Aufrufe
vor 3 Jahren

Das Stadtgespräch März 2016

  • Text
  • Termin
  • Rheda
  • Menschen
  • Stadt
  • Zeit
  • Gemeinsam
  • Thema
  • Kinder
  • Kreis
  • Haus
Magazin für Rheda-Wiedenbrück

54 Das

54 Das Stadtgespräch Im Sommer sind einsame Strände nicht selten. Urlaub mit Magnum im Jurassic Park Wenn Sie in den 80er Jahren schon alt genug waren, um auch um 22 Uhr fernsehen zu dürfen, dann müssen Sie jetzt stark sein, denn Magnum hat uns angelogen – alle! Wenn der sich nämlich vom King Kamehameha Club aus in seinen roten Ferrari schwang, um anschließend durch das herrlichste Grün zu brausen, dann war das die reine Täuschung! Der Club sollte in der Hauptstadt Hawaiis sein, also in Honolulu, ganz in der Nähe des Waikiki-Beach, dem neben der Copacabana in Rio und dem Bondy Beach in Sydney wohl berühmtesten Strand der Welt. Den Waikiki- Beach gibt es natürlich, aber mit Honolulu geht es dann schon los, denn das hat mehr als 1.500 Ein- wohner je Quadratkilometer und wird ob der Hochhäuser und des Verkehrsaufkommens auch Manhattan by the Beach genannt. Von wegen Fahrt durch Palmenhaine entlang der blauen Pracht des Pazifiks – Stop and Go-Verkehr ist in Wirklichkeit angesagt. Den King Kamehameha Club gab es übrigens auch nie, obwohl er doch in ziemlich jeder der insgesamt 162 Folgen von Magnum (in den USA hieß die Serie mit Tom Selleck übrigens Magnums P.I., also private investigator – Privatdetektiv) vorkam. Doch in der Zeit von 1980 bis 1988, in der die Serie produzierte wurde, wechselte die Location für den Club sechs Mal. Bei uns lief die Serie, die nicht nur Gute Hotels für gute Preise in mir Sehnsüchte nach Palmen, Meer und Exotik auslöste, ab 1984 in der ARD. Der öffentlich rechtliche Sender ließ jedoch die vielen Episoden, die sich mit dem Vietnam-Krieg beschäftigten, in der Schublade. Erst als RTL viel später die Rechte für die Wiederausstrahlung erwarb, wurden diese weniger heiteren Folgen auch gezeigt. Die Frage bleibt, wo denn Magnum an Meer und Palmen sowie gelegentlich an Wasserfällen entlang gefahren ist, wenn es nicht auf Oahu mit der Hauptstadt Hawaiis war. Wenn man dorthin möchte, muss man eine Insel weiter fahren, nämlich nach Kauai. Fahren ist natürlich quatsch, denn es gibt keinen Fährverkehr, sondern nur den Luftverkehr, der aber mehrmals täglich zwischen Honolulu und der winzigen Hauptstadt Lihue (gut 6.000 Einwohner) stattfindet und jeweils eine gute halbe Stunde dauert. Damit hat man aber dann nur den letzten Abschnitt der langen Reise von Deutschland aus erledigt. Warum man die Strapazen trotzdem auf sich nehmen sollte, wollen wir versuchen, im Folgenden zu beschreiben. Vielleicht bekommt man auch eine Idee von der Insel, wenn man sich vor Augen hält, dass auch die Jurassic Park-Filme von Spielberg auf Kauai gedreht wurden. Die Amerikaner haben dem Eiland im äußersten Westen der acht Hauptinseln Hawaiis den recht lahmen Namen »Garteninsel« verpasst, wobei sie vielleicht an den Garten Eden gedacht haben, denn die Landschaft ist

55 Schöne Pools laden zum Baden und Sonnen ein. Vorsicht bei der Weiterfahrt tatsächlich paradiesisch. Auf jeden Fall ist sie vulkanischen Ursprungs, die älteste der Hawaiianischen Inseln und einer der regenreichsten Orte der Welt. Mit anderen Worten ist sie unfassbar grün, jedenfalls großenteils. Die Niederschläge belaufen sich auf fast 12.000 mm im Jahr, Das Gebiet um den 1569 m hohen Waialeale ist einer der regenreichsten Punkte der Erde. Wenn wir meinen, bei uns regnet es viel, sind das zwar mit 760 mm jährlich in Ostwestfalen mehr als im Landesdurchschnitt, aber mit dem Vulkangebiet auf Hawaii kommen wir lange nicht mit, das hat knapp 16 Mal soviel Regen. Aus diesen Zahlen mag man ablesen, dass es feucht und heiß auf Kauaii ist, aber das ist weit weniger so, als man für diese Tropeninsel erwarten würde. Tatsächlich liegen die Höchsttemperaturen bedingt durch den ständigen erfrischenden Wind zwischen 26 und 29 Grad. Der Norden der Insel ist grün wuchernde Pracht, der Westen dagegen ist ausgesprochen trocken. Und genau der Kontrast zwischen den verschiedenen Landschaften macht den Reiz dieser Insel aus, die nur 60 Kilometer lang und 45 Kilometer breit ist. Auch schadet es der Insel keineswegs, dass sie fast überall von Korallenriffen geschützt und Sandstränden umgeben ist. Es gibt keine Hochhäuser und das Nachtleben ist im Gegensatz zu Honolulu etwa als sehr überschaubar zu werten. Die Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls rar gesät, denn im Grunde ist »nur« die Natur wirklich sehenswert. Die Geschichte der menschlichen Besiedlung der Insel ist recht kurz. Lange Jahrtausende unbewohnt, wagten sich die ersten Polynesier von den Marquesas über die Weiten des Pazifiks und siedelten sich im vierten oder fünften Jahrhundert hier an. Eine zweite Siedlungswelle aus Tahiti folgte im 11. Jahrhundert. Die ersten Weißen kamen mit dem britischen Entdecker James Cook im späten 18. Jahrhundert. Damit war für den guten Mann allerdings Endstation nach drei Pazifikreisen, denn die Einwohner von Kauai sahen zwar in den Weißen offenbar Götter und gaben ihnen alles, was diese wollten. Die Bewohner der Nachbarinseln beurteilten das allerdings anders. Im November 1778 schlug Cooks letzte Stunde, denn er wurde im Streit von Einheimischen erschlagen. Verantwortlich dafür war übrigens Kamehameha der Große (also war der Club bei Magnum schon angemessen benannt), der später versuchte, auch das Königreich Kauai zu erobern, aber scheiterte, obwohl er 10.000 Krieger aufgebracht hatte. Das klappte erst 1810 und Hawaii wurde zu einem Königreich, weshalb King Kamehameha heute hoch angesehen ist. Nur weitere zehn Jahre später dann kamen auch schon die Missionare, denen nicht nur die Nacktheit der Polynesier ein Dorn im Auge war. Nach und nach unterwarfen sich immer mehr Hawaiianer den sittenstrengen Kalvinisten. Die Zahl der

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

Das Stadtgespräch November 2019
Das Stadtgespräch September 2019
Das Stadtgespräch August 2019
Das Stadtgespräch Juli 2019
Das Stadtgespräch Mai 2019
Das Stadtgespräch Dezember 2015
Das Stadtgespräch November 2015
Das Stadtgespräch Oktober 2015
Das Stadtgespräch September 2015
© 2016 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz