Award ausgezeichnet. John Williams starb 1994 in Arkansas. JAN WEILER »Nicks Sammelsurium« Nick ist der kleine Bruder vom Pubertier, mit dessen Geschichte Jan Weiler vielen leidgeplagten Eltern von Teenager-Töchtern Trost und Zuversicht gespendet hat. Es ist wohl jedem klar, dass die Pubertät ein schwieriges Alter ist. Wobei nicht notwendiger Weise gesagt ist, dass die anderen Alter von Kindern nicht schwierig sind. Vor allem in der heutigen Zeit nicht, in der es schwer fällt die richtige Balance zwischen Helicopter-Eltern, die jede Bewegung ihrer Sprösslinge überwachen, und Eltern, die sich einfach gar nicht kümmern, zu finden. Jan Weiler stellt auf seine spätestens seit »Maria, ihm schmeckt’s nicht« wohl bekannte humorvolle Art und Weise die richtigen Fragen: Wie lebt ein Neunjähriger seine Vorliebe für moderne Wehrtechnik aus? Wie geht er im Internet einkaufen, was versteht er unter »zeitgemäßen Kindergeburtstagen«? Und was macht sein Vater, wenn der Sohn abends nicht zur verabredeten Zeit nach Hause kommt? All das erfährt man in dieser hinreißenden Autorenlesung, die leider ohne Publikum ist – mit Publikum legt Weiler dann doch immer noch eine Schüppe drauf. Doch auch so kommen brillante Geschichten von den Abenteuern und Wortgefechten des vorpubertären Nick dabei heraus. Und natürlich spendet Weiler auch hier charmanten Trost für geplagte Eltern und alle anderen sogenannten Autoritätspersonen, die vielleicht meinten, dass sie und nur sie diese Schwierigkeiten haben. Die Stunde Hörvergnügen kostet 12,99 Euro Die schönsten Weihnachts-Krimis Die modernen skandinavischen Krimis mit ihren düsteren Untertönen, die deutschen mit ihrem Lokalkolorit oder auch mit raffinierter Psychologie und die amerikanischen Krimis voller Action sind wirklich lesens- oder hörenswert. Aber ab und zu darf es auch mal der ganz klassische Krimi sein, der Whodunit. Es ist so herrlich altmodisch wie Miss Marple ermittelt oder der Urgroßvater des CSI, also Sherlock Holmes – da wird einem gerade zu Weihnachten doch warm ums Herz. Mörder und Halunken machen bekanntlich keine Weihnachtsferien – und so haben auch Ermittler keine besinnlichen und erholsamen Feiertage. Sherlock Holmes spürt den Dieb eines Diamanten auf, der in einer Weihnachtsgans gefunden wurde, während Miss Marple vor dem prasselnden Kaminfeuer von einem Mord erzählt. Bei einem traditionellen Weihnachtsessen verschwindet ein Halsband und Jules Maigret überführt an Weihnachten eine Nachbarin bei einem Verbrechen. Lauschen Sie in der warmen Stube den bekanntesten Krimis zur Weihnachtszeit und kommen Sie eiskalten Verbrechern auf die Spur. Dankenswerter Weise hat der Hörbuchverlag keine alten Aufnahmen ausgekramt, sondern die klassischen Texte mit renommierten Sprechern von heute besetzt. Eiskalt serviert werden die Geschi chten von gestern, die streckenweise durchaus auch modern wirken können, von Beate Himmelstoß, Peter Fricke, Oliver Kalkofe, Friedhelm Ptok, Walter Renneisen und Wanja Mues. Das spricht für herrlich altmodischen Hörgenuss von sechseinhalb Stunden für 19,99 Euro.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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