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Das Stadtgespräch April 2017

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6 Das Stadtgespräch Drei versch. Bienenwesen leben im Stock: eine einzige Königin, Arbeiterinnen (im Sommer 40.000 bis 60.000, im Winter 6.000 bis 8.000) und im Sommer einige hundert Drohnen. Die Arbeitsbienen sind Weibchen und verrichten sämtliche Tätigkeiten. lerlei Erkältungssymptome wusste schon die Großmutter zu schätzen und auch in der Intensivmedizin haben Bienenprodukte, wie speziell gereinigter Honig, Wachs oder das Bienenharz Propolis Eingang gefunden. Beispielsweise bei Verbrennungen unterstützen sie durch ihre antibiotische Wirkung den Heilungsprozess. Wie wichtig die geflügelten Nutztiere für unsere Umwelt sind, zeigt sich unter anderem auch darin, dass sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eigens eine kostenlose Bienen-App für Smartphones entwickelt hat. In dieser können Interessierte beispielsweise nachlesen, wie jeder Einzelne den Honigbienen, aber auch Wildbienen helfen kann. So zeigt ein digitales Lexikon auf, welche Pflanzen den Insekten besonders viel Nektar bieten. Unter dem Themenbereich »Imker werden« gibt es Informationen über das Imkern als Hobby und Beruf. Bienen mögen keine Hektik Spezielle Einsteigerkurse machen Sinn. Darin sind sich auch die Imker in Rheda-Wiedenbrück einig. »Bei einem Tag der offenen Tür oder Schnupperkursen kann man erst einmal testen, ob das Imkern als Hobby überhaupt in Frage kommt«, erklärt Marco Tomasiewicz. Denn einige grundlegende Eigenschaften und ein großes Interesse für gelebten Naturschutz sollten angehende Imker schon mitbringen. So mögen die Insekten keinerlei Hektik. »Geduld und Ruhe sind gefragt, sonst kommt es schon mal zu Stichen. Die Bienen merken sofort, wenn man nur mal eben schnell etwas an den Stöcken erledigen will«, erläutert Norbert Ellermann. Man fange aber auch automatisch an, mehr auf die Natur zu achten, sobald man Bienen halte, so der Historiker. Für die lückenlose Geschichte des Imkervereins ist er übrigens stets auf der Suche nach alten Fotos und historischen Dokumenten Foto: Deutscher Imkerbund e.V. über die Bienenhaltung hier im Umkreis. »Ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere Stadtgespräch-Leser mir eventuell Keller- oder Dachbodenfunde zur Verfügung stellen würde«, so Ellermann. Große Bedrohung durch Milben Dass die fleißigen Bienen ihre Arbeit wie von selbst erledigen, heißt leider nicht, dass die Tiere die Hilfe des Menschen nicht benötigen. Besonders die Varroamilbe, ein Parasit, der die Brut der Bienen befällt und so ganze Völker vernichtet, ist nach wie vor ein riesiges Problem. »Ohne die Hilfe der Imker, kommen die Insekten oftmals nicht über den Winter. Besonders wilde Bienenvölker haben es schwer«, erklärt Marco Tomasiewicz. Er ist stolz darauf, dass er seine Völker mit einer ausgeklügelten alternativen Behandlung aus Ameisen-, Milchund Oxalsäure diesmal ohne Verluste über den Winter gebracht hat. Dass das durchaus nicht selbstverständlich ist, sieht man an der Anerkennung und Freude, die ihm die anderen Imker dafür entgegen bringen. Zudem macht es die sinkende Artenvielfalt den Bienen unnötig

7 schwer. Mit den weit verbreiteten Mais- und Getreidemonokulturen können die Insekten nämlich gar nichts anfangen. Da es zudem kaum noch Randstreifen mit Wildblumen gibt, um die Äcker voll auszuschöpfen, hat es die Biene auf dem Land mittlerweile schwer. Stadtbienen sammeln mehr Honig »Tatsächlich ist es so, dass die Bienen in der Stadt mehr Honig produzieren, da sie in Gärten und Parks mittlerweile ein höheres Nahrungsangebot finden als auf dem Land«, so Peter Michels, der ebenfalls im Imkerverein aktiv ist und wie er sagt, durch familiäre Vorbelastung zum Imkern gekommen ist. Schon sein Vater und Großvater waren aktive Bienenhalter. Wie Michels halten auch die meisten anderen Imker aus Rheda-Wiedenbrück ihre Völker im heimischen Garten. Die Nachbarn wissen Bescheid und stören sich großteils nicht an den fleißigen Insekten und ihren Verschiedene Arbeitsutensilien, wie Imkerhut und Imkerpfeife erleichtern die Arbeit mit den Bienen. Über den fertigen Honig freuen sich nicht nur die Imker. regen Flugbewegungen. Im Gegenteil, sie können sich oftmals über ergiebige Ernten freuen. Bevor es aber an die Honigernte geht, sind die Imker bis zum Ende des Frühsommers erst einmal mit der regelmäßigen Schwarmkontrolle beschäftigt. Wächst eine neue Königin heran, schwärmt sie irgendwann aus und nimmt einen Teil des Bienenvolkes mit. So natürlich dieser Vorgang einerseits ist, so ärgerlich ist der Verlust dann für die Imker. »Die intensive Schwarmzeit ist hier aber normalerweise mit der Sommersonnenwende Ende Juni beendet«, erklärt Marco Tomasiewicz. Sollte andersherum jemand einen freien Bienenscharm irgendwo in der Stadt entdecken, kann sich der Finder gern an den Imkerverein wenden. Imkerverein Rheda-Wiedenbrück Kontakt: Marco Tomasiewicz (1. Vorsitzender) E-Mail: imkerverein-rhwd@web.de Web: www.kreisimkerverein-gt.de www.imkerverein-rhwd.de (Webseite ist zur Zeit im Aufbau). Der Verein trifft sich immer am ersten Freitag im Monat um 19.30 Uhr in der Gaststätte Jägerheim in Wiedenbrück. Foto: Bewermeier-Helms

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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