Aufrufe
vor 2 Jahren

Das Stadtgespräch August 2018

  • Text
  • Kinder
  • Beiden
  • August
  • Stadt
  • Bahrain
  • Familie
  • Menschen
  • Rheda
  • Gemeinsam
  • Mitarbeiter
  • Rhwd.de

32 Das

32 Das Stadtgespräch (V. l.) Hans Hellemann (Vorstand), Ulrike Duventester (Geschäftsführerin), Martina Brormann (Mitarbeiterin), Monsignore Ullrich Auffenberg, Anne Kölling (Vorstand), Ewald Frenz (Vorstand), Helmut Feldmann (Erster Vorsitzender), Hans Mestekemper (Zweiter Vorsitzender) KITT UNSERER GESELLSCHAFT 50 Jahre Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (Kem) »Sie sind ein wertvoller Ausdruck der gelebten Nächstenliebe«, sagte Mon signore Ullrich Auffenberg in dem Wortgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer für den Kreis Gütersloh e. V. (SkFM). Der an der Lütkestraße gelegene Fachverband der Caritas versteht sich speziell für Rheda-Wiedenbrück »quasi als Lotse zur Lösung individueller Probleme«, stellte Hans Mestekemper, Stellvertretender Vorsitzender des ehrenamtlich geführten Vereins in der anschließenden Feierstunde heraus. Er führt gemeinsam mit dem Ersten Vorsitzenden Helmut Feldmann, Anne Kölling, Hans-Joachim Hellemann, Ewald Frenz und Thomas Setzer die Geschäfte der gemeinnützigen Einrichtung. Insgesamt 20 Mitarbeiter, fest angestellte diplomierte Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen sowie drei Verwaltungsangestellte zeichnen für die vielfältigen Aufgaben des SkFM verantwortlich. Sozialdienste Die Arbeit des SkFM startete mit dem Spektrum der Vormundschaften und Pflegschaften für Erwachsene sowie einer Straffälligenhilfe. Neue Aufgaben kamen später hin- zu, beispielsweise Wohnungsnothilfe für von Wohnungslosigkeit bedrohte und obdachlose Menschen sowie eine Unterstützung von Menschen in »besonderen Lebenslagen« im häuslichen Umfeld. Auf der SkFM-Agenda stehen heute auch eine Schuldner- und Insolvenzberatung sowie die Beratung von Migranten. Informationen rund um die Vorsorgevollmacht und die Begleitung von ehrenamtlichen Betreuern komplettieren das Aufgabenspektrum. Bürgermeister Theo Mettenborg lobte anlässlich des Jubiläums das Engagement des SkFM: »Sie sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält«. Es sei schön zu sehen, mit welchem Elan und welcher Freude alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Aufgaben angehen und im gesamten Team zusammenwirken, sprach Hans Mestekemper dem Team seinen Dank für die stets verlässliche Arbeit aus. Weitere Dankesworte der Ehrengäste, ein Fachvortrag von Michael Mendelin vom Diözesan-Caritasverband sowie eine musikalische Umrahmung durch die Mitarbeiter Svenja Schildknecht und Rainer Bartonitschek rundeten die Jubiläumsfeier in der eigens dafür errichteten Pavillon- Zeile vor dem SkFM-Domizil ab.

33 Die DITIB-Moschee an der Holzstraße 10 67 % FÜR ERDOGAN Rheda-Wiedenbrücker feiern seinen Sieg mit Autokorso (Kem) Nach der Bekanntgabe des großartigen Wahlsiegs von Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP fuhren viele junge türkischstämmige Bewohner der Doppelstadt hupend und jubelnd durch Rheda und Wiedenbrück. Sie feierten ihn als Einiger ihres Heimatvolkes und erfolgreichen Kümmerer für eine starke Türkei, der seine Landsleute in Deutschland nicht vergisst, ihnen Stolz vermittelt. Während sie in ihrem Alltag oftmals erleben, nicht ganz dazu zu gehören. Im hiesigen Bereich (Konsulat in Münster) hatte Erdogan 67 % der abgegebenen Stimmen erhalten. Bundesweit fanden ähnliche Freuden-Aktionen statt. Gleich dem Bündnisgrünen Cem Özdemir verstehen es viele nicht, dass die Erdogan-Fans in Deutschland die Vorteile der Freiheit genießen und den autokratisch auftretenden Präsidenten gleichzeitig unterstützen, obwohl dieser seit dem Putsch die Meinungsfreiheit in der Türkei massiv einschränkt, sein Wort jetzt mehr gilt als ein Beschluss des Parlaments. Es wird zudem die Kritik einer anwachsenden Parallelgesellschaft in Deutschland laut. Offensichtlich scheinen den Anhängern Erdogans dessen Sieg und seine Ziele wichtiger zu sein als die Menschenrechtsdiskussion. Kritiker sehen in dieser Situation das Sichtbarwerden der Fehler aus der Vergangenheit: Die zurückliegenden Jahrzehnte brachten nach ihrer Ansicht keine wirksame Integration.Dieses Thema sollte im Sozial- und im Integrationsausschuss von Rheda-Wiedenbrück öffentlich diskutiert werden – ebenso wie der nicht aufgeklärte Mord an einen 68 Jahre alten Mann (Fefzi Ufuk) vor der Moschee an der Holzstraße 10 im März 2006. Eine aktuelle ZDF- Zoom-Recherche ermittelte, dass die Moschee auf der Todesliste der NSU-Terroristen (Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe) steht. Die Liste nennt insgesamt rund 10.000 Anschlagsziele in Deutschland mit einer Bewertung der Umsetzungsmöglichkeiten von Terror-Angriffen. Das ZDF kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft nicht überprüft hat, ob hinter dieser Liste ein rechtes, bundesweites und ortskundiges Netzwerk steht. Kamin fragte Bürgermeister Theo Mettenborg sorgenvoll: »Wir hätten dann damals (heute?) eine vernetzte rechtsradikale Szene auch hier gehabt?«. Ebenfalls der Bündnisgrüne Andreas Hahn sprach das Thema in der jüngsten Ratssitzung an. Der Erste Beigeordnete kündigte an, sich bei den zuständigen Stellen sachkundig zu machen. Er stellte aber vorab fest, dass es in dieser Stadt keine derartige Szene gebe. Wie er vor der Befragung der zuständigen Stellen zu dieser Erkenntnis kommt, wird im Ausschuss zu hinterfragen sein. Der Bürgermeister äußerte spontan: »Das geht uns als Stadt etwas an«.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz