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Das Stadtgespräch August 2016

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34 TIPPS

34 TIPPS Das Stadtgespräch DVD Die Brücke – Transit in den Tod Schon die ersten beiden Staffeln von »Die Brücke«, eine dänischschwedisch-deutsche Koproduktion, waren ein Exportschlager. Dabei geht es durchaus düster zu in dem Zweiländerkrimi, dessen Namensgeber die Öresundbrücke zwischen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und dem schwedischen Malmö ist. Ob es am Wetter liegt, wer weiß, jedenfalls sind die Filme keine munteren kleinen Krimirätsel. Eher schwingt skandinavische Schwermut mit bei den komplexen Verbrechen und den schwierigen Ermittlungen. In der dritten Staffel, die den ersten beiden in Nichts nachsteht und nunmehr auf DVD zu haben ist, trifft der Zuschauer wieder überwiegend auf bekanntes Personal. Da ist vor allem die Kriminalkommissarin Saga Norén aus Malmö, dargestellt von der schwedischen Schauspielerin Sofia Helin. Norén leidet am Asperger-Syndrom. Das macht sie zwar zu einer besonders effektiven Ermittlerin, gleichzeitig fehlt es ihr aber an Empathie und Interesse für ihr Umfeld. Allein ihr dänischer Kollege Martin Rohde (Kim Bodnia) hatte Freundschaft mit ihr schließen können. Umso drastischer fiel das Ende der zweiten Staffel aus, in der Saga Norén ihren Kollegen festnimmt, weil sie davon überzeugt ist, dass er den Mörder seines Sohnes umgebracht hat. Die Figur des Martin Rohde fehlt in der dritten Staffel, der Ex- Polizist sitzt für mindestens zehn Jahre. Allerdings gibt es neue Partner für Saga, denn zunächst muss sie mit der dänischen Polizistin Hanne und anschließend mit dem dänischen Kollegen Henrik (Thure Lindhardt) zusammenarbeiten. Und natürlich muss sich Norén auch mit privaten Schwierigkeiten auseinandersetzen, vor allem als unerwartet ihre Mutter auftaucht. Auch hat sich für Saga nicht unbedingt die Kooperationsbereitschaft bei der Polizei in Malmö erhöht, denn schließlich hat sie ihren Kollegen und Freund für zehn Jahre ins Gefängnis gebracht, indem sie gegen ihn ausgesagt hat. Als die Gender-Aktivistin Helle Anker, Begründerin von Kopenhagens erster geschlechtsneutraler Vorschule, ermordet auf einer Baustelle in Malmö aufgefunden wird, muss Saga wieder mit den Dänen kooperieren. Es kommt zu weiteren Morden, die immer auf eine bestimmte, grausame Weise inszeniert sind. Gibt es da eine Botschaft des Täters und wenn ja, wie lautet sie? Die einzelnen Episoden der neuen Staffel sind jeweils 60 Minuten lang. Die Altersangabe ab 12 Jahren auf der Homepage des ZDF würde ich in Frage stellen wollen, denn die Gewalt sollte man Kindern nicht zumuten. Die DVD dagegen ist ab 16 Jahren. Das passt schon eher. Seven – Best of 2002 – 2016 Das gängige Vorurteil ist, dass nur Schwarze richtig R&B können oder Soul. Das stimmt auch ein bisschen. Zumindest wenn es um die Wurzeln dieser Musikrichtungen geht, dann fallen notwendiger Weise viele Namen schwarzer Künstler. Aber genau wie es auch weiße Basketballer gibt, die es bringen entgegen der Devise »White boys can’t jump«, gibt es auch wirkliche coole Musiker, die definitiv den Soul haben. Ich denke da an Donald Fagan und Walter Becker, die 1977 mit »aja« einen Meilenstein setzten, die reiferen Semester mögen sich erinnern. Bei aller Skepsis gegenüber Vorurteilen muss doch festgehalten werden, dass die Schweiz so ziemlich das Land auf der Welt sein müsste, das zwar reich, sauber, ordentlich, präzise und sauber und ordentlich ist, aber gleichzeitig so etwas von uncool. Wahrscheinlich hat sich das Wort »cool« noch nicht einmal durchgesetzt und wurde vermutlich von »läässig, odrr« ersetzt. Aber die geliebten Vorurteile sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Auf unser Thema hier bezogen, muss ich seit Seven neu denken. Sven, der im Oktober 1978 (also ein Jahr nach »aja«) in Wohlen im Kanton Aargau geboren wurde und eigentlich Jan Dettwyler heißt, ist ein echter Knaller. Er ist tatsächlich ein echter Schweizer und gleichzeitig Musiker und Sänger in den Sparten R&B und Soul. Musikalisches Talent bekam er in die Wiege gelegt, denn sein Vater ist Tenor und seine Mutter Pianistin. Mit 15 war er Sänger in der Band Natural Acapella, die unter anderem im Schweizer Fernsehen auftrat. Sein erstes Album erschien 2002. Es folgten einige Konzerte, unter anderem als Vorgruppe von Destiny’s Child im Zürcher Hallenstadion. Sein zweites Album »Sevensoul« erschien 2004 und erreichte in den Schweizer Charts lediglich Platz 35. Das 2005er Album »Lovejam« erreichte schon Platz 9 der Charts. Es folgten Auftritte in Großbritannien und als erster Europäer überhaupt beim amerikanischen alternativen Sundance Film Festival 2006. Mit dem Album »Home«, das 2007 veröffentlicht wurde, bekam Seven seine erste Goldene Schallplatte. 2009 erschien sein Album »Like a Rocket«, 2011 veröffentlichte Seven sein erstes Album in Deutschland mit dem Titel »Focused« und die dazugehörige Single Lisa. 2012 erschien das Album »The Art Is King«. Richtig bekannt wird er bei uns jedoch erst in diesem Jahr – nur so bin ich, ehrlich gesagt, auf ihn gekommen, denn Seven nahm an der dritten Staffel von »Sing meinen Song – Das Tauschkonzert« teil. Einen überzeugenden Querschnitt seiner Musik bekommt man mit seinem gerade herausgekommenen Album SEVEN - BEST OF 2002- 2016. Sie enthält die Zusammenstellung seiner wichtigsten Songs. Der vorletzte Song von 2002 Anymore ist meiner Meinung nach an Coolness kaum zu überbieten, der Mann hatte es auch vor 14 Jahren schon raus. Das Best of-Album endet mit dem Titel I don’t Give up aus diesem Jahr. Die Werbung behauptet »Die neue Single, eine federleicht pulsierende Ballade, beweist, wie eigenständig Soul 2016 klingen kann« und hat damit Recht. Neben Sevens größten Hits und seinen Interpretationen aus Sing meinen Song sind auch Tracks mit Idolen wie Commissioner Gordon (Lauryn Hill, Amy Winehouse) und James Poyser (Erykah Badu, The Roots) sowie Features von Talib Kweli und Stefanie Heinzmann auf der BEST OF 2002-2016 . Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, dass auch der Funk noch lange nicht tot ist, wie Backfunklovesoul (Titel 2 von 2015) eindrucksvoll beweist.

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