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Das Stadtgespräch April 2017

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46 Das

46 Das Stadtgespräch Der Gutachter und die Kommunalpolitiker gaben das grüne Licht für einen großflächigen Einzelhandelsmarkt auf dem südlichen Wonnemann-Gelände. Das OVG Minden gab rosa Licht für die Pläne des Investors. FORTSCHREIBUNG DES EINZELHANDELS KONZEPTS Alte Ideen in neuen Schläuchen Man muss 69 Seiten in der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts für Rheda-Wiedenbrück lesen, um zu erfahren, dass die Gutachter von dem Dortmunder Planungsbüro »Stadt + Handel« die Entwicklung eines großflächigen Lebensmittel-Einzelhandels im Bereich des Parkplatzes »Schanze« nicht weiter verfolgen. Wiedenbrück Bei der Gelegenheit erfährt man zugleich, dass das Gutachter-Trio »Föhrer-Döring-Haun« dem Nahversorgungsstandort Hauptstraße/Westring nunmehr Priorität einräumen. Sie handeln damit wider der besseren Einsicht. Denn sie wissen genau, dass dieser sogenannte Nahversorgungsstandort kaum einen Beitrag zur räumlichen Nahversorgung (700-Meter- Radius) leistet und erst recht nicht die Kundenfrequenz in der Wiedenbrücker Innenstadt ansteigen lässt. Und gerade diese Aspekte waren ausschlaggebend dafür, dass die Gutachter, der Rat und die Stadtverwaltung bisher den Standort »Schanze« favorisierten und dem Gelände am Standort Hauptstraße/Westring die rote Karte zeigten. Aber das ist jetzt Schnee von gestern. Die Gründe für die 180°-Wende erscheinen wie an den Haaren herbeigezogen: Die von den Gutachtern zitierte schwierige Situation bei der Kompensation der Stellplätze auf der »Schanze« sowie die Problematik bei der perspektivischen Flächenverfügbarkeit bestanden schon bei der Vorlage des Vorgängerkonzepts zur Entwicklung des Einzelhandels. Die landesplanerische Restriktion (Erhalt der Bahntrasse Wiedenbrück-Langenberg) fiel ja nicht wie Manna vom Himmel, sondern war schon bei der Aufstellung des Original-Gutachtens im Landesentwicklungsplan festgeschrieben. Die zwingende Befolgung landesplanerischer Vorgaben ist aber Prüfungswissen für jeden kommunalen Verwaltungsfachmann. Ebenso erstaunt die Aussage der Gutachter, dass die Entwicklung des Standorts »Hauptstraße/ Westring« ein politischer Wunsch der Ratsmehrheit ist. Warum fand dieser Prozess der Meinungsbildung nicht im öffentlichen Teil einer Bauausschusssitzung statt, obwohl die Ratsvertreter selber angekündigt hatten, an dem Standort »Schanze« unter Ausschluss des Bahngeländes festzuhalten? Sie wollten für das dadurch kleinere zur Verfügung stehende Gelände ein neues Konzept zur Entwicklung dieses Standortes für den Einzelhandel erarbeiten. Dass die Gutachter die parallele Entwicklung der beiden Standorte »Schanze« und »Hauptstraße/ Westring« ausschließen, liegt in der Logik der bisherigen Argumentation. Gutachter, Rat und Stadtverwaltung hatten diese Tandemlösung schon bislang nicht für machbar gehalten. Zwischenstadt Fakt ist, dass die nun eingeleitete Entwicklung des Standorts »Hauptstraße/Westring«, das, auf der nördlichen Westring-Seite beginnende, Sondergebiet »Hauptstraße/Feldhüser Weg« und damit die Zwischenstadt in Konkurrenz zur Wiedenbrücker Innenstadt stärkt. Positiv ist diese neue Situation für die Investoren. Der Weg für einen Vollsortimenter auf dem bereits frei geräumten früheren Wonnemann-Areal ist frei, beispielsweise mit Rewe oder Edeka als Partner. Zum weiteren Ablauf und einer möglichen Zeitachse sagte uns der Technische Beigeordnete Stephan Johannes Pfeffer: »Zu welchem Zeitpunkt mit einer Entwicklung zu rechnen ist, lässt sich nicht sagen, da derzeit keine konkreten Planunterlagen vorliegen. Eine Zeitachse kann erst dann entwickelt werden, wenn genau klar ist, was gebaut werden soll. Darüber hinaus sind für die geplanten Nutzungen noch eine ganze Reihe von planungsrechtlichen Fragen zu klären«. Der gegenüber liegende Combi- Markt dürfte nach der Fertigstellung dieses Projekts wohl geschlossen werden. Definitive Aussagen des Betreibers für einen solchen Schritt sind der Stadtverwaltung aber nicht bekannt. Gewinner an der Kreuzung »Hauptstraße/Westring« ist der Investor der nördlich des Westrings liegenden, ehemaligen Wonnemann-Immobilie. Er klagt gegen die von Stadt und Rat für diesen Bereich (Bebauungsplan Nr. 401) verhängte Veränderungssperre vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Minden. Das OVG hat im Eilverfahren entschieden, die Veränderungssperre auszusetzen. Das Hauptsacheverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Sollte die vorläufige Entscheidung im Urteil bestätigt werden, sind angefragte Vorhaben, beispielsweise ein Biomarkt, in diesem Bereich nach § 34 BauGB zu beurteilen. Ob der Investor plant, die Gebäude im Geltungsbereich des Bebauungsplans abzureißen, ist der Verwaltung nicht bekannt, erfuhren wir von dem Technischen Beigeordneten. Das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung wird zeitnah mit dem Rat abgestimmt, teilte uns die städtische Pressesprecherin Maximiliane Plöger mit. Zu diesem Szenarium gehört auf jeden Fall die Realisierung des vom BSUV angedachten Verkehrs- Kreisels in der Kreuzung »Westring/Hauptstraße«.

