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Das Stadtgespräch März 2018

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49 Ein wirklich herzliches Willkommen Es gibt noch echte Typen. Weins nach Russland exportiert wurde. Heute gehen die Weinexporte auch in den Westen, nach Deutschland rund zehn Prozent. Das Land ist politisch zerrissen, will gut die Hälfte der Einwohner doch die Annäherung an die EU und die andere Hälfte sucht die Nähe Russlands, das Transnistrien, den östlichen Landesteil, der an die Ukraine grenzt, gern wieder als Teil der russischen Föderation sähe. Begeisterte Folklore Da es ja so gut wie überhaupt keine Industrie gibt und sich niemand den Chemie-Einsatz aus dem Ausland leisten kann, sind die landwirtschaftlichen Produkte natürlich ökologisch einwandfrei. Als Reisesouvenirs empfehlen sich ja ohnehin meist Produkte, die man verzehren kann. Ich wünschte, ich hätte mehr als ein Glas Honig gekauft, denn leckereren Honig habe ich noch nirgendwo bekommen. Positiv überrascht ist der Besucher über die Begeisterung, mit der die Folklore hier gepflegt wird. Das ist wohl nur dadurch zu verstehen, dass die Völker auf dem Balkan über Jahrhunderte bemüht waren, ihre eigene Identität zu bewahren. Das war nun kein einfaches Unterfangen, denn die jeweiligen Besatzer versuchten oftmals nach Kräften, die Bevölkerung als Teil des Reiches gleichzuschalten. Wie auch in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wie den Baltischen Staaten Estland, Lettland oder Litauen konnten in Moldawien die einheimischen Lieder und Tänze zeitweise nur heimlich gepflegt werden. Umso stolzer und fröhlicher werden sie dem heutigen Besucher präsentiert. Und das nicht nur von älteren Leuten, denn selbst Teenager, die natürlich auch in Moldawien in erster Linie damit beschäftigt sind, cool zu sein, machen bei den Tänzen mit und schmettern die alten Lieder. Natur pur im Delta Gleich hinter Moldawien fließt die Donau, die rund 200 Kilometer in nördlicher Richtung geflossen war, Richtung Osten. Das Delta, das Ziel und Wendepunkt der großen Donau-Kreuzfahrt ist, wird schon bald erreicht. Über fast 6.000 Quadratkilometer erstreckt sich das Mündungsgebiet des mächtigen Stroms. Ausgedehnte Auwälder, Seitenarme, die größer als so mancher Fluss sind, imponierende Seen, Europas größte Schilfrohrgebiete (das Schilf wird bis zu sechs Metern hoch)und extreme Trockenbiotope auf den Dünen machen das Donaudelta zu einer ökologischen Wunderwelt. Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass man heute dieses Paradies für Vögel, rund 330 Arten sind vertreten, überhaupt noch besuchen kann. Der rumänische Diktator hatte nämlich ganz andere Pläne. Mehr als 80 Prozent des Deltas liegt auf rumänischem Gebiet, 17,5 % in der Ukraine. Wenn es nach Ceausescu gegangen wäre, hätten die Rumänen mindestens die Hälfte des Deltas in Ackerland und Fischfarmen verwandelt. Doch diese Pläne verschwanden zum Glück in der Versenkung, nachdem der Diktator 1989 hingerichtet worden war. Die Schäden, die schon angerichtet waren, behebt man mittlerweile behutsam. Heute steht rund Dreiviertel des Deltas unter Naturschutz. Das

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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