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Das Stadtgespräch August 2017

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28 Das Stadtgespräch »Es ist ein Drama...« – Bauunternehmen Mestekemper AZUBI-MANGEL IN RHEDA-WIEDENBRÜCK Lehrlinge gesucht Elektrotechnik »Wir suchen händeringend und laden jede Menge Leute ein, aber bei vielen stimmt die Qualifikation nicht«, berichtet Silvia Börger von »Börger Elektrotechnik«. Das Unternehmen bildet seit Jahrzehnten aus. Die Inhaberin kann die Entwicklungen der letzten Jahre daher einschätzen: »Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wird immer schlechter. Viele Jugendliche haben jahrelang Praktika gemacht, wie in den Bewerbungsunterlagen zu sehen ist. Ich frage mich, warum entscheiden die sich nicht?«. Silvia Börger sieht noch weitere Probleme: Da stehen in den Bewerbungen, die über die Arbeitsagentur vermittelt werden, die Mathenoten »ausreichend« und »mangelhaft«. Zu schlecht um bei Börger eine Ausbildung zum »Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik« zu machen. So war bei Redaktionsschluss eine Ausbildungsstelle zum ersten August noch nicht besetzt. Viele Jugendliche wollen sich nicht die Hände schmutzig machen, ist die ernüchternde Erkenntnis in dem Elektrotechnikunternehmen. Einen Auszubildenden haben die Börgers allerdings, und mit dem hat das Unternehmen Glück gehabt. »Der hängt sich richtig rein«, freut sich Silvia Börger. Maurer »Es ist ein Drama, die Leute wollen nicht mehr ins Handwerk«. Bernd Lübbert vom Bauunternehmen »Franz Mestekemper« beschreibt seine Erfahrungen mit Nachwuchskräften der vergangenen Jahrzehnte: »Vor 20 Jahren hatten die jungen Leute noch Motivation, heute ist das ganz anders«. Viele Schulabgänger sind bei Mestekemper in die Lehre gegangen. Dort wurden sie Maurer oder Betonbauer. »Fast in jedem Jahr hatten wir fünf Auszubildende«, sagt Bernd Lübbert, »im letzten Jahr waren es drei, und in diesem Jahr fängt zum ersten August nur noch ein Lehrling bei uns an«. Die Zeiten haben sich spürbar verändert, was heute auch in Rheda-Wiedenbrück fehlt, sind Auszubildende. Der Markt junger Leute ist offenbar leer gefegt. »Wir versuchen alles, was möglich ist. Wir machen Werbung, wir unterstützen die jungen Leute in ihren Zielen, aber die meisten Schulabgänger wollen hoch hinaus, immer mehr streben ein Studium an«, stellt Bernd Lübbert fest. Um dennoch irgendwie Nachwuchskräfte zu gewinnen, hat das Bauunternehmen auch die Flüchtlinge im Blick. Zu zweien hat das Unternehmen Kontakt und macht sich Hoffnung, sie als Mitarbeiter gewinnen zu können. Maler/Bodenleger Auch Klaus Westermann vom »Westermann Wohnstore« hat Flüchtlinge als Alternative im Blick. Drei Flüchtlinge arbeiten zurzeit in seinem Unternehmen und können möglicherweise später eine Ausbildung machen. Die

