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Das Stadtgespräch August 2020

Die Ausgabe August vom Stadtgespräch auf Mein Rheda-Wiedenbrück

Buchtis Lucia de la Vega

Buchtis Lucia de la Vega »Comisaria Fiol und der Tod im Tramuntana-Gebirge« Für diejenigen, die sich in diesem Jahr nicht auf der Lieblingsinsel der Deutschen wiederfinden, kann zumindest ein Mallorca-Krimi etwas Trost spenden. Und der erste Roman von Lucia de la Vega, die auf den Balearen Jura studierte und eigentlich Rechtsanwältin ist, enthält alles, was einen Mallorca-Krimi für uns lesenswert macht. Auf dem Sehnsuchtsziel Mallorca wollen Ex-Kommissarin Marie Lindner und ihr Mann Andreas einen Neuanfang wagen und kaufen eine alte Finca, wunderschön und etwas abgeschieden im Tramuntana-Gebirge gelegen. Hier hofft Marie, über ein traumatisches Erlebnis hinwegzukommen, das ihre Karriere abrupt beendet hat. Zur gleichen Zeit wird Comisaria Silvia Fiol von der spanischen Policía Nacional mit einem grausamen Verbrechen konfrontiert. Die Policía Nacional hat offiziell die Aufgabe »die freie Ausübung der Rechte des Bürgers zu beschützen und die städtische Sicherheit zu gewährleisten«. Aber nicht nur die städtische Sicherheit ist in Gefahr, sondern auch der Ruf der Insel bei Touristen. Denn das Meer hat die Leiche einer jungen Mutter angespült. Die Tote erweist sich als schwedische Touristin. Kurz darauf wird dann auch noch eine weitere Touristin als vermisst gemeldet. Doch selbst diese Frau ist noch nicht die Richtige für den schwer gestörten, aber durchaus klugen und vorsichtigen Täter. Dem ist nämlich die attraktive deutsche Ex-Polizistin Marie besonders ins Auge gefallen. Der Showdown kann beginnen. Lucia de la Vega kennt sich nicht nur mit dem Gesetz und den finsteren Gesetzesbrechern aus, sondern ist auf Mallorca aufgewachsen und kennt jedes einzelne traumhafte Fleckchen der spanischen, sorry katalanischen, Insel. »Comisaria Fiol und der Tod im Tramuntana-Gebirge« ist der erste Band einer Krimi-Reihe, die mit viel Spannung und Liebe zum Detail an die schönsten Orte der beliebten Ferien-Insel führt. Wie gesagt, die perfekte Urlaubs- und anstatt-Urlaubslektüre. Erschienen als Taschenbuch bei Knaur, 223 Seiten, 9,99 Euro. Anne Müller »Zwei Wochen im Juni« Ebenfalls als Urlaubslektüre hervorragend geeignet ist Anne Müllers »Zwei Wochen im Juni«, das als Hardcover bei Penguin erschienen ist, 236 Seiten, 18 Euro. »Zwei Wochen im Juni« ist ein leiser, ein literarischer Roman. Wie schon in ihrem Roman »Sommer in Super 8« gelingt es Anne Müller, das fein gesponnene Netz familiärer Beziehungen mit etwas distanziertem Wohlwollen und feiner Ironie darzustellen, wie es nur wenige Autoren deutscher Sprache können. Ihr neuester Ro- man verwendet dabei nicht die Kinder- und Jugendperspektive wie im ersten Roman, sondern die einer erwachsenen Frau, mit ebenso viel Erfolg. Ada liebt ihr Elternhaus an der Ostsee mit dem herrlichen Bauerngarten. Doch sie führt ein finanziell nicht sehr erfolgreiches Leben und nun gilt es, Abschied zu nehmen. Nach dem Tod der Mutter muss das Haus Gragaard verkauft werden. Zusammen mit ihrer Schwester Toni, die in der Familie immer für den Erfolg zuständig war, räumt Ada Haus und Bootsschuppen aus, und eine Reise in die Vergangenheit beginnt: Da sind die Abendkleider der Mutter, die die rauschenden Sommerfeste wiederaufleben lassen und die glücklichen Tage, bevor der Vater die Familie verließ. Das war es damals dann mit der Bilderbuchfamilie. Und da sind die Ölporträts, die der russische Maler Maxim, um dessen Aufmerksamkeit die Mädchen buhlten, einst von ihnen angefertigt hat. Als sie im Sekretär einen Brief der Mutter an sie beide finden, fasst Ada endlich den Mut, sich ihren Sehnsüchten zu stellen. Ihr wird klar, dass sie nicht nur materiell Ballast abwerfen muss, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. So wird aus dem Abschied ein Aufbruch. Wenn Sie zufällig am 7. August in Kappeln sind, wo der Roman spielt, oder am 26. August in der Nähe von Norderstedt, können Sie Anne Müller auch live erleben. John Grisham »Die Wächter« Während »Comisaria Fiol« der erste Roman der Autorin Lucia de la Vega ist, kann man das von »Die Wächter« nun wirklich nicht behaupten. Grisham hat mehr als dreißig Romane geschrieben, die sämtlich Bestseller waren. 40 Das Stadtgespräch

Seine Romane wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Ein Grund für den dauerhaften Erfolg scheint auch zu sein, dass Grisham immer nah am aktuellen Geschehen ist. Wer seine Romane liest, wundert sich nicht über das, was in den USA passiert. Das ist bei »Die Wächter« nicht anders, dessen Aussage Black Lives Matter zusammengefasst werden könnte, wobei das Buch vor den Vorgängen geschrieben wurde, die zu den Protesten der letzten Zeit geführt haben. Auch nicht ganz unwichtig: John Grisham kann schreiben! Zur Story: In Seabrook, Florida, wird vor einem Viertel Jahrhundert der junge Anwalt Keith Russo erschossen. Der Mörder hinterlässt keine Spuren. Es gibt keine Zeugen, keine Verdächtigen, kein Motiv. Trotzdem wird Quincy Miller verhaftet, ein junger Afroamerikaner, der früher zu den Klienten des Anwalts zählte. Miller wird zum Tode verurteilt, aber nicht hingerichtet und sitzt 22 Jahre im Gefängnis. Dann schreibt er einen Brief an die Guardian Ministries, einen Zusammenschluss von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren. Der ebenso engagierte wie mittellose Anwalt Cullen Post übernimmt seinen Fall. Er ahnt nicht, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt, denn er tritt zunächst unbewusst allen möglichen mächtigen Leuten auf die Füße. Die sehen in Cullen eine Gefahr, der sie mit ihren keineswegs unerheblichen Mitteln begegnen. Vor allem ein Satz des Helden dieser Geschichte bleibt in Erinnerung: »Ich habe den Verdacht, dass in den Vereinigten Staaten alles Freiwild für Geschäftemacher ist, einschließlich des Bildungswesens und des Strafvollzugs«. Diesen Verdacht hegt der Leser spätestens nach der Lektüre ebenfalls. Erschienen als Hardcover bei Heyne, 447 Seiten, 24 Euro. Tim Nießner »Die geheimen Tricks der 1,0er-Schüler« Eigentlich ist das passend zum Schulabschluss erschienene Buch »Die geheimen Tricks de 1,0er-Schüler« so etwas wie eine Mogelpackung. Es geht nämlich gerade nicht darum, wie man sich einen brillanten Durchschnitt von 1,0 im Abitur mit irgendwelchen Tricks erschleicht, also ermogelt. Das wird manch einen Schüler frustrieren. Aber mancher Pädagoge, der eifri- ger Verfechter des systematischen fachlichen- und überfachlichen Lernens ist, wird in Verzückung geraten angesichts der Fülle von nützlichen Tipps in diesem Ratgeber, der im mvg-verlag erschienen ist, Softcover, 302 Seiten, 14,99 Euro. Der Schüler Tim Nießner, der jetzt sein Abi eigentlich in der Tasche haben müsste, geht den Fragen nach: Was machen die besten Schüler besser als alle anderen? Haben sie ein Geheimrezept? Was sind ihre Tricks? Um all diese Fragen beantworten zu können interviewte Tim Nießner fast 100 Abiturienten, die einen Schnitt von 0,69 bis 1,0 erreicht haben, und teilt hier seine Erkenntnisse, die er durch diese Gespräche gewonnen hat, mit allen Schülern. Dabei gibt er nicht nur Tipps, wie man effektiver lernt, sondern erklärt auch, wie man als Schüler Lehrer beeinflussen kann und mit welchen Tricks die oftmals unterschätzte mündliche Note durch die Decke geht. Denn eines wird klar: Lernen wie es die meisten Schüler tun, genügt nicht, um zu den Besten zu gehören. So erläutert er zum Beispiel die 10.000 Stunden Regel, die besagt, dass man richtig gut nur wird, wenn man auch ordentlich Zeit investiert. Oder wie man sich den Halo-Effekt, also die unbewusste Störung der Urteilskraft, zu Nutze machen kann. Und er rät auch dringend davon ab, sich einschleimen zu wollen, weil alle Schleimer hassen, auch die Lehrer. Ob der junge Mann den Ratgeber tatsächlich alleine zu Wege gebracht hat, wie die Sprache ganz zu Beginn suggerieren soll: »Aber Lernen ist übel geil. Ernsthaft!« sei einmal dahingestellt. Dass sich jede Menge nützliche Tipps finden, ist dagegen unbestritten! Violet Thomas Jeden Tag ein neuer Himmel Für die junge Charlotte ist es ein großer Schritt, den neuen Job als Krankenschwester im Kinderhospiz anzunehmen, da Sie den Verlust ihrer Tochter Daisy vor einem Jahr immer noch nicht verarbeitet hat. Als der Straßenmusiker Sam ein Lied spielt, das Charlotte zu Tränen rührt, ist dies der Anfang einer emotionalen Reise, deren Ziel eine unglaublich starke Liebe zweier Menschen ist. Die Protagonisten schließt man mit ihren Charaktereigenschaften, die sie alle auf ihre Art einzigartig und liebenswürdig machen, q Vergessen Sie auch in Corona-Zeiten Ihre Zahnarzttermine nicht. Das Stadtgespräch 41

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