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Das Stadtgespräch April 2019

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30 Das

30 Das Stadtgespräch Klaus-Peter Krüger, Helga und Richard Kügeler, Christian Heitmann mit schwerem Gerät aus den 80ern RADIO- UND TELEFON-MUSEUM: ZURÜCK IN DIE 80ER So klang und flimmerte das bunte Jahrzehnt (Kem) Die 1980er Jahre: Olymp iaboykott,Friedensbewegung, auf den erfrischend klaren Helmut Schmidt folgte die bleierne Ära Helmut Kohl. Aber auch das Waldsterben, AIDS, Tschernobyl, Angst vor einem dritten Weltkrieg, das Geiseldrama von Gladbeck, die Barschel-Affäre, die Friedensbewegung oder zum Ende des Jahrzehnts der Mauerfall sowie die Aufbruchstimmung in Deutschland und Europa prägten die 80er Jahre. Das Radio- und Telefon-Museum »Verstärkeramt« weckt Erinnerungen an diese bewegte Zeit mit originalen Exponaten aus der multimedialen Welt. Die Besucher der Sonderausstellung können 250 Ausstellungsstücke bewundern: von Ghetto-Blastern bis zu monströsen Video-Kameras. Christian Heitmann und Klaus-Peter Krüger vom Museums-Verein haben die Dinge unter dem Ausstellungs-Motto »Back to the 80s« zusammen getragen. Einen Großteil der Stücke haben sie in dem riesigen Fundus des Museums aufgestöbert. Einen kleineren Teil (gut 10 Prozent) erhielten sie von den verschiedensten Zeitzeugen des Jahrzehnts. Die Vorbereitung und Organisation der Ausstellung zog sie voll in den Bann. Kein Wunder: Das Sammeln der Exponate wurde für sie zur Zeitreise in die Jahre ihrer eigenen Jugend und des jungen Erwachsenseins. Zudem wissen sie: Die Musik und das Lebensgefühl dieser Zeit steht noch heute bei vielen Leuten hoch im Kurs. Der

31 Kofferradio mit Single einundfünfzigjährige Christian Heitmann hatte die Idee zu der Präsentation. Der begeisterte Musiker nahm dann Klaus-Peter Krüger mit ins Boot. Sie motivierte der Gedanke mit dieser Ausstellung auch jüngere Leute ansprechen zu können. Nicht alle Vereinskameraden teilten ihre Begeisterung für das Projekt sofort: Die 80er seien noch nicht lange genug her, um sie in einer Sonderausstellung zu würdigen. Letzten Endes aber ließen sie sich dann aber gerne von dem Enthusiasmus der beiden anstecken. Das an der Eusterbrockstraße 44 gelegene Verstärkeramt (zwischen Wiedenbrück und St. Vit) hofft nun natürlich, dass es den Besuchern ebenso ergeht. Wer die Ausstellung bewundern möchte, hat dazu jeden Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr Gelegenheit. Gruppenführungen sind nach telefonischer Anmeldung möglich (Ruf 05242-44330). Neben der Ausstellung können sich die Gäste auf Dönekes und Erinnerungen der Museumsführung rund um die 1980er Jahre freuen. Film & TV Kulturell und medial waren die 80er das letzte Jahrzehnt ohne die heute so wichtigen Massenphänomene Handy und Internet. Stattdessen war man zufrieden mit CB-Funk und Telefonzellen. Die Zeit war geprägt von Kinoerfolgen wie »E.T.« oder »Dirty Dancing«. Im Fernsehen feierten US-Serien wie »Dallas« und »Denver-Clan« Erfolge, auch der raubeinige »Tatort«- Kommissar Schimanski und die Ärzteserie »Die Schwarzwaldklinik« waren beliebt. Das »Wetten, dass…?«-Gucken im Kapuzenbademantel wurde zur ultimativen TV-Erfahrung. ARD, ZDF und die Regionalprogramme blieben nicht mehr unter sich: Das Privatfernsehen zog in die Bundesrepublik ein. Mit RTL begann es. Die fernsehfreie Nachtzeit mit Standbild verschwand von der Bildröhre. Satelliten-Schüsseln kamen auf – man sah sie aber noch als Umwelt-Verschandelung. Die VHS- Kassette startete ihren Siegeszug. Das bessere Video 2000 von Grundig hatte das Nachsehen, weil der Hersteller die Verwendung für Pornographie und Gewalt ablehnte.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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