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Das Stadtgespräch August 2017

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38 Das Stadtgespräch 250 Euro für die Wenneberschule. Die SPD unterstützt die Arbeit der Grundschule mit 250 Euro aus dem Spendenaufkommen des Roten Grills vom 1. Mai: (V. l.) Maik Birkholz, Michaela Koroch, Christian Schmelz, Ingvild Splietker, Martina Mester-Grunewald, Brigitte Frisch-Linnhoff, Hartmut Henke. SPIEL MIT DEM FEUER Fachverwaltung macht Wahlkampf auf dem Rücken der Kinder Die Elterninitiative Wenneberschule, Mitarbeiter der Grundschule und andere zivilgesellschaftlich engagierte Bürgerinnen und Bürger für die Primarstufe an der Berliner Straße sind entsetzt. Sie sehen in den jüngsten Äußerungen des Ersten Beigeordneten Dr. Georg Robra in der jüngsten Schulausschusssitzung einen Disziplinierungsversuch. Und sie haben allen Grund dazu: Denn mit der Botschaft, dass der Bürgerentscheid die Umzugspläne der Stadtverwaltung für die Johannisschule durcheinander bringt, nimmt Dr. Robra es zumindest billigend in Kauf, dass die Wenneberschule zum Buhmann für das Scheitern der Umzugspläne der Bekenntnisgrundschule und des Einstein-Gymnasiums im Sommer 2018 wird. Erst ein Jahr später, zum Schuljahresanfang 2019/20, soll die Johannisschule nach den Äußerungen des städtischen Schuldezernenten in die Räume der Ernst-Barlach-Realschule einziehen können. Zwangsläufig muss ebenfalls das Einstein-Gymnasium ein Jahr länger damit klar kommen, dass ihm 13 Unterrichtsräume fehlen. Bekanntlich soll das Einstein-Gymnasium das frei werdende Gebäude der Johannisschule nutzen. Schüler, Eltern und Lehrer des Einstein-Gymnasiums haben da natürlich zu Recht das Gefühl in der örtlichen Schulpolitik hintenan zu stehen. Schulleiter Jörg Droste zeigte sich auf der Schulausschusssitzung denn auch schon entsprechend »hochgradig unglücklich«. »Das ist Wahlkampf auf dem Rücken der Kinder«, prangert Christian Schmelz das Agieren des Ersten Beigeordneten an. Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Schulamt die Kinder sowie die Eltern und Lehrer von der Johannisschule und dem Einstein-Gymnasium vor seinen Karren spannen will, um einen öffentlichen Druck gegen die sehr erfolgreich arbeitende »Elterninitiative Wenneberschule« aufbauen und einen Keil zwischen die beiden benachbarten Schulen an der Fürst-Bentheim-Straße sowie der Grundschule an der Berliner Straße treiben zu können. Matthias Hegel, schulpolitischer Sprecher der FDP-Ratsfraktion, kritisiert die Verzögerungen durch die Stadtverwaltung: »Im gesamten Prozess der Schulentwicklungsplanung war der seit 2013 beabsichtigte Umzug der Johannisschule nie vom Fortbestand der Wenneberschule abhängig«. So habe der Rat bereits im März einstimmig über den Umzug beschlossen. Hegel: »Der Umzug war bereits geplant, als von der Auflösung der Wenneberschule noch nicht einmal die Rede war«. Er kritisiert, die Verwaltung handelt ge-

39 gen die Interessen der Eltern- und Schülerschaft von Johannisschule und Einstein-Gymnasium. Zudem, so Hegel, koste die Verzögerung viel Geld: »Die Containerräume am Einstein-Gymnasium müssen so noch ein weiteres Jahr finanziert werden, obwohl an anderer Stelle genug Schulraum vorhanden ist«. In einem Schreiben an den Bürgermeister fordern die Freien Demokraten, den Umzug wie geplant zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 umzusetzen. »Die Eltern, Schüler und Lehrer von Johannisschule und Einstein-Gymnasium fühlen sich verschaukelt. Die Kinder dieser beiden Schulen sollen nicht unter der Wenneber-Diskussion leiden, so Hegel abschließend. Ein Rätsel ist es zudem, wie in dieser vom Schulamt vergifteten Atmosphäre am 4. September in einer Sondersitzung des Schulausschusses die »Argumente zur Wenneberschule gründlich und demokratisch ausgetauscht« werden sollen, wie Schulausschussvorsitzender Volker Brüggenjürgen (Bündnisgrüne) auf der jüngsten Schulausschusssitzung ankündigte. Zumal der Erste Beigeordnete die Freunde der Wenneberschule als halbe Lügner hinstellt. Schließlich will er höchst persönlich mit den »Halbwahrheiten« der Wenneberfreunde »aufräumen«, wie er auf der besagten Sitzung des Fachgremiums ankündigte. Diese Anklage tut – in den Worten Brüggenjürgens gesprochen – den Freunden der Wenneberschule »richtig weh’, fast körperlich weh’.« Die Gegner der Wenneberschule in der Stadtverwaltung und im Rat hatten genug Zeit, ihre Argumente für die Schließung dieser Grundschule darzulegen. Die gebetsmühlenartig wiederholten Argumente haben aber nicht überzeugt. Und das werden sie auch nicht am 4. September. Patrick Büker (FDP) sagte schon auf der jüngsten Ratssitzung: »Die Stadtverwaltung hat keine soliden Gründe für die Schließung der Wenneberschule. Sie haben es nicht geschafft, die Bürger mit Ihren Argumenten zu überzeugen«. Analog Dirk Kursim (SPD): »Sie wollen die Wenneberschule tot reden«. Hermann Heller-Jordan (Bündnisgrüner): »Tun Sie nicht so, als wenn Ihre Anforderungen an eine Schule nicht von der Wenneberschule erfüllt werden«. Brigitte Frisch-Linnhoff (SPD): »Es wurde immer gesagt, dass die Wenneberschule 1,5-zügig Bestand hat. Jetzt wollen Sie ohne Not dieses in jeder Beziehung funktionierende Grundschulsystem zerschlagen«. Christian Schmelz nach der Schulausschusssitzung: »Die beabsichtigte Schließung der Wenneberschule werden ihre Gegner noch sehr und lange bereuen. Das ist keine strategisch sinnvolle Entscheidung, sondern ein schulpolitischer Rohrkrepierer. Viele Bürger schütteln nur noch den Kopf«. Dazu kommt, dass die Bertelsmann-Stiftung aktuell einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen in Deutschland prognostiziert hat. Der Ärger über den Schulausschussvorsitzenden und den Schuldezernenten kocht angesichts ihres Taktierens über, ebenso wie das Unverständnis über den Vorwurf, die Freunde der Wenneberschule würden emotional agieren. Sie haben stets sehr sachlich argumentiert. Der Vorwurf fällt auf den Ausschussvorsitzenden und den Dezernenten zurück. Gerade sie schüren mit ihren ach so coolen Worten selber die Emotionen. Auf Gedeih und Verderb wollen sie den Bürgerentscheid gewinnen. Nun dürfen sie sich nicht wundern, dass es aus dem Walde so herausschallt, wie sie hineingerufen haben. Ist ihnen bewusst, dass sie nach dem 24. September sehr viel von ihnen selber zerbrochenes Porzellan zu kitten haben? Raimund Kemper PS: Wer die Arbeit der »Elterninitiative Wenneberschule« unterstützen möchte, kann seine Spende auf das Konto DE 29 4785 3520 0002 0245 52 mit dem Verwendungszweck »Bürgerentscheid« überweisen.

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