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Das Stadtgespräch August 2020

Die Ausgabe August vom Stadtgespräch auf Mein Rheda-Wiedenbrück

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FOLGE UNS AUF INSTAGRAM das.stadtgespraech seit 1998 Telefon: 54822 1 Alles dabei C Camping in Corona-Zeiten Mein Tipp als Gesundheitsexperte: Vorteile clever kombinieren. Gesetzlich versichert – privat behandelt. BestMed Kombitarife zur GKV. Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte. Einfach anrufen: 05242 35095 Oder vorbeikommen: ommen: Wolfgang Opitz DKV Deutsche Krankenversicherung AG Hauptstraße 2-4 33378 Rheda-Wiedenbrück Ich vertrau der DKV Paradoxer Weise denkt man wohl am meisten über Urlaub nach, wenn man keinen Urlaub machen kann. Und besonders intensiv wird das Nachdenken dann, wenn man die Art des Urlaubmachens in Frage stellen muss, wie zur Zeit geschehen. Die Mega-Boom-Branche der Kreuzfahrten ist im Frühjahr und Sommer vollkommen zum Erliegen gekommen. Zwar gibt es erste Versuche, die Kreuzfahrten wieder in Schwung zu bringen, doch viele Kreuzfahrer aus den großen Kreuzfahrtnationen, zu denen die Deutschen längst zählen, fragen sich, ob es wirklich eine gute Idee ist, eventuell auf einem 300-Meter-langen Stahlkoloss mit 4.000 anderen Menschen festzusitzen, weil man entweder nirgendwo landen kann oder, schlimmer noch, zwar anlegen, aber dann wochenlang das Schiff nicht verlassen darf. Das sieht beim Camping sehr anders aus. Zwar gab es auch bei den Campern seit Jahren moderate Zuwachsraten bei den Verkaufszahlen von Wohnwagen und vor allem Wohnmobilen, aber ein Boom scheint erst jetzt einzusetzen. Dafür gibt es durchaus gute Gründe, die wir im Folgenden einmal kurz beleuchten möchten. Es geht auch ohne Buffet Die strikten Campinggegner haben immer als Argument ins Feld geführt, dass man sich beim Campen ja selbst verpflegen muss, man also nicht bedient wird oder zu den Mahlzeiten nicht einfach am Buffet entlang gehen kann. Eingefleischte Camper halten dagegen, dass man schließlich auch ins Restaurant gehen kann, wann immer man möchte. Und ansonsten bekommt man schließlich genau das Essen, das man mag. Man hat es ja selbst besorgt. Zudem kann man frühstücken oder andere Mahlzeiten einnehmen, zu welcher Uhrzeit man immer es möchte. Man steht also nicht vor dem abgeräumten Buffet, wenn man erst um zehn Uhr aufstehen möchte oder erst um 21:30 Uhr Hunger hat. Und da Buffets ohnehin zu Corona-Zeiten Tabu sind, empfiehlt sich der selbst gedeckte Tisch. Für Grill-Freunde ist das Hotel ohnehin nicht der richtige Ort. Außerdem gibt es auf dem Campingplatz keinen Dress-Code wie üblicherweise im Hotel oder auf den meisten Kreuzfahrtschiffen. Der hat in den letzten Jahren natürlich auch schon nachgelassen, aber zumindest zum Abendessen sind Flipflops und kurze Hose nicht angebracht. Beim Campen stört es niemanden. Mit Abstand am besten? Wer sich mit Buffets auskennt, der weiß auch, dass dort oftmals Gedränge herrscht. Gerade bei Kreuzfahrten haben die Leute oft fast zwei Stunden lang nichts zu essen gehabt und drängeln entsprechend! Beim Campen wird es dagegen so gut wie nie eng, denn Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil stehen ja auf einem Stellplatz, der reichlich Fläche in freier Natur bietet – Ausnahmen bestätigen die Regel. Das einzige Nadelöhr sozusagen sind die sanitären 52 Das Stadtgespräch

Anlagen. Zumindest Wohnwagen und Wohnmobile verfügen über eigene Toiletten, sodass man nicht notwendiger Weise die Anlagen des Camping-Platzes nutzen muss. Mit den Duschen sieht das oft anders aus, denn Wohnwagen haben oftmals gar keine Dusche. Oder sie haben eine Dusche, aber nur einen 15-Liter-Tank, der fürs Zähneputzen, Händewaschen und Spülen reicht, nicht aber für die Dusche. Selbst bei 40 Litern im Tank wird eine Familie nicht komplett geduscht sein, zumal das Wasser ja meist mit Kanistern oder Gießkannen herangeschafft werden muss. Wenn man jeden Tropfen Wasser selbst tragen muss, senkt das übrigens den Wasserverbrauch, doch das nur nebenbei. Die Therme, die für warmes Wasser sorgt, hat auch meist nicht mehr als fünf Liter heißes Wasser. Wohnmobile sind da deutlich im Vorteil, denn sie sind nahezu autark mit 100 Litern oder mehr im Tank sowie einem Abwassertank. Damit lassen sich die Gemeinschaftsduschen durchaus vermeiden, obwohl das Leeren des Abwassertanks und das Wassernehmen des Frischwassertanks natürlich auch aufwändig sind. Das Stadtgespräch 1 Waschhaus auf der Parzelle 1 Kein Gedrängel am Buffet 1 Camper willkommen Luxus oder zurück zu den Wurzeln? Und wie sieht es mit der Bequemlichkeit überhaupt aus? Das kommt ganz darauf an. Zum einen bringt man den Luxus ja selbst mit, beispielsweise mit Mikrowelle, Backofen, Klimaanlage und Satellitenschüssel. Es gibt aber auch in den letzten Jahren das sogenannte Glamping, das sich aus Glamour und Camping zusammensetzt. Da gibt es zum Beispiel voll ausgestattete Baumhäuser mit allem Luxus. Jurten oder ausrangierte und mit allem Komfort ausgestattete Zirkuswagen zählen ebenso dazu wie Zelte mit Klimaanlage und WC, nicht zu vergessen Flachbildschirm und Internetzugang, versteht sich. Ebenfalls in diese Richtung geht der Trend, dass jede Parzelle ihr eigenes kleines Waschhaus hat. Diesen Trend kann ich aus eigener Anschauung aus Spanien und Frankreich und sogar auch aus Ostwestfalen bestätigen. Unter Corona-Aspekten wohl keine schlechte Idee. Auch die Umgebung kann etwas für gehobene Ansprüche sein, denn im ehemaligen Park eines Schlosses lässt sich durchaus auch campingmäßig residieren. Es gibt aber auch den genau gegenteiligen Trend. Bei Huttopia Camping zum Beispiel, die über 37 Campingplätze in ganz Frankreich verfügen, darf man ebenso wie auf einigen Nordseeinseln in Deutschland höchstens mit dem Auto zur Parzelle fahren, um auszupacken. Ansonsten sind Autos Tabu auf dem Platz. Und auch die Miet-Unterkünfte bestehen aus Holz und Zeltbahnen und verfügen eben nicht über allen Luxus, sondern sind so ausgestattet wie es auf Zeltplätzen früher war. Der Verzicht auf Luxus wird dadurch ausgeglichen, dass man tatsächlich mitten im Wald steht. Und das Badegewässer ist, so vorhanden, fußläufig zu erreichen. Die Aktivitäten, die diesen zurück-zur-Natur-Plätzen angeboten werden, sind natürlich alle outdoor activities, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, also beispielsweise Kanufahren, Baumklettern, Bogenschießen. Ein letzter Vorteil vom Campen in Corona-Zeiten ist vielleicht, dass man notfalls relativ schnell weg kommt. Wenn keine Flüge stattfinden können, spielt das keine Rolle. Man packt einfach zusammen und fährt nach Hause. Dieses Gefühl finde ich übrigens immer gut, denn auch wenn es beispielsweise am Urlaubsort den vierten Tag nacheinander regnet und die nächste Schlechtwetterfront schon angekündigt ist oder die Temperaturen eine Woche lang um 40 Grad liegen, kann ich meine Siebensachen packen und zurück nach Hause fahren. Das gleiche gilt, wenn jemand krank wird, denn so versorgt wie bei uns wird man so schnell nirgends auf der Welt. Zum Schluss wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass Camping nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Bevor man ein großes Zelt anschafft oder richtig Geld für einen Wohnwagen oder ein mindestens doppelt so teures Wohnmobil auf den Tisch legt, sollte man lieber einmal testen, ob einem diese Urlaubsart tatsächlich zusagt. Vielleicht ist dieses Jahr genau das richtige dafür, denn ich denke die Camper, schon sonst gern gesehen Gäste, werden willkommen sein wie nie zuvor. Telefon: 964545 seit 1998 Telefon: 54822 53

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