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Das Stadtgespräch März 2018

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24 Das

24 Das Stadtgespräch NEUE EINDRÜCKE BEI DER POST NEUE EINDRÜCKE BEI DER POST »…ist doch Packstation!« Vor einigen Tagen in der Postbankfiliale an der Hauptstraße: Es ist 15:40 Uhr, ich hatte die übliche und ärgerliche Wartezeit absolviert, die man mitbringen muss, wenn ein Dutzend Post- und Postbankkunden ihre Postgeschäfte erledigen wollen. Ich war endlich an der Reihe, lege meine Paketabholkarte auf den Tisch und fange mir die Watsche ein: »Das ist ja Packstation!«. Die Mitarbeiterin auf der anderen Counterseite war ziemlich laut und empört. Ruckartig hatten sie und ich die Aufmerksamkeit der Kunden in der Warteschlange. Die hatten bis zu diesem Zeitpunkt im Standby-Modus verharrt, um die unvermeidliche Wartezeit stoisch hinter mich zu bringen. Packstation nebenan Alle Augen also auf der Postmitarbeiterin und mir, dem schlichten Kunden. »Das ist ja Packstation!« ist mir zu wenig Informationen und zu wenig Grammatik. »Packstation ist nebenan«, ließ sie sich noch herab. »Ich bekomme also nicht wie sonst mein hinterlegtes Paket hier sondern in der Packstation?«, fragte ich. Die »Servicekraft« besinnt sich auf ihre Bestimmung und zeigt gnädig auf den Benachrichtigungsschein. Dort war wie üblich zu lesen: »Ihre Sendung liegt heute – Postfiliale – Hauptstraße 141« und tatsächlich im winzig klein Gedruckten: »Packstation 117…«. Das hatte ich überlesen! Für mich zählte »Postfiliale Hauptstraße« und die Vorfreude auf das verlässliche Miteinander beim Schlange stehen. Was sagt mir denn »Packstation«? Muss man die nicht als Ablageort aktiv bestimmen und extra buchen? Manche Absender verweigern ja sogar das Zustellen an eine Packstation... Kein Nachfragen möglich. Meine Zeit am Schalter war zwischenzeit- lich um, so wie das Interesse der anderen Kunden. Nun ging ich zur »Packstation«. PIN per SMS bekommen Ein großer gelber Container erwartet mich vor dem Hauptgebäude, direkt am Parkplatz. Mein Ansprechpartner, diesmal ein Display, und auch mit dem ist nicht zu spaßen: »Bitte geben sie die PIN oder TAN-Nummer ein, die Sie per SMS erhalten haben!«. Immerhin ein »Bitte«, man ist ja nicht verwöhnt! Eine SMS hatte ich aber nicht bekommen. Und ja: Ich habe ein Smartphone und sogar einen PC zu Hause. Dort kann ich den Weg einer Sendung nachvollziehen mit einem »Tracking-Code«. Aber beim Absender des Paketes hatte ich für den Fall meiner Abwesenheit meine Nachbarin und keine Packstation als Ersatz-Empfangsadresse angegeben. Auf der Benachrichtigungskarte standen mein Name und meine Adresse als Empfangsort. Technik hilft, wenn man sich ihr nicht gänzlich verschließt – dann nämlich macht auch die Packstation dicht. Der Balkencode, im echten Leben gleichermaßen verlässlich wie verrufen, entpuppte sich nach einigem Hin und Her als Lösung und Zugangsberechtigung zu meinem Paket. Er befand sich auf der Benachrichtigungskarte neben all den anderen Infos. Gestählt durch Ratespiele und Live-Krimirätsel kam ich auf die Idee, den einzusetzen, um meine Lieferung auszulösen aus der gelben Burg. Und er wurde eins mit dem Monster: Nach einem »Piep« öffnete sich eine Klappe und dahinter lag mein lang ersehntes und gefühlt schon verloren gemeintes Paket. Benachrichtigungskarte als Werbemaßnahme Zuhause fand ich im Internet un-

25 Warteschlange vor Postschalter Hauptstraße Paketausgabe in Selbstbedienung ter der Adresse www.dhl.de/de/ privatkunden/hilfe-kundenser vice/packstation/empfangen.html bei der Post folgende Auflösung: »Ich habe eine Benachrichtigungskarte für die Packstation bekommen. Was hat es damit auf sich?« »Wenn Sie der Zusteller zuhause nicht angetroffen hat, kann er Ihre Sendung in einer Packstation einstellen und eine Benachrichtigungskarte bei Ihnen hinterlassen. Mit dieser können Sie dann an der Packstation Ihre Sendung abholen. Diese Benachrichtigungskarte wird in erster Linie als Werbemaßnahme für Packstation eingesetzt. Der Empfänger ist so in der Lage, sich unverbindlich von der Einfachheit des Services überzeugen zu lassen. Ist diese Antwort hilfreich?« Diese Frage musste ich mit Ja beantworten. Ist doch die unvermeidliche Wartezeit inklusive Belehrung »Das ist doch Packstation« bei der Post an der Hauptstraße unter Umständen das größere Übel – jedenfalls wenn man keine Muße für Rituale hat! Klar, ein Hinweis der Frau hinter dem Counter, dass es sich um eine Neuerung handelt, die ich kennen lernen soll, damit in Zukunft die Warteschlangen vermieden oder wenigstens verkürzt werden könnten, wäre ebenso hilfreich wie informativ, ja geradezu freundlich gewesen! Aber davon unabhängig zeigt mir der Vorgang überdeutlich, wie DHL ohne meine Einwilligung – ja gegen meinen erklärten Willen als Kunde – über meine Zeit verfügt. Der Zusteller zwingt mich, den »Service« der Packstation wahrzunehmen und mich mit der Abwicklung am gelben Kasten auseinanderzusetzen. Warum? Nach Geldziehen und Kontoauskünften vom Automaten, Möbelaufbau und Scannerkassen also ein weiterer Schritt hin zu: »Macht es Euch doch selber, Kundschaft!«. Was ist eigentlich aus dem zweiten Zustellversuch auf Antrag geworden? Und was aus dem Vorlegen des Personalausweises beziehungsweise einer Vollmacht des Abholers, der nicht dem Adressaten entspricht, selbst wenn es die Ehefrau in Gütergemeinschaft ist? Wenn es DHL dient, nimmt man es offenbar auch mit dem Postgeheimnis ganz schnell nicht mehr so genau, schließlich kann mir die Benachrichtigungskarte auch aus dem Briefkasten geklaut werden. Aber danke, dass ich wieder einen Schritt weiter in die Alltagstechnologie machen durfte, die meine Selbständigkeit erweitert, irgendwann einmal brauche ich diese Paketdienste vielleicht gar nicht mehr. Darum meine Frage am Schluss: Soll ich mich bei der Post bedanken oder beschweren? Und eins ist klar: Der geschilderte Vorgang ermuntert und bestätigt mich einmal mehr in meiner Überzeugung, im örtlichen Handel das zu beschaffen, was ich benötige. Hier kennt man außer »Bitte« und »Danke« auch noch das Wort »Kundenfreundlichkeit«. Lagerverkauf von Außenleuchten Donnerstag 1. März 2018 9–17 Uhr Freitag 2. März 2018 9–17 Uhr Samstag 3. März 2018 9–14 Uhr Neuer Standort: Mühlenstraße 20 . Rheda-Wiedenbrück Außenleuchten aus Fotoaktionen, Messeware, Sonderposten & 2. Wahl Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen IP44 Schmalhorst GmbH & Co. KG . 33378 Rheda-Wiedenbrück . www.IP44.de

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