47 Auf dem innenstadtnahen Schanze-Parkplatz wird aber aufgrund der neuen Situation für lange Zeit nichts mehr passieren, was die Kunden-Frequenz in der City erhöht. Rheda Nachdem sich die Gutachter von der unausgereiften Phantasie eines Umzugs des Kauflands an die Kolpingstraße verabschiedet hatten und auch der Rat und die Stadtverwaltung dieser Fata Morgana nicht mehr weiter nachhängen wollten, kommt nunmehr der Uralt-Vorschlag »Kolpingstraße« mit allen hinlänglich bekannten Argumenten wieder auf den Tisch. Die Gutachter ordnen dafür einfach den Standort »Kolpingstraße« als Wurmfortsatz dem zentralen Versorgungsbereich des Innenstadtzentrums Rheda zu. Sie schlagen für die Hinterhoflage Rhedas solche Einzelhandelsformate und Sortimente vor, die in der City nicht vorhanden und aufgrund der Immobilienstruktur und »Betreiberanforderungen« nicht realisierbar sind. Das schon wiederholt genannte Fachmarktkonzept – gegen das die Kaufmannschaft Rheda- Wiedenbrücks schon beim ersten Anlauf vor 10 Jahren Sturm gelaufen ist – wird damit erneut aufgebrüht. Die Gesamtgröße soll sich an der Größe des Kauflands orientieren (rund 5000 qm Verkaufsfläche). In dem Fachmarktzentrum stellen sich die Gutachter einen Lebensmittelvollsortimenter mit 2000 qm vor sowie u. a. einen Drogeriemarkt mit 600 qm, Zeitungen etc. 700 qm, Bekleidung 1500 qm, Hausrat 600 qm, Spielwaren u. Musikinstrumente 600 qm, Sportartikel 800 qm und Bettwaren 800 qm. So wie bei allen bisher gescheiterten Anläufen empfehlen die Gutachter eine fußläufige Verbindung zwischen der abseits gelegenen Kolpingstraße und der Innenstadt Rheda sowie eine attraktive architektonische Gestaltung des Fachmarktzentrums. All diese Details machen klar, dass das Potential für Proteste gegen diesen aufgewärmten Vorschlag weiterhin vorhanden ist. Raimund Kemper OSTERRATH-REALSCHULE Begrüßung des neuen Schulleiters Bürgermeister Theo Mettenborg begrüßte den erfahrenen Pädagogen Olaf Diekwisch als neuen Schulleiter und dankte für seine wertvolle Arbeit als kommissarischer Schulleiter der Osterrath- Realschule. Diekwisch hatte schon seit 2012 als stellvertretender Schulleiter die erfolgreiche Arbeit der Realschule mitgeprägt. Nachdem Detlef Flaschel im Sommer 2016 in den Ruhestand trat, hatte er zunächst kommissarisch die Verantwortung übernommen. Jetzt hat ihn die Bezirksregierung zum Schulleiter bestellt. Diekwisch ist es wichtig, die Stärken der ORS weiterzuentwickeln. Die Auszeichnungen als »Gute gesunde Schule«, als »Berufs- und Ausbildungsfreundliche Schule« und als »Mint-Realschule« sind ihm wichtig. »Auch im integrativen Bereich sind wir mit unseren internationalen Klassen auf einem sehr guten Weg,« beschreibt Olaf Diekwisch aktuelle Schwerpunkte. »Wir freuen uns, dass mit Ihnen ein engagierter Lehrer Verantwortung übernimmt, der die Schule und ihre Schüler kennt und sich nachhaltig für sie einsetzt. Wir werden Sie nach Kräften unterstützen«, sicherte Bürgermeister Theo Mettenborg dem neuen Schulleiter zu.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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