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Das Stadtgespräch Ausgabe Dezember 2020

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Mein Rheda-Wiedenbrück und Das Stadtgespräch. Stadtmagazin für Rheda-Wiedenbrück Dezember 2020

Schwedenrätsel

Schwedenrätsel germanische Volksversammlung Autorennen, -sternfahrt Handhabung, Verfahrensweise Stil beim Schwimmen unbestimmter Artikel Kfz- Zeichen Niederlande Zwischenzeit, -zustand mit den Zähnen zerkleinern Stillstand Hauptstadt von Aserbaidschan Spielmarke beim Roulette Atemluftfontäne der Wale Rundholz, Segelstange Flachland europäisches Gebirge Wand-, Ofenplatten einsetzen Lösungswort: ugs.: unmodern (engl.) Nachbarstaat des Iran Eingang Sudoku leicht Schling-, Urwaldpflanze Schwärmer, Fantast akust. Autosignal- eine Spielkarte religiöser Brauch; Zeremoniell Einschnitt, Vertiefung 4 Wange Geheimdienst der USA (Abk.) 1 2 heißes alkohol. Mischgetränk mittelgroßer Papagei amerik. Schauspieler (Richard) Währungseinheit poetisch: Biene schwierige Situation Fluss zur Aller (Oberharz) 8 1 2 3 4 5 6 Sammlung von Schriftstücken Geburtsnarbe Abendkleid Nachtlager für Verheiratete Kuhantilope Segelbefehl verknüpfen Registraturmappe 3 gerät 5 unterstützende Expertenrunde rückbez. Fürwort (1. Pers. Plural) Sprecher wässrige Lösung einer Base kleine Metallschlinge Schutzdamm am Meer gälischer Name Irlands Schreibgerät Wüsteninsel erzählender Dichter römischer Kaiser 7 8 9 mittel früherer türkischer Titel 7 Kanton der Schweiz ohne Feingefühl Automesse (Abk.) 9 gehacktes Schweinefleisch Pflanzenkeim, Saatkorn magnet. Aufzeichnungsmaterial Vorsegel beim Boot 6 unnütze, wertlose Gegenstände altägyptischer Sonnengott Beingelenk Erlangung eingedickte Brühe Heiterkeit, Witz Unser Lösungswort vom letzten Mal: Tatort Tragen Sie in die leeren Felder die Ziffern 1 bis 9 so ein, dass in jeder Zeile, jeder Spalte und jedem 3-x-3-Gebiet jede der Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommt. 54 Das Stadtgespräch

