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Das Stadtgespräch Ausgabe Januar 2017

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42 Das

42 Das Stadtgespräch So long, Leonard 2016 war ein schlechtes Jahr für die Musik. Zu viele bedeutende Musikschaffende sind gestorben. Das einzig Positive, das man in diesem Zusammenhang nennen kann, ist, dass es immerhin keine 27-Jährigen (wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder 2011 Amy Winehouse) erwischt hat. Keine 27 aber mit 45 immer noch viel zu jung war Roger Cicero. Von dessen musikalischen Qualitäten hat mich erst «Sing meinen Song» überzeugt. Vielleicht lag’s auch daran, dass ich Sinatra schon im Original nicht genial finde. Ebenfalls eher skeptisch habe ich Prince empfunden mit seinem ewigen Bohei um seinen Namen und seine Identität und seine Orientierung. Doch von der Musik war ich dann doch angetan, vor allem als ich dann erfuhr, was Prince für wen alles geschrieben hat. Prince, den viele für den Mozart des 20. Jahrhunderts hielten, starb mit 57. Wer Mitte bis Ende der 70er musikalisch drauf war, der kannte auch David Bowie, der sich mit 69 in Stardust verwandelte. Zwei Jahre älter war Keith Emerson. Mein erstes Rock-Konzert waren Emerson, Lake and Palmer in der Münsterlandhalle. Damals schleuderte Emerson bei seinen Konzerten ein Wurfmesser in die Boxen, nachdem er seine zweieinhalb Liter-Flasche Lambrusco nebenbei ausgetrunken hatte – vielleicht war ja auch nur Tee in der Flasche, wer weiß das schon. Emerson hat zwar auch einiges Marianne ist kurz vor Cohen gegangen. an akustischem Elektro-Schrott fabriziert, aber gleichzeitig tolle Musik geschrieben und gespielt. Vor der Queen durfte er sogar die Kirchenorgel spielen. Sein »Pictures of an Exhibition« von 1971 hat nicht nur mich zu Modest Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung« geführt. Und gerade als man meinte, jetzt reicht es aber bald mit den toten Musikern, hat es auch noch Leonard Cohen erwischt. Vielleicht wundert es einige, dass der Sänger, der nicht besonders singen konnte (aber das kann Bob Dylan ja auch nicht, oder Grönemeyer), überhaupt 82 Jahre alt geworden ist, denn seine melancholischen Texte und Melodien reichten durchaus auch an das Morbide heran. Und das war es wohl auch, was mich als Teenager an Cohen so fasziniert hat: der Weltschmerz und gleichzeitig das Feiern des Lebens. Eine der berühmtesten Rückseiten von LP-Covers ist die von »Songs from a Room«. Zu sehen ist ein spärlich ausgestatteter Raum auf der Kykladen-Insel Hydra, in dem eine noch spärlicher bekleidete junge Frau lächelnd am Schreibtisch sitzt. Die Frau ist die Norwegerin Marianne Ihlen, mit der Cohen acht Jahre lang zusammen war, den überwiegenden Teil davon auf Hydra. Die turbulente Liebesgeschichte, vor allem deren Ende, hat Cohen mit Liedern wie »Hey, that’s no way to say goodbye« und »So long Marianne« verewigt. In »Hey« kommt die Textzeile »dein Haar auf dem Kopfkissen wie ein schläfriger goldener Sturm« vor. Überhaupt war Cohen ursprünglich eher ein Mann des Wortes als der Musik. Und was er mit seiner Stimme nicht erreichen konnte, besorgten die Backgroundsängerinnen, die immer fantastisch waren. Ein so wunderbares Nicht-mehr-Liebeslied wie »So long Marianne« ist auf alle Fälle selten geschrieben worden. Marianne starb übrigens dieses Jahr auch, im Sommer an Krebs und Cohen hat ihr einen wirklich sehr berührenden Brief zum Abschied geschrieben, die ehemalige Liebschaft war längst in tiefe Freundschaft übergegangen. Beide Lieder sowie das vielleicht bekannteste Cohen-Lied »Suzanne« finden sich auf dem Album »Songs of Leonard Cohen«, das man noch heute wie alle seine Alben problemlos bekommt, obwohl das Debut-Album Cohens schon von 1968 ist. Ein Jahr später kam das besagte »Songs From a Room« auf den Markt, das als erstes Lied »Bird on the Wire« enthält. Vielleicht ist auch das der bekannteste Cohen-Song. Der am meisten gecoverte dürfte »Hallelujah« von 1984 sein. Wie dem auch sei. Ich bin sicher, dass der letzte Film mit den melancholischen Tönen des Kanadiers unterlegt noch lange nicht gedreht ist. Denn wie viele Menschen können schon etwas so Traurigen wie einem Abschied eine so wunderbar melancholische Stimme verleihen? In diesem Sinne: So long, Leonard.

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