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Das Stadtgespräch April 2017

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12 Das Stadtgespräch (V. l.) Bürgermeister Theo Mettenborg, Dr. Ina Epkenhans-Behr, Dr. Georg Robra BÜRGERMEISTER STELLT SICH VOR SEINE MITARBEITER Eltern und Lehrer sind fassungslos Offensichtlich war Bürgermeister Theo Mettenborg fassungslos über die Vorwürfe gegen seinen engsten Mitarbeiter Dr. Georg Robra. Mit versteinerter Miene verfolgte das Stadtoberhaupt in der letzten Schulausschusssitzung die Diskussion über den Schulentwicklungsplan in Rheda-Wiedenbrück. Nach dem Vortrag der Robra-Mitarbeiterin Dr. Ina Epkenhans-Behr, Fachbereichsleiterin für Jugend, Bildung und Sport, über den Weg zur Schließung der Wenneberschule stellte der Bürgermeister heraus: »Wir wollen eine gute Schule für unsere Kinder. Dr. Robra nimmt diese Aufgabe wahr. Dafür wurde er an meine Seite gestellt. Die Verwaltung bereitet die politische Entscheidung gut und abgewogen vor. Ich habe ihn gebeten, die Schulleitung und die Eltern einzubinden. Das hat er getan«. Ebenso fassungslos waren aber auch Corinna Schumacher und Beate Schmits, Elternvertreterinnen des Grundschulverbundes Andreas-Wenneber. Sie erhielten zwar durch eine eigens dafür eingelegte Sitzungspause die außergewöhnliche Möglichkeit, ihre Vorstellungen zur Zukunft der Wenneberschule per Beamer-Vortrag im Schulausschuss darzulegen. Diese sicherlich sehr anerkennenswerte Geste konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Eltern, aber auch die Lehrer von Anbeginn nicht auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung in den von ihr selber vorgegebenen »dialogischen Prozess« eingebunden waren. Die Stadtverwaltung verstand den »dialogischen Prozess« ausschließlich zur Durchsetzung ihrer eigenen Ziele als ultima ratio. Der von der Stadtverwaltung vorgegebene »dialogische Prozess« erweckte bei den Eltern und Lehrern die Hoffnung auf Mitbestimmung. Es stellte sich aber heraus, dass die Stadtverwaltung ausschließlich Ihre Haltung durchsetzten wollte frei nach Gothe »Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt« Die Stadtverwaltung machte im Stil der überholten Hoheitsverwaltung klar, dass sie eine Zukunft der Wenneberschüler nur in dem Gebäude der Ernst-Barlach-Realschule sieht – entweder gemeinsam mit der Johannisschule oder in der Johannisschule, wie sich Anfang des Jahres dann zeigte. Ein Abweichen von dieser Linie schloss sie kategorisch schon im Ansatz aus. Beispielsweise lehnte die Stadtverwaltung die Bitte der Wenneberschule um Beteiligung an einem Workshop im Juni 2016 stumpf ab. Ein wirklicher Austausch mit Eltern und Lehrern fand auch später nicht statt. Die Vertreterinnen der Eltern hatten zahlreiche Gründe für den Verbleib der Wenneberschüler in ihrem angestammten Schulgebäude angeführt. Leider versäumte es die

13 (V. l.) Beate Schmits und Corinna Schumacher Stadtverwaltung diese Argumente Punkt für Punkt zu widerlegen. Dr. Robras pauschale Antwort »Aus fachlicher Sicht spricht alles für eine Aufgabe des Standorts an der Berliner Straße. Ich habe kein Gegenargument gehört, das mich hätte umstimmen können!« ist kein Ersatz für eine auf die Gegenargumente eingehende Position. Die Vertreterinnen der Eltern hatten ständig das Empfinden, dass Bei der Unterschriftensammlung gegen die Auflösung der Wenneberschule ihre triftigen Argumente für den Erhalt der Wenneberschule nicht von der Stadtverwaltung ernst genommen werden. Beispielsweise bleibt der gerade für jüngere Kinder sehr wichtige pädagogische Aspekt, dass hier modernes Lernen in der familiären Atmosphäre einer kleinen Grundschule als Lernund Lebensort stattfindet, völlig unberücksichtigt.Dr. Robra ging auch nicht auf den Widerspruch ein, dass die Stadtverwaltung die Wenneberschule vor fünf Jahren als voll zweizügig ausgebaute Schule bezeichnete und ihr nach Einführung der Verbundlösung eine Bestandsgarantie gegeben hatte. Selbst als in der letzten Schulausschusssitzung die Schulleiterin Erika Langer fassungslos fragte, warum die Räumlichkeiten der Wenneberschule nicht genügen, blieb die Stadtverwaltung eine überzeugende Erklärung schuldig. Es musste Dr. Robra zudem bekannt sein, dass die beiden Themen »Verlegung der Wenneberschule oder Verlegung ihrer Schüler« von vornherein auf den energischen und sachlich begründeten Widerstand der Eltern stoßen. Alt-Bürgermeister Bernd Jostkleigrewe hatte dieses schon vor 10 Jahren bei einer ähnlichen Diskussion erfahren. Der Erste Beigeordnete der Stadtverwaltung konnte deshalb nicht erwarten, dass die Eltern diesmal die vielen Gründe für den Erhalt der Wenneberschule ignorieren und mit wehenden Fahnen seiner Argumentation folgen. Das war allen, die sich wirklich ernsthaft mit der Wenneberschule beschäftigen, von vornherein bewusst. Wie heißt es doch so treffend frei nach dem Alten Testament, Hosea, Kapitel 8, Vers 7: »Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Seine Saat soll nicht aufgehen!« Raimund Kemper REDUZIERT 30% RABATT AUF ALLE TISSOT-UHREN – VOM 1. – 15. APRIL Wiedenbrück | Klingelbrink 23 | www.uhrmeister.de | Mo – Fr 9.00 –13.00 Uhr und 14.30 –18.30 Uhr | Sa 9.00 –16.00 Uhr

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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