C Covid 19 und die psychischen Folgen Dr. med. Bernd Daelen – Neurologie und Psychiatrie (Kem) Die Covid-19-Krise dauert an. Die zweite Welle breitet sich explosionsartig aus. Der vom Bundestag beschlossene Lockdown light sorgt für krasse Einschnitte im Alltag. Das alles hat Auswirkungen auf die Psyche der Menschen. Welche das sind, das beschreibt auf unsere Fragen Dr. med. Bernd Daelen, Neurologe und Psychiater in Rheda-Wiedenbrück. Wie wirken sich die erheblich zunehmenden Infektionszahlen auf die Psyche der Menschen aus? Schon der erste Lockdown im Frühjahr führte zu einer Isolierung und Selbstisolierung vieler Menschen. Ich befürchte, das wird sich jetzt fortsetzen. Bei vielen jüngeren und etlichen älteren Menschen kann ich feststellen, dass sie weniger Sorgen vor einer Ansteckung haben, was bei Jüngeren daran liegen mag, dass sie auch einen wesentlich niedrigeres Erkrankungsrisiko haben – und Ältere häufig eine Abwägung treffen, nach der sie das Ansteckungsrisiko in Kauf nehmen, um nicht zu vereinsamen. Menschen mit psychischen Vorerkrankungen und chronisch neurologisch Erkrankte sind von der Pandemie stärker belastet. Das trifft ganz besonders für betagte Menschen zu, die den Krieg bewusst miterlebt haben und bei denen das im Alter besser werdende Langzeitgedächtnis traumatische Erinnerungen lebendiger werden lässt. Haben Sie Stimmungsveränderungen bemerkt? Covid 19 kann dazu führen, dass die familiäre, berufliche und finanzielle Lage angespannt ist – etwa durch Kurzarbeit, absehbare Arbeitslosigkeit oder drohende Betriebsschließung. Besonders sensible Menschen sehen auch ein Zusammentreffen der verschiedenen Krisen wie der drohenden Wirtschaftskrise und der Klimakrise und machen sich deshalb besonders Sorgen. Diese Sorgen sind jedoch nachvollziehbar und normal und nicht als behandlungsbedürftige Krankheit zu werten. Haben Sie von depressiven Verstimmungen erfahren? Behandlungsbedürftige Depressionen leichterer Ausprägung sehen wir vor allem bei isolierten Heimbewohnern oder bei Patienten, die alleinstehend im Home-Office arbeiten sowie bei doppelt und dreifach belasteten Müttern. Eine Gruppe von Betroffenen, die wir eher selten sehen, sind junge Menschen, die jetzt die Schule beendet haben und deren Lebensplanung durch die Pandemie sehr stark beeinträchtigt ist. Hier sind ja ganz viele Dinge überhaupt nicht mehr möglich: Man denke an die wichtigen Rituale der Abschlussfeiern, an Praktika, das Präsenzstudium oder Reisen... Schwere psychische Erkrankungen sehen wir zurzeit eher selten. Auch ist die Anzahl der stationieren Einweisungen zurückgegangen. Abgesehen von vermehrter Nahrungsaufnahme und damit verbundener Gewichtszunahme habe ich keine Häufung von Alkohol oder Drogenabhängigkeit gesehen. Dies mag aber in den Suchtberatungsstellen anders aussehen. Wie reagieren die Angehörigen von Isolation betroffenen Menschen? Nicht nur die Betroffenen klagen über die Isolation. Genauso leiden auch die Angehörigen, wenn sie ihre Eltern oder Ehepartner nicht mehr so wie früher in den Pflegeeinrichtungen besuchen können. Haben Ihnen Patienten von häuslicher Enge, Streit – bis hin zu Aggression und häuslicher Gewalt berichtet? Das Stadtgespräch 1 Dr. med. Bernd Daelen, Neurologe und Psychiater Diese Patienten suchen eher Beratungsstellen auf. Hier sind insbesondere die Familienberatungsstellen der verschiedenen Träger zu nennen. Möglicherweise sind wir auch im ländlichen Raum weniger betroffen als in den Städten, da dort auch die Wohnsituation noch problematischer ist. Haben Sie traumatische und posttraumatische Störungen festgestellt? Eine Traumatisierung wie bei schweren Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalterlebnissen sehen wir derzeit nicht. Die Langzeitfolgen für die Entwicklung gerade von Kindern sind aber derzeit noch nicht absehbar. Vor allem durch die Belastung der Eltern und die Kontaktbeschränkungen sind Entwicklungsstörungen denkbar. Vielleicht werden wir da in einigen Jahren von einem posttraumatischen Coronasyndrom sprechen. Wie kann man den Betroffenen helfen? Grundsätzlich positiv für die Menschen sind feste Tagesstrukturen mit regelmäßigen Mahl- und Schlafzeiten gerade auch in Zeiten von Kurzarbeit. Gesunde, das Immunsystem stärkende Ernährung mit geringem Fleischkonsum und Verzicht auf industriell hergestellte Nahrung ist ratsam. Regelmäßige Bewegung in der Natur und vielleicht auch einmal den Trimm-dich-Pfad im Stadtholz als Ersatz für das geschlossene Fitness Center bewältigen. Der Gefahr der Vereinsamung kann vor allem durch regelmäßige telefonische Kontakte mit Familie, Freunden und Bekannten entgegengewirkt werden. Nicht zu unterschätzen ist die Kraft positiver Gedanken. Jeder sollte die Höhepunkte des Tages bewusst wahrnehmen, sich auf die schönen Dinge konzentrieren. Für Yoga und andere Entspannungsverfahren existieren ja eine Vielzahl von Anleitungen im Internet. Bei übertriebener Angst vor einer Ansteckung und Erkrankung an COVID-19 ist es wichtig, sich die realen Gefahren mit einer Gedankenkette vorzustellen: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko, wenn ich mich mit den AHA Regeln schütze? Wie hoch ist das Erkrankungsrisiko, falls ich mich doch anstecken sollte? Wie hoch ist dann das Risiko, schwer oder gar tödlich zu erkranken? Dann kommt man rasch zu dem Ergebnis, dass das Risiko, an einem Herzinfarkt zu versterben viel größer ist. Dies kann zu einer realistischen Einschätzung der Situation beitragen. Bei ernsthaften seelischen Problemen sollte der erste Ansprechpartner immer der Hausarzt sein. Dieser Leitet dann weitere Maßnahmen ein. Bei Älteren und psychisch Kranken kann ein psychiatrischer Pflegedienst mit Hausbesuchen helfen. Der Psychiater vermittelt psychotherapeutische Behandlungen oder leitet soziale Maßnahmen wie Arbeitsunfähigkeit oder Rehamaßnahmen ein. In Einzelfällen kann auch die vorübergehende Gabe von – nicht abhängig machenden antidepressiv wirksamen Medikamenten sinnvoll sein. Bei Schlafstörungen sollten keine Medikamente eingesetzt werden, da diese abhängig machen. Hier helfen Maßnahmen wie Verkürzung der Bettzeit, Vermeidung von Tagesschlaf und eventuell auch eine Schlafberatung beim Psychiater mit dem Führen eines Schlafkalenders. Kinder und Jugendliche sollten sich an die Kinder- und Jugendärzte und eventuell auch an Kinder- und Jugendpsychotherapeuten wenden. Hier in Rheda-Wiedenbrück sind auch die Soulbuddies mit ihrer offenen Sprechstunde Ansprechpartner in seelischen Krisen. 55

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