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Das Stadtgespräch April 2017

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48 Das

48 Das Stadtgespräch An der NSDAP-Schulungsburg und ihrem Aufmarschgelände scheiterten die frühen Pläne für eine Umgehungsstraße um Rheda und Wiedenbrück. 1936 – Archiv Sänger UMGEHUNGSSTRASSE RHEDA-WIEDENBRÜCK UMGEHUNGSSTRASSE RHEDA-WIEDENBRÜCK Nazis verhinderten frühen Bau (Kem) In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre zogen die beteiligten Stellen nicht an einem Strang, als es um den Bau der Ortsumgehung von Wiedenbrück und Rheda gehen sollte. Die fehlende Einigkeit ließ das Projekt scheitern, erfahren wir aus einem Bericht über den »Bau der Autobahn vor 80 Jahren« von Heimatforscher Jochen Sänger, den er im Heimat- Jahrbuch 2017 veröffentlichte. Die damalige Provinzialregierung für Westfalen in Münster wollte die Umgehungsstraße zeitgleich mit dem Autobahnabschnitt Recklinghausen-Brackwede fertigstellen, den die Direktion der Reichsautobahnen (RAB) in Berlin im November 1938 dem Verkehr nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit übergab. Die Planungen für den Bau der RAB und der Umgehungsstraße reichen bis in das Jahr 1933 zurück. Der Bau der RAB und Ortsumgehung wurde als vordringlich eingestuft. Die Stadt Wiedenbrück vermerkte, dass im Zusammenhang mit der Unterführung der Hermann-Göring-Straße (heute Ringstraße) in wiederholten Besprechungen darauf hingewiesen wurde, dass der Verkehr zwischen Rheda und Wiedenbrück so stark sei, dass er schon seit mehreren Jahren eine wesentliche Verbreiterung der Rhedaer Straße/Provinzialstraße (heute Hauptstraße) erforderlich mache. Der Wiedenbrücker Bürgermeister Heinrich Nienhues befürchtete sogar, dass die RAB keine nachhaltige Entlastung für den Verkehr auf der Provinzialstraße und Hermann-Göring-Straße bringe, weil der durch die Fahrzeugindustrie und »vom Führer« forcierte Kraftfahrzeugverkehr überaus stark ansteige. Er forderte deshalb »rechtzeitig für ausreichende Verkehrsstraßen Sorge zu tragen« – womit er vor allem nur die Umgehungsstraße meinen konnte. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen in Münster bat zudem die Oberste Bauleitung (OBL) für die RAB in Essen »die Auffahrt der RAB nicht an der Reichsstraße Nr. 64 (Provinzialstraße) zwischen Rheda und Wiedenbrück, sondern an der Umgehungsstraße östlich der Reichsstraße vorzusehen.« Gründe für das Scheitern Die geplante Umgehungsstraße sollte auf einer neuen Trasse entstehen. Ihre Linie verlief westlich der heute bestehenden Ortsumgehung. Das Festhalten der Provinzialregierung an der gewählten Trasse führte letztendlich zum Scheitern des Projekts. Die geplante Umgehungsstraße verlief im Südosten Wiedenbrücks durch den Stadtwald. Die Wie-

49 Blick von der Autobahnbrücke bei Oelde Richtung Rheda-Wiedenbrück Archiv Sänger denbrücker Stadtvertreter sprachen sich vehement gegen die Durchschneidung dieses Erholungsgebietes aus. Weiter nördlich tangierte die Trasse in Höhe des heutigen Firmengeländes Rascher die Schulungsburg der NSDAP mit ihrem großen Aufmarschgelände. Der Landrat des Kreises Wiedenbrück, Adolar Edwin Klein, begehrte bei der Straßenbauverwaltung der Provinzialregierung Münster erfolgreich gegen diese Absicht auf. Sie übernahm die Argumentation des Landrats, so dass ebenfalls die Direktion der RAB umschwenkte und eine vorläufige Ruhe der »Entwurfsbearbeitung für die Umgehungsstraße von Rheda und Wiedenbrück« verfügte. In dem Planfeststellungsverfahren zur Umgehungsstraße hatte die OBL Essen vergeblich versucht eine alternative Linie bei der Provinzialregierung durchzusetzen. Warum die Provinzialregierung die kritisierte Führung der Trasse nicht verwarf, ist bis heute nicht erforscht. Nach dem Aus der Planungen für die Umgehungsstraße wurde die Gütersloher Straße zwischen Rheda und Schalück 1939 als Zubringerstraße zur Autobahn ausgebaut. Die Auffahrt befand sich an der Reichsstraße F 61 (heute B 61). Schon vorher hatte man die über 200 Jahre alte Gewölbebrücke über die Ems abgetragen und durch die bis heute bestehende Betonbrücke ersetzt. Die neue Umgehungsstraße Der Traum von der Umgehungsstraße wurde 40 Jahre später als Vorleistung auf die neu geplante und später verworfene A 47 durch einen autobahnähnlichen Ausbau wahr. Die Trasse der A 47 sollte Kirchlengern/Herford, Bielefeld, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Lippstadt, Warstein und Meschede miteinander verbinden. Die Trasse folgte im nordöstlichen Bereich weitgehend der B 61. Dabei entstand in Bielefeld der Ostwestfalendamm. In der Planung befand sich ebenfalls eine Verbindung der neuen Umgehungsstraße mit einer vom Autobahnkreuz Münster- Süd kommenden Verlängerung der A 43. Sie wurde wegen zahlreicher Proteste nicht realisiert. Stattdessen wird ein Ausbau der B 64 mit Umgehungen bei Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz angestrebt. Die Bundesregierung nahm einen dreispurigen Ausbau in dem neuen Bundesverkehrswegeplan auf. Allerdings stemmen sich zahlreiche Bürgerinitiativen dagegen. Die B 64 verläuft von der B 51 bei Telgte über Rheda-Wiedenbrück, Paderborn und Höxter nach Seesen (Harz). Die Staus im innerstädtischen Verkehr aufgrund der vorübergehenden Reparaturarbeiten an der Umgehungsstraße machten den Autofahrern im letzten Jahr bewusst, wie dringend diese Verbindung zur Verhinderung eines Verkehrskollaps in Rheda-Wiedenbrück erforderlich ist. Freude ist käuflich MAKITA Baustellenradio BMR 102 - UKW und Mittelwelle - digitales, großflächiges Display - mit Weckfunktion - Gehäuse in robuster Baustellenausführung - 2 Line-in-Eingänge 3,5 mm Klinke €99. 00 je €49. 90 FHB Strick-Fleecejacke - leichte und anschmiegsame Jacke - elastische, schwarze Seitenbereiche - geräumige Taschen mit Reißverschluss - 2 Innentaschen - Größen S bis 3XL Auf über 750 qm alles für den Profi. Josef Strohmeier GmbH | Pilgerpatt 10 | 33378 Rheda-Wiedenbrück Tel. 05242 / 92630 | Fax 05242 / 926320 | www.strohmeiergmbh.de

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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