29 Ausbildung im Lind Hotel! Zum 01. August 2018 haben wir noch einen Ausbildungsplatz frei: • Koch / Köchin Wenn Sie in einem jungen und erfolgreichen Team eines renommierten Hauses mitarbeiten möchten, senden Sie uns bitte Ihre Bewerbungsunterlagen zu. Wir freuen uns auf Sie! »suchen händeringend« – Börger Elektrotechnik Lind Hotel GmbH • Am Nordtor 1 • 33397 Rietberg Tel: 05244-700100 • www.lind-hotel.de Ansprechpartner: Johannes Kürpick • E-Mail: johannes.kuerpick@lind-hotel.de Arbeiten in den Ausbildungsbereichen sind abwechslungsreich und interessant, auch Frauen arbeiten beim »Wohnstore Westermann« als Malerinnen. Dennoch schätzt Klaus Westermann die Lage auf dem Arbeitsmarkt so ein wie viele Rheda-Wiedenbrücker Ausbildungsbetriebe: »Jugendliche wollen nicht schwer tragen und zum Beispiel auf dem Boden arbeiten wie unsere Bodenleger«, erzählt er. Auch in seinem Unternehmen ist es schwierig geworden, freie Ausbildungsstellen zu besetzen. Mit Glück konnte er zwei Lehrstellen zum 1. August besetzen. Gartenbau Ähnlich sieht das auch Silvia Stein von »Gartenbau Altenau«. Sie hat das Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen übernommen und suchte ebenfalls einen Auszubildenden. Auch Silvia Stein hatte Kontakt zu einem Flüchtling. Den jungen Mann hätte sie gern als Auszubildenden gehabt: »Auf den hatte ich mich festgelegt«, sagte sie. Aber da kam die Politik dazwischen. Der Flüchtling machte gerade ein sechswöchiges Praktikum bei »Gartenbau Altenau«, als die Behörden kamen und den Mann abgeschoben haben. Da wünscht Silvia Stein sich und auch anderen Unternehmern in der Stadt mehr Sicherheit, was Aufenthaltsstatus und Perspektiven betrifft. Man stellt nicht junge Frauen und Männer ein, wenn das Risiko besteht, dass sie plötzlich das Land verlassen müssen. Für die heimischen Betriebe ist es bitter, weil nur wenige Flüchtlinge die Lücke ausfüllen können, die einheimische Schulabgänger verursachen. Körperliche Arbeit ist eben nicht attraktiv für viele Jugendliche. Obwohl der Garten- und Landschaftsbau längst über das reine »Schuften« hinweg ist und ganz andere Seiten zeigt. Die Arbeit mit modernen Maschinen und Materialien etwa erleichtern das reine Handanlegen und schaffen auch zeitlich Raum für die vielfältigen Möglichkeiten der kreativen Gestaltung beim Teichbau, bei der Konzeption von Wegen und Beeten oder der Anlage eines Dachgartens. »Im nächsten Jahr gehe ich fest davon aus, wieder einen Auszubildenden zu finden«, will Silvia Stein optimistisch bleiben. Dachdecker Heike Effertz von »Ferdinand Effertz Bedachungen Gerüstbau« schaut von ganz oben auf das Problem der fehlenden Auszubildenden. »Es ist sehr schwer, Lehrlinge zu finden. Da gibt es zwei Gruppen. Entweder die Jugendlichen sind Feuer und Flamme für den Dachdeckerberuf oder sie sind es nicht«, sagt sie. Die Unternehmerin hat einige Erfahrung mit dem Ausbilden. Zurzeit haben die Effertz zwei junge Menschen in ihrem Betrieb, die ab dem 1. August in das zweite Lehrjahr wechseln. Mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres fängt dann nur ein FIT FÜR DIE ZUKUNFT – AUSBILDUNG BEI HANSMEIER! Im Hansmeier-Team stehen ab 1. August 2018 folgende Ausbildungsberufe zur Verfügung [m/w]: > Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik > Elektroniker Fachrichtung Automatisierungstechnik Wir freuen uns auf Deine aussagekräftige Bewerbung. HANSMEIER STEUERUNGSTECHNIK GMBH & CO. KG Pilgerpatt 6 33378 Rheda-Wiedenbrück www.hansmeier.net BERUFSSTART 2018 IM HANSMEIER-TEAM ANSPRECHPARTNER Herr Klaus Hansmeier Tel. 0 52 42 - 90 41 150 klaus.hansmeier@hansmeier.net

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