Aufrufe
vor 1 Jahr

Das Stadtgespräch August 2020

Die Ausgabe August vom Stadtgespräch auf Mein Rheda-Wiedenbrück

1 Dr. Rüdiger Krügers

1 Dr. Rüdiger Krügers letztes Seminar: Hier als Siegfried Carl mit Dr. Dieter Gebhardt und Dr. Karl-Heinz Meyer bei dem gemeinsamen digitalen Angebot: Poetry Slam einmal anders – Drei Männer und ihre Lyrik. Das Stadtgespräch: Wo waren Sie vorher tätig? Dr. Krüger: Ich hatte 10 Jahre eine Volkshochschule im oberen Enztal in Baden-Württemberg geleitet. Rundherum war ich an den Universitäten in Stuttgart, Frankfurt und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg als Dozent sowie an der Uni in Karlsruhe als Lehrbeauftragter tätig. Gerne war ich auch in der Festival-Szene aktiv: Ich habe größere Festspiele hauptberuflich und kleinere Events nebenberuflich geleitet; darunter die Rossini-Festivals auf Rügen und in Bad Wildbad. Das Stadtgespräch: Haben Sie alle Ziele erreicht, die Sie bei der Amtsübernahme angestrebt haben? Dr. Krüger: Ich habe deutlich mehr erreicht als ich ursprünglich angestrebt habe, beispielsweise die Entwicklung der Offenen Ganztagsschule und FARE-Fortbildungs-Akademie sowie des VHS-Campus mit Werkstätten. Nicht zu vergessen die Akzentuierung der Bildungsangebote für verschiedene Altersgruppen vom Vorschulalter bis ins hohe Lebensalter – unter dem Motto: »Lernen im Lebenslauf«. Dabei stand mir stets ein zuverlässiges und engagiertes Team zur Seite. Stellvertretend möchte ich namentlich aus der ersten Stunde nennen Werner Ellebracht, Stephan Crass, Arno Bergmann sowie Sigrid Wortmann, Barbara Heuer, Renate Riemann und Irmgard Honerlage. Gemeinsam mit allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sie alle Überzeugungstäter. Ich danke ihnen für ihren Einsatz. Das Stadtgespräch: Welches Projekt sind Ihre »Lieblings-Kinder«? Dr. Krüger: Das ist die Jugendwerkstatt Kultur. Sie spricht genau die Jugendlichen an, die mit dem Regelschulsystem nicht klarkommen. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder fit zu machen für die Schule oder andere weiterführende Maßnahmen. Die VHS Reckenberg-Ems ist die einzige Bildungseinrichtung, die bei der Umsetzung einen kreativpädagogischen Ansatz verfolgt. Erwähnen möchte ich ebenfalls die DaF-Angebote (Deutsch als Fremdsprache) und ihre Erweiterung zur Willkommensagentur für osteuropäische Arbeitnehmer und ihre Familien aus Rheda-Wiedenbrück. Die VHS verfolgt damit das Ziel, die Teilnehmer (Flüchtlinge, Arbeitsmigranten/EU-Ausländer, Wanderarbeiter) auf ihrem Weg zu einer aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu begleiten und zu stärken. Das Stadtgespräch: Welche Aufgaben sind durch die Digitalisierung dazu gekommen? „ “ ZUVERLÄSSIG UND ENGAGIERT! Wir unterstützen Sie bei ihren Bauvorhaben. Trockenbau mit 25 Jahren Erfahrung! 25 TROCKENBAU I TÜRELEMENTE JAHRE DACHGESCHOSSAUSBAUTEN KELLERDECKENDÄMMUNG I AKUSTIKDECKEN INNENTÜREN • HOLZ UND GLAS GLASTRENNWÄNDE I GANZGLASSCHIEBETÜREN www.ebeling-innenausbau.de AUSSTELLUNG: Termine nach Vereinbarung kleestraße 11 • st. vit / rheda-wiedenbrück • tel 05242 / 377 171 • fax 37 81 31 • mobil 0172 / 946 30 76 • info@ebeling-innenausbau.de 24 Das Stadtgespräch

Dr. Krüger: Hier erstellt die VHS gerne maßgeschneiderte Angebote. Neben Kursen, Einzel- und Kleingruppenschulungen, der Vermittlung von Hintergrundwissen, ist uns der vernünftige Umgang mit dem ganzen digitalen Hype wichtig (Medien-Kompetenz – Lernen, dass die Geräte einen Ausschaltknopf haben). Das Stadtgespräch: Was hat sich bei den heutigen Bildungsangeboten gegenüber Ihrer Anfangszeit geändert? Dr. Krüger: Themen wie PC-Bedienung oder Windows für Anfänger gibt es heute nicht mehr. Wir sind keine digitalen Anfänger mehr. Heute gibt es vor allem Spezialkurse. Im Fachbereich Sprache dominierten früher Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in Englisch und Französisch. Heute bietet die VHS ebenfalls ein breites Spektrum an exotischen Sprachen. Gleichfalls im Gesundheits- und Kreativ-Bereich haben wir heute ein reichhaltigeres Angebot. Das Stadtgespräch: Was war der ausschlaggebende Moment, die Arbeit der VHS unter das Konzept des Qualitätsmanagements zu stellen? Dr. Krüger: Ich war schon immer der Auffassung, dass Volkshochschulen viel mehr Management gebrauchen. In den 1990er Jahren absolvierte ich die EFQM-Ausbildung. Mittlerweile bin ich bundesweit als EFQM-Assessor unterwegs. Ich werde diese Aufgabe auch im Ruhestand betreiben. Hier vor Ort steht mir Irmgard Honerlage als Qualitätsbeauftragte zur Seite. Das Stadtgespräch: Gibt es Dinge mit denen Sie nicht so zufrieden sind? Dr. Krüger: Ich bin nicht zufrieden damit, dass wir es nicht schaffen mit politischer Bildung die breiten Schichten der Bevölkerung zu erreichen. Obwohl dieses Thema vor dem Hintergrund der vielen kursierenden Fake-News und des in den modernen Medien verbreiteten Bull-Shits für Aufklärung sorgen könnte. Zudem ist es wichtig für eine verantwortungsbewusste Stimmabgabe bei den Wahlen. Eigentlich sollte jeder, der seine Stimme abgibt, politisch gut informiert sein. Das Stadtgespräch: Mit wie vielen Mitarbeitern, Dozenten, Kursteilnehmern und Bildungsangeboten haben Sie die VHS übernommen – wie viele Beschäftigte, Lehrende, Besucher und Angebote führt die Weiterbildungseinrichtung heute? Dr. Krüger: Als ich die VHS übernahm, bot sie mit 33.000 Unterrichtsstunden schon ein sehr breites Angebot. Dafür standen 350–400 Dozenten im Einsatz. Sie sind das Gesicht der Volkshochschule. Wir freuen uns immer, wenn sich Leute finden, die mit ihren besonderen Neigungen und Interessen unser Bildungsangebot bereichern möchten. Heute befinden sich dafür 650 Dozenten mit 85.000 Unterrichtsstunden im Einsatz. Sie erhöhen sich um 130.000 Stunden der OGGS. Die Anzahl der Mitarbeiter wuchs von 20 auf jetzt 300 (rund 200 Vollzeitstellen), der Jahres-Umsatz stieg von 1,7 Mio. auf 10 Mio. €. Das Stadtgespräch: Werden Sie sich als Ruheständler auf das Altenteil zurückziehen? Dr. Krüger: Ich freue mich sehr, dass ich mich weiter um die Kammermusikreihe »Musica da Camera« und den Jugendmusikpreis kümmern, bei EFQM und anderen Kleinigkeiten noch beratend tätig sein kann. Neben der Tätigkeit als EFQM-Assessor finde ich nun die Zeit, um was in Literatur zu machen, beispielsweise, um meine lyrischen Arbeiten und ein begonnenes Theaterstück abzuschließen, neue Projekte zu beginnen (Redaktion: unter seinem Pseudonym »Siegfried Carl«). Als Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Detmold kann ich der Verbindung von Literatur und Musik nachgehen. In meinem Terminkalender steht auch schon die Teilnahme an einer Literaturwoche in Süddeutschland. Das Stadtgespräch: Welche Wünsche haben Sie für Ihren Nachfolger André Mannke? Dr. Krüger: …dass er die Arbeit mit neuen Ideen und der ihm eigenen Ansprache mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Dozenten in freundschaftlicher Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Willen Bildung lebhaft zu gestalten weiter führt. Dabei wünsche ich ihm und dem gesamten Team Glück und Erfolg. Fortune, diplomatisches Geschick und das passende Maß an Durchsetzungskraft wünsche ich ihm bei der Mittelbeschaffung. Ich freue mich, dass ich mich mit ihm gut verstehe. Das Stadtgespräch 25

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz