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Das Stadtgespräch März 2018

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38 TIPPS

38 TIPPS Das Stadtgespräch hieß. Tiny Stricker beschreibt das Lebensgefühl einer Generation, den permanenten Aufbruch und den Freiheitsdrang, aber auch die Ruhelosigkeit der Personen, bevor die Gesellschaft sie wieder einholt. Gleichzeitig zeichnet er ein Stück Popgeschichte auf. Dabei klingt das Buch über weite Strecken selbst wie die Musik dieser Zeit, obwohl psychodelischer Folk natürlich nicht jedermanns Sache ist. Auch frage ich mich, ob auch Leser, die diese Zeit nicht selbst erlebt haben, die knappe, oftmals mit Code- Wörtern durchsetzte Sprache zu schätzen wissen. Jedenfalls hat Tiny Stricker die besondere Atmosphäre dieser Jahre in seinem soeben erschienenen Buch und auch in anderen Romanen und Erzählungen wie »Trip Generation«, »Soultime« und »Ein Mercedes für Täbris« eindringlich festgehalten. Erschienen bei p.machinery, 110 Seiten, 8,90 Euro. AURÉLIEN MASSONS (HG.) »Paris Noir« Auch das nächste Buch könnte man auf den ersten Blick für einen Reiseführer oder zumindest eine Reisereportage halten. Doch weit gefehlt: »Paris Noir« hält, was es im Titel verspricht. Und das ist nicht das Gesäusel verliebter Paare. Auch stellt die Sammlung quasi einen Gegenentwurf zur »Museumifizierung« dar, wie der Herausgeber die zu befürchtende Verwandlung der Stadt in einen großen Freizeitpark nennt. Vielmehr liegt der Fokus auf der dunklen Seite dieser faszinierenden Stadt. Dabei ist »Paris Noir« der Auftakt zu weiteren internationalen Noir-Anthologien. Und anders als bei so manch anderer Anthologie werden hier nicht alte Geschichten neu aufgelegt – obwohl das bekanntlich ja auch seinen Sinn hat. In der neuen Reihe besteht jedes Buch aus exklusiv für die Reihe geschriebenen Storys namhafter Autorinnen und Autoren. Zum Beispiel ist der vielleicht beste französische Autor von Kurzkrimis vertreten. Von Marc Villard ist meines Wissens leider nichts auf Deutsch auf dem Markt erschienen. Doch auch die anderen Autoren sind es durchaus wert, bei uns entdeckt zu werden. Jede Geschichte spielt in einem anderen Viertel einer Stadt – oder Gegend eines Landes. So entstehen packende literarische und geografische Porträts mit ungewöhnlichen, breit gefächerten Einblicken. Der geneigte Leser erhält zwölf Kurzgeschichten, zwölf Blickwinkel, zwölf Stadtviertel – und somit zwölf faszinierende Teile eines größeren Paris-Puzzles. Ein spannendes Städteporträt und eine Entdeckungsreise durch die aktuelle Kriminalliteratur Frankreichs. Die Geschichten führen ebenso durch die Banlieues wie durch das mittelalterliche Zentrum der Stadt mit seinen gewundenen Gassen, seinen Geistern und den tief in der Geschichte vergrabenen Geheimnissen. Mitten hinein in Kriminalität, Schießereien, verwickelte Affären und zerstörte Träume – denn, wie gesagt, Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe. Erschienen bei CulturBooks, 342 Seiten, 15 Euro. JAN GUILLOU »Der Sohn« Und auch im Hohen Norden gibt es Interessantes zu lesen. Autor Jan Guillou wurde 1944 im schwedischen Södertälje geboren und ist einer der prominentesten Autoren seines Landes. Seine preisgekrönten Kriminalromane um den Helden Coq Rouge erreichten Millionenauflagen. Auch mit seiner historischen Romansaga um den Kreuzritter Arn gelang ihm ein Millionenseller, die Verfilmungen zählen in Schweden zu den erfolgreichsten aller Zeiten. Heute lebt Jan Guillou in Stockholm. Doch Guillou kann nicht nur Krimis und Historienschinken, wie er in seinem neuen Roman eindrucksvoll unter Beweis stellt.Schweden in den 1950er-Jahren: Eric, der Enkel von Oscar Lauritzen, lebt mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder Axel im vornehmen Stockholmer Vorort Saltsjöbaden. Er führt das behütete Leben der Oberschicht, fernab von aller Armut und Not. Der Standesdünkel ist ebenso selbstverständlich wie die langen Sommer in den Schären, auf die man mit der eigenen Segelyacht zum großen Sommerhaus fährt. Die norwegischen Dienstmädchen kommen natürlich mit. In dieser Welt wird Eric groß. Nach und nach versteht der kleine Eric die Familienrituale, durchschaut wer welche Rolle spielt und lernt die Tabuthemen kennen, die zum großen Teil mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben. Doch das Glück währt nicht ewig, zur Überraschung aller. Der Tod des patriarchischen Großvaters ändert alles. Erics Stiefvater macht sich aus dem Staub, was den Jungen nicht unbedingt erschüttert, ist der Mann doch in erster Linie ein prügelnder Prolet, der ohnehin Fremdkörper in der Familie war. Doch Erics Mutter ist plötzlich alleinerziehend und mittellos, da der gute Mann sich mitsamt einem Großteil des Familienvermögens nach Amerika absetzt. Und natürlich hat die Frau als Mitglied der schwedischen Oberschicht außer Fremdsprachen nichts gelernt, was sich beruflich nutzen ließe. Eric, einstmals Großvaters Liebling, muss sich also mehr oder minder allein durchschlagen. Doch der Großvater hat den Jungen ganz richtig eingeschätzt, denn obwohl Eric als Oberschichtskind ohne Geld zwischen allen Stühlen sitzt, weiß er sich durchzubeißen. Davon lässt er sich auch nicht durch die Familiengeschichte abhalten, die noch ein paar unangenehme Überraschungen parat hält. Erschienen ist der allein schon durch seine Handlungsorte ungewöhnliche »coming of age«- Roman bei Heyne, gebundenes Buch (mit Lesebändchen!), 429 Seiten, 22 Euro.

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