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Das Stadtgespräch September 2015

Magazin für Rheda-Wiedenbrück

38 TIPPS

38 TIPPS Das Stadtgespräch DON WINSLOW Das Kartell Im Juli diesen Jahres holte die Realität die Fiktion ein. Wie in einem Roman von Don Winslow gelang dem zur Zeit mächtigsten Drogenboss der Welt die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano westlich von Mexiko City. Und zwar durch einen Tunnel, der gut belüftet, perfekt abgestützt und mit Schienen versehen, auf denen ein umgebautes Moped Schutt oder eben einen Menschen transportieren kann. »Hochsicherheitsgefängnis« bedeutet eben in verschiedenen Ländern offenbar etwas ganz Unterschiedliches. Über genau solche Situationen hat Winslow seinen Roman Das Kartell berichtet, nur dass die Hauptfigur dort nicht El Chapo heißt. Doch diese angebliche Flucht ist zwar Stoff für Legenden, hat aber mit dem Grafen von Monte Christo herzlich wenig zu tun, denn die Realität sieht ganz anders aus, wie der Autor kürzlich selbst in einem Artikel im stern ausführlich darstellte. Wie die Verknüpfung von organisiertem Verbrechen, Politik, Finanzwelt und sogar Kirche funktioniert, stellen die beiden Romane Tage der Toten von 2011 und der soeben auf Englisch und Deutsch erschienene Das Kartell auf eindrucksweise Art und Weise dar. Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors. Das Interesse am Drogenhandel und an der Mafia, die in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielen, lässt sich vielleicht ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den jungen Don mehrere Male in sein Haus einlud. Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für »Tage der Toten«. Nicht nur für die New York Times zählt Don Winslow zu den ganz großen amerikanischen Krimi-Autoren. Das Kartell ist der Folgeroman von Tage der Toten, den man nicht unbedingt gelesen haben muss, der aber die Lektüre erleichtert. Schließlich kennt man schon zumindest die Hauptfiguren dieses Werks, das epische Ausmaße umfasst (Knaur, 831 Seiten, 16,99 Euro), für mich ein moderner Tolstoi. Die beiden Hauptkontrahenten waren einmal beste Freunde. Aber das ist viele Jahre und unzählige Tote her. Der Drogenfahnder Art Keller, der durch seinen Kampf gegen die Drogenbarone privat alles verloren hat, was ihm wichtig war, tritt nun an, um Adán Barrera, dem mächtigen Drogenboss, für immer das Handwerk zu legen. Er begibt sich auf eine atemlose Jagd und in einen entfesselten Krieg, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse schon längst verschwunden sind. Und genau darin liegt auch ein Teil der Faszination dieses Romans, denn mit miesen Tricks, Verrat, Bestechung, Erpressung, Betrug, Einschüchterung und sogar Verbrechen arbeiten nicht nur die Bösen, sondern auch diejenigen, die eigentlich für Recht

TIPPS 39 und Ordnung einstehen müssen. Don Winslow ist eine wahrhaft erschütternde, genau recherchierte Geschichte über die mexikanisch-amerikanischen Drogenkriege, über Gier und Korruption, Rache und Gerechtigkeit, Heldenmut und Hinterhältigkeit gelungen. Auch für den Leser sind bestimmte Gefahren dabei nicht zu unterschätzen, denn wer am nächsten Morgen früh aus den Federn muss, der sollte abends nicht mehr lesen, denn an diesem Wälzer kann man sich so richtig schön festlesen! STEPHEN KING Mr. Mercedes Eine wirtschaftlich geplagte Großstadt im Mittleren Westen der USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitsuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes, ein SL 500, »zwei Tonnen deutsche Ingenieurskunst«, durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte. Der Mörder entkommt. Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von jemand, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt. Hodges erwacht aus seiner Rentnerlethargie. Im Verein mit merkwürdigen Verbündeten, die in kein Ermittlerprofil passen, setzt er alles daran, den geisteskranken Killer zu stoppen. Aber der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus. Stephen King kommt in diesem Thriller (erschienen bei Heyne, 592 Seiten, 22,99 Euro) gänzlich ohne Monster, Zombies oder sonstige Gruselelemente aus. Doch irgendwie ist dieser Krimi noch gruseliger als die Horror-Schocker des Meisters King, denn die kranke menschliche Psyche kann dem Leser dieser an einen tatsächlichen Fall angelehnten Geschichte mächtig Gänsehaut erzeugen. ANGELIKA SVENSSON Kielgang Angelika Svensson ist das Pseudonym der Krimiautorin Angelika Waitschies. Sie wurde 1954 in Hamburg geboren und lebt heute in Schleswig-Holstein. Nach der Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin begann sie 1972 ihre berufliche Tätigkeit beim Norddeutschen Rundfunk in » Burnout Fachberatung » Business Coaching » Personal Coaching Alexander Stieghorst gepr. psychologischer Berater (FH) Johanniskamp 13a 33378 Rheda-Wiedenbrück Mobil: 0176 72735607 www.aurora-coaching.de Kompetent und vertrauensvoll beraten wir unsere Klienten. Auf unserer Homepage erfahren Sie mehr über uns: www.aurora-coaching.de Termine gerne nach Vereinbarung: Montag bis Freitag: 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr Samstag: 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr “ Das Erstgespräch von 60 Minuten biete ich Ihnen kostenlos an. “

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