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Das Stadtgespräch August 2018

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36 Das

36 Das Stadtgespräch (V. l.) Präsident Thomas Huneke (l.) sowie Zweiter Vorsitzender Hans Hiltscher (3 v. l.)und Vorsitzender Jörg Johannpaschedag (r.) nehmen die Glückwünsche von Bernd Bartels- Trautmann, Präsidiums-Mitglied beim Bund Westfälischer Karneval (2.v.l.), entgegen. 66 JAHRE K.G. HELÜ Und kein bisschen leise (Kem) »Wir sind stolz darauf, einen derart gut aufgestellten Verein wie Ihren, zu unserem Verband zählen zu dürfen«, rief Bernd Bartels-Trautmann, Präsidiums- Mitglied beim Bund Westfälischer Karneval, der KG HELÜ zu ihrem 66. Geburtstag zu. Als älteste Karnevalsgesellschaft in Rheda- Wiedenbrück habe die KG HELÜ Karnevalsgeschichte in unserer Heimat geschrieben, unterstrich Bürgermeister Theo Mettenborg in seinem Grußwort: »Sie haben Menschen einander näher gebracht und ihnen Freude und Frohsinn geschenkt«, dankte er dem Geburtstagskind. Das Programm der Jubiläumsveranstaltung in dem sehr gut besuchten Reethus spiegelte dieses Lob in vollendeter Weise wider. Vorsitzender Jörg Johannpaschedag und Zweiter Vorsitzender Hans Hiltscher konnten sich in einem kleinen offiziellen Teil über viele Komplimente der mit der KG HELÜ freundschaftlich verbundenen Vereine freuen. In dem von Petra Schnettler gestalteten Programm sorgten »Eigengewächse« und Gastkünstler für feinste Unterhaltung nach bewährter HELÜ- Art. Die Karnevalsgesellschaft dankte allen Vereinsmitgliedern, die durch ihren aktiven Einsatz mitgeholfen haben, die HELÜ und den Karneval in Rheda-Wiedenbrück aufzubauen, in der Bevölkerung zu verbreiten und durch ihr Engagement zur Pflege des karnevalistischen Brauchtums beizutragen. 1952, im Gründungsjahr der Gesellschaft, trafen sich einige Mitglieder der Straßengemeinschaft »Lümernweg mit umliegenden Muttkewege« im Lebensmittelgeschäft Dammann. Sie wollten dem, in den Kriegsjahren in den Hintergrund gerückten Karneval, wieder neues Leben einhauchen. Die Geburt der K. G. HELÜ, deren Name bis heute auf die Entstehung zwischen Hellweg und Lümernweg hinweist, war damit eingeleitet. Zielstrebig trieben die Jecken der ersten Stunde ihre Pläne voran und die Zahl der Mitglieder wuchs so schnell, dass bereits im Gründungsjahr eine Prunksitzung durchgeführt werden konnte. Auch den ersten Karnevalsprinzen gab es mit August I. (Dammann). Es gründeten sich die ersten Gruppen: »Die Lümmels, die Prinzengarde, das erste Damentanzcorps und das erste Tanzpaar. Einige Gruppen gehören bis heute zum festen Bestand. Neue Gruppierungen kamen dazu. Auch der erste Rosenmontagszug wurde von der K. G. HELÜ im Jahre 1961 durchgeführt. Dieser blieb anfangs in dem Viertel zwischen Hellweg und Lümernweg. Aufgrund der großartigen Resonanz nahm er vier Jahre später seinen Weg durch die Wiedenbrücker Innenstadt. Seit 1971 läuft er durch die ganze Doppelstadt. 1965 fand die erste Schlüsselübergabe statt. Zum 25-jährigen Vereinsbestehen proklamierte die K. G. Helü das erste Kinderprinzenpaar der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Auch außerhalb der fünften Jahreszeit ist die Gesellschaft sehr aktiv: Ausflüge, Zeltlager und Vereinsfeste tragen seit jeher entscheidend zur Pflege der Zusammengehörigkeit bei. Heute, nach 66 Jahren, kann man sicher sagen: »Der Entschluss im Lebensmittelgeschäft Dammann war ein sehr guter Beschluss«. Lösung von Dr. Hugos Kinderseite (S.46) Hast du den richtigen Weg gefunden?

37 Schlichten im Rathaus: Karl-Heinz Geurten u. Ute Kappelhoff SCHIEDSAMT IN RHEDA-WIEDENBRÜCK Von Internetfotos, Katzen- und Erbschaftsstreitereien Jetzt hat es das Internet auch schon ins Schiedsamt geschafft. Der Fall: Jugendliche waren in Streit darüber geraten, dass einer Fotos des anderen ins Netz gestellt hatte, ohne die Einwilligung des Abgelichteten einzuholen. Diese neudeutsch »bashing« genannte öffentliche Herabsetzung führte dazu, dass einer der Beteiligten sich an das Rheda-Wiedenbrücker »Schiedsamt« wandte. Den Fall bekam Karl-Heinz Geurten auf seinen Schlichtungstisch. Glück gehabt, könnte man sagen, denn Karl-Heinz Geurten ist seit 14 Jahren Schiedsmann dieser Stadt und konnte helfen. Der Rentner und ehemalige Lehrer lud die an dem Internetstreit beteiligten Jugendlichen und ihre Eltern ein. Bei dem Gespräch versuchte Schiedsmann Geurten, die Ursache des Streites zu finden. »Bei den Gesprächen kommen oft die eigentlichen Ursachen der Streitigkeiten auf den Tisch, die haben oft eine Vorgeschichte. Ich konnte eine Einigung erreichen und die Fotos im Internet wurden gelöscht«, erklärt Karl- Heinz Geurten den Ausgang des Schlichtungstermins. Schiedsmann und Schiedsfrau sorgen für Frieden Neben Karl-Heinz Geurten gibt es in Rheda-Wiedenbrück die Schiedsfrau Ute Kappelhoff. Sie ist seit eineinhalb Jahren im Schiedsamt aktiv. Gemeinsam stemmen sie pro Jahr etwa 20 bis 25 Schlichtungstermine und bearbeiten insgesamt 50 Anfragen. Die Termine finden in einem sehr neutral wirkenden Büroraum im Rathaus statt. Tisch, Computer, einige Stühle – das muss reichen, um zu vermitteln. Streit in allen Lebenslagen Die zu schlichtenden Streitigkeiten gehen in Rheda-Wiedenbrück durch alle gesellschaftlichen Schichten und Themen. Da gibt es Nachbarschaftsstreit wegen Grenzen, wuchernden Bäumen und Hecken. Auch Erbschaftsangelegenheiten beschäftigen die beiden Schiedsleute. Da gab es zum Beispiel den Streit mehrerer Brüder, die sich nicht über die Aufteilung eines größeren Barvermögens einigen konnten. Und natürlich beschäftigen Hunde und Katzen auch die Schiedsleute. Da beschwerte sich ein Nachbar über die Katzen aus dem Nebenhaus. Die verrichteten ihre Geschäfte auf dem Grundstück des Beschwerdeführers. Beim Schiedstermin einigte man sich darauf, dass die Katzen Glöckchen tragen mussten und nur zu einer bestimmte Tageszeit ins Freie durften. »Später hat der Katzenbesitzer dann die Katzen ganz abgeschafft«, berichtet Schiedsmann Karl-Heinz Geurten. Viele Kompromisse Mit ihrer Bilanz sind die beiden Schiedsleute zufrieden. »Wir haben eine Erfolgsquote von 75 Prozent«, berichtet Karl-Heinz Geurten. »In diesen Fällen hat es einen Vergleich geben. Das Ergebnis wird in einem Protokoll festgehalten und hat 30 Jahre Gültigkeit«. Schiedsfrau Ute Kappelhoff hat auch eine Erklärung für den Erfolg der Schlichtungstermine: »Die Parteien sitzen hier an einem neutralen Ort. Im Schiedsamt kann man noch an den Lösungen mitbestimmen. Vor Gericht dagegen bin ich fremdbestimmt«. Historisch Nach dem Wiener Kongress 1814/15 wurden die europäischen Territorien neu geordnet. Linksrheinisch blieb das Institut des Friedensrichters bestehen. Das Königreich Preußen führte das Institut des Schiedsmanns ein. Seine Aufgabe war es, bei kleinen Privatrechtsstreitigkeiten und Ehrverletzungen vor einem Gang zu den ordentlichen Gerichten einen Vermittlungsversuch zwischen den streitenden Parteien zu unternehmen. Später wurde das Schiedsverfahren Teil der deutschen Strafprozessordnung. Zuständigkeit bei: Beleidigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Sachbeschädigung, Grundstück-, Nachbarschafts- und Erbschaftsstreitigkeiten... Schiedsamt Rheda-Wiedenbrück Karl-Heinz Geurten u. Ute Kappelhoff | Sprechzeiten: montags von 14 bis 16 Uhr im Rathaus | Tel.: 05242/963302 Jahre I00 Architektur und Bauen Beispielhäuser www.splietker.de Kleestr. 9 | Rheda-Wiedenbrück 05242 93770 | info@splietker.de

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