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Das Stadtgespräch August 2017

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30 Das

30 Das Stadtgespräch neuer Nachwuchsdachdecker an. Die Schwierigkeiten bei der Suche nach »Azubis« hängen nach Einschätzung von Heike Effertz auch mit den mangelnden Qualifikationen der Schulabgänger zusammen, vor allem in Mathe. Vor dem Beginn einer Ausbildung müssen mögliche Bewerber ein Praktikum machen, in dem sich dann zeigt, ob die Grundkenntnisse ausreichen. »Ohne gute Mathekenntnisse wird das nichts. Da gibt es dann schnell große Probleme in der Berufsschule«, hat Heike Effertz festgestellt. Anlagemechaniker »Keiner will mehr körperlich arbeiten«, klagt Lars Buxel von »Buxel Gas-Wasser-Installationen«. Im Unternehmen bildet man seit 30 Jahren aus. Anlagemechaniker kann man bei Buxel werden, aber der Wille zum Handwerk ist bei vielen Schulabgängern nicht da. »Die Jugendlichen wollen eine angenehme Arbeit und im Büro sitzen«, ist Lars Buxels Erfahrung der letzten Jahre. Studium statt Lehre, Hotel Mama statt Eigenverantwortung Die Liste der Beispiele über den Lehrlingsmangel ist lang und zieht sich durch nahezu alle Berufe. Wo früher die Bewerber Schlange standen, ist heute kaum ein Interessent oder gar ein geeigneter Jugendlicher zu finden. Offenbar hat ein Wandel stattgefunden. Angefeuert von dem Ruf nach besseren Bildungsabschlüssen gehen inzwischen die Jugendlichen lieber zu weiterführenden Schulen, als an der Werkbank, im Büro oder am Bau in den Ernst des Berufslebens einzusteigen. Auch die lange Verweildauer im gut ausgestatteten Service-Haushalt der Eltern mindert bei vielen den Druck, eigenes Geld zu verdienen und allzu früh ein selbständiges Leben zu beginnen. Dabei übersehen viele Jugendliche die überaus guten Chancen, die zum Beispiel eine Ausbildung in Handwerk oder Handel bietet. Etliche Betriebe unterstützen ihre Auszubildenden dabei, sich fachlich immer höher zu qualifizieren und auch auf der Karriereleiter weiter zukommen. Auch innerhalb einzelner Firmen gibt es oftmals Möglichkeiten für mehr Geld und mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist nicht nur in großen Konzernen der Fall: Gerade im Mittelstand suchen viele Betriebe engagierten Nachwuchs, der möglicherweise einmal den Laden vom Firmengründer übernehmen mag. Das bietet unter Umständen mehr Möglichkeiten für ein selbst bestimmtes Leben als ein Studium ohne konkretes Ziel. Die hohe Zahl an Studienabbrechern zeigt, dass nicht jeder mit einer akademischen Ausbildung zurechtkommt oder gar glücklich wird. Die heutigen Schulabgänger haben unter Umständen ein halbes Jahrhundert vor sich, in dem sie aktiv im Beruf bleiben müssen und dabei dauerhaft zufrieden bleiben sollten. Es lohnt sich daher, schon bei der Berufswahl einen perspektivischen Blick auf die späteren Möglichkeiten für Varianten, Spezialisierungen oder weitere Gestaltungsmöglichkeiten zu werfen. Ein Leben lang glücklich im Beruf und finanziell gut abgesichert zu bleiben, egal was später auf einen zukommt – dafür ist eine solide Ausbildung in der richtigen Branche Voraussetzung. Hier in der Stadt sind Schulabgänger bei den vielen Ausbildungsbetrieben äußerst willkommen. Da lohnt sich ein Kontakt und die Verabredung für ein Praktikum, z.B. jetzt in den Ferien. Eigeninitiative ist der erste Schritt zum guten Eindruck, den man beim möglichen Arbeitgeber machen will. Man lernt sich kennen und kann gegenseitig testen, ob die Lehrstelle in Gastronomie, Handwerk, Handel oder Industrie die geeignete ist für die persönlichen Wünsche in der Lebensplanung. Es gibt viele Betriebe und viele freie Ausbildungsstellen. Und es gibt viele motivierte, engagierte und lernbereite Jugendliche. Findet Euch!

31 Vorsorgevollmacht – Entmündigung im Alter verhindern Die Vorsorgevollmacht gibt dem Bevollmächtigten eine Vielzahl von Rechten und Möglichkeiten. Leider wird dies nicht selten missbraucht... PFLEGE UND ALTER Die Angst vor der Entmündigung Was kann ich tun, um im Alter lange selbstständig zu bleiben und möglichst bis zum Tode die Fäden in der Hand zu behalten? Diese Frage steht für viele Menschen im Raum, gerade, wenn man neue Verwandschaftsverhältnisse bekommen oder auch Streit in der Familie hatte. Auch bei Entscheidungen über den Wohnort- oder Wohnungswechsel taucht die Frage auf: Was passiert mit mir, wenn ich im Alter krank oder eingeschränkt in der Bewegung bin? Wer außer mir darf und soll Entscheidungen über mein Leben treffen? Zu diesen Fragen kommt oft die Sorge und Unkenntnis über Pflege- und Betreuungsangebote, die mir bei Krankheit und Hilflosigkeit das Leben erleichtern und angenehmer machen können. Umfangreiche Angebote und Lebensmodelle Gerade in Rheda-Wiedenbrück ist das Angebot an Pflege- und Betreuungseinrichtungen groß und es kommen immer mehr Angebote dazu. Sie reichen von ambulanter Pflege und Hilfe zu Hause über Wohnanlagen für Senioren sowie Pflegeeinrichtungen mit Tagesoder 24-Stunden-Betreuung. Auch stundenweise kann man sich oder Familienangehörige in Rheda-Wiedenbrück betreuen lassen. Diese Tagespflegestationen sind professionell ausgestattet für Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden. Ob körperliches Handicap oder Demenz, ob kleine Einschränkung oder Unfähigkeit, weiterhin ganz allein für sich zu sorgen – in unserer Stadt gibt es ein großes Angebot an Unterstützung. Welche Vorsorge für das Alter? Die Frage ist, was wünsche ich mir für mein Alter, was davon kann ich jetzt schon regeln? Und eine Sorge treibt viele Menschen um: Wie kann ich verhindern, dass ein bestimmter Verwandter im Alter, bei Krankheit oder im Notfall über mich und mein Leben entscheidet, ohne dass er sich an meine Wünsche hält? Wer soll für mich entscheiden dürfen, wenn ich es auf einmal nicht mehr kann? Was ist in meinem Sinne? Das alles kann man festlegen. Was zu tun ist, damit der eigene Wille unumstößlich bleibt und was im Vorfeld zu beachten ist, dazu hat Das Stadtgespräch dem Rheda-Wiedenbrücker Rechtsanwalt und Notar Johannes Granas drei Fragen gestellt. Das Stadtgespräch: Was kann man im Alter tun kann, um möglichst lange die Fäden selbst in der Hand halten zu können? Johannes Granas: Wir haben eine gesetzliche Regelung, die beinhaltet, dass man mit 18 Jahren und somit ab Volljährigkeit voll geschäftsfähig ist. Sollte man ab Volljährigkeit aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in der Lage sein, selbst zu handeln, so gibt es nur eine Institution, die einen Ver